145 Jahre Lebenserfahrung an der Startlinie

Michael Hotho und Jochen Wiepking bringen fast 150 Jahre Lebenserfahrung an den Start. Foto: segel-bilder

Regattasegeln kennt kein Alter. Das beweist Jochen Wiepking vom Segler Verein Großenheidorn in Niedersachsen. Der 87-Jährige segelt bei der Travemünder Woche als Vorschoter von Michael Hotho in der Bootsklasse Kielzugvogel mit.
 
„Wir sind früher viel zusammen gesegelt. Dann etliche Jahre nicht. Vor drei Jahren haben wir beschlossen, noch so lange wie möglich zusammen zu segeln. Wir fahren zwar keine extremen Manöver mehr, aber wir haben Spaß. Vor den Regatta trainieren wir meistens ein bisschen bei uns am Steinhuder Meer“, erzählt Michael Hotho, der nicht nur Mitglied in demselben Segelclub wie sein Vorschoter Jochen Wiepking ist, sondern auch sein Nachbar.
 
In ihrer Bootsklasse können sich die beiden Segler aus Niedersachsen auch ohne spektakuläre Manöver gut behaupten. Vor rund drei Wochen holten sie bei der Deutschen Meisterschaft gemeinsam die Bronzemedaille. Beim Euro Cup, der inoffiziellen Europameisterschaft der Kielzugvögel, gingen sie als Sieger aus den Rennen hervor. In gut zwei Wochen steht bereits die nächste Regatta für den 87-jährigen ehemaligen Metzgerei-Besitzer und den 58-jährigen Physiotherapeuten an, die Internationale Österreichische Klassenmeisterschaft am Attersee. Als Saisonabschluss starten die beiden bei der Regata Internazionale am Gardasee.
 
„Ich plane von Jahr zu Jahr und hoffe, auch  2019 noch bei Rennen mitsegeln zu können. Der Kielzugvogel ist ein schönes Boot, das auch für ältere Segler gut geeignet ist. Das ist noch richtiges Segeln. In vielen neuen Bootsklassen ist es heutzutage ja mehr Artistik als Segeln“, sagt Jochen Wiepking, der 1966 mit dem Segelsport begann und ihm bis heute treu geblieben ist. Was sein Rezept ist, um noch mit fast 88 Jahren als Vorschoter im Kielzugvogel Regatten zu fahren? „Ich trinke nicht und rauche nicht. Außerdem habe ich immer Sport getrieben“, lautet die Antwort. Die Wettfahrten bei der Travemünder Woche haben ihm gut gefallen, auch wenn es am Ende doch unerwartet nur der fünfte Platz für das Segelteam Hotho-Wiepking geworden ist.

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