Travemünder Woche ist zurück auf Kurs

Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau eröffnete im Beisein von Landtagspräsidentin Kristina Herbst die 133. Travemünder Woche mit dem Signal "Heißt Flagge!". Foto: segel-bilder.de

Nach einer abgespeckten Auflage im Vorjahr startet die Travemünder Woche wieder durch. Erstmals seit 2019 fand die feierliche Eröffnung wieder auf der Kogge „Lisa von Lübeck“ statt. Landtagspräsidentin Kristina Herbst und Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau eröffneten das Event gestern vor großem Publikum.

Mit hochklassigen Regatten mit fast 600 Booten, knapp 1500 Seglerinnen und Seglern aus 26 Nationen und einem bunten Festivalprogramm an Land mit Kleinkunst, Kulinarik und Konzerten steuert die Travemünder Woche – wie bereits bei der Eröffnungsfeier – zurück auf den Vor-Corona-Kurs.

Nach drei Jahren ist das Festival wieder an Bord. Auf die Frage, ob es denn in der momentanen Zeit der Krisen, überhaupt gestattet sei zu feiern, sagte Landtagspräsidentin Kristina Herbst: „Natürlich ist die geopolitische Lage derzeit kritisch, aber gerade solche Events wie die Travemünder Woche zeigen, wie Nationen friedlich miteinander im Wettkampf sein können, friedlich miteinander Sport machen können und friedlich zusammen feiern können. Und es ist ja nicht so, dass man 365 Tage im Jahr feiert, sondern es sind ausgewählte Veranstaltungen. Ich glaube, man darf sich hier die Kraft holen, um die Herausforderungen, die wir alle vor uns haben, meistern zu können.“ Außerdem betonte sie, dass solche Wettbewerbe immens wichtig für das Sportland Schleswig-Holstein seien. „Gerade als Land zwischen den Meeren ist der Segelsport wichtig. Wir haben 30.000 Seglerinnen und Segler und 4.000 Jugendliche, die in Vereinen organisiert sind. Daraus generieren wir die Spitze, und wenn die sich hier trifft, ist das wunderbar“, sagte Herbst. Besonders hob sie das Engagement der rund 350 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Travemünder Woche hervor. „Was wäre die Veranstaltung ohne das Ehrenamt. Ganz großer Dank an alle, die mitwirken: ‚Ihr seid großartig“‘, so die Politikerin. Gerne würde sie einmal beim Rotspon Cup mitsegeln: „1994 bin ich die Travemünder Woche auf dem Hobie 16 gesegelt. Es wäre super, wenn wir 2024 genau 30 Jahre TW auf dem Wasser feiern.“

Darauf, dass die Travemünder Woche und die Stadt Lübeck in der Corona-Krise dichter zusammengerückt sind, ging der Lübecker Bürgermeister Jan Lindenau bei der Eröffnung ein. „Die Bürgerschaft hat Geld bewilligt, um die Travemünder Woche zu retten. Das war wichtig und richtig, denn die Segelveranstaltung ist ein wichtiges Segelevent für die Stadt und den Norden“, sagte er. Das Landprogramm sei in den vergangenen zwei Jahren durch eine schwierige Zeit gegangen, und man wolle es nun auch im Sinne der touristischen Entwicklung Travemündes weiterhin nutzen und überlegen, wie man Wassersport noch weiter erlebbar machen kann, um zu zeigen, dass Segeln, Travemünde und Urlaub gut zusammenpassen. Mit „Heißt Flagge!“ gab Lindenau nach alter Tradition das Startsignal zur 133. Travemünder Woche.

Eine Aufwärmphase im Regattaprogramm gibt es nicht. Schon am Sonnabendmorgen starten mit der EM der Hobie-16-Jugend, der Deutschen Meisterschaft der Finn-Dinghys sowie der German Open der J/22 die ersten Meisterschafts-Höhepunkte. Dazu gehen die Seesegler zu den sogenannten Up-and-Down-Wettfahrten auf die Bahn. Die ersten Regattastarts sind für 11 Uhr geplant, die Wetterprognose verspricht einen perfekten Segeltag.

Für höchste Internationalität ist bei der Sailing Champions League gesorgt. Allein in diesem Wettbewerb sind 36 Mannschaften aus 20 Nationen am Start – auch die am weitesten gereiste Crew der Travemünder Woche 2022 ist dann dabei: Justin Johnson stellt mit Ehefrau Emily und Tochter Maddie das Team Vanuatu. Die Familie stammt aus Australien und lebt seit 17 Jahren in dem pazifischen Inselstaat. Für das Finale der Sailing Champions League hat sich das Trio mit dem US-Amerikaner Hollingsword Wulou verstärkt und freut sich nun auf spannende Tage in Travemünde.

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