Diese Nacht wird unvergesslich bleiben

Die "Xenie" passierte das Zeil als Erste. Foto: segel-bilder.de

Von dieser Langstrecken-Regatta werden die Seesegler der Travemünder Woche noch lange zehren: ein spektakulärer Start in der Trave, eine traumhafte Sommernacht mit guten Segelbedingungen und eine Zielankunft unter Spinnaker in entspannter Morgenatmosphäre vor der Passat. Das Nachtrennen der Travemünder Woche fühlte sich für die Crews an, als sei es in südliche Gefilde verlegt worden.

„Es fehlten eigentlich nur die Caipirinhas und die Frauen. Dann hätten wir uns wie im Mittelmeer gefühlt“, berichtete Christian Ahrendt von einer traumhaften Regatta. Der Skipper der „Xenie“ hatte die Strecke von Travemünde rund um Fehmarn und wieder zurück nach 15:16:50 Stunden bewältigt und kam damit um 8:21 Uhr als First Ship Home im Ziel an. „Berechnet wird es wohl nicht reichen, dazu sind die anderen Yachten zu dicht dran“, ahnte der Ex-Lübecker, der nun in Berlin wohnt, aber seine Yacht in Grömitz liegen hat, bereits, dass er im Schlussranking nicht an der Spitze stehen würde. Tatsächlich musste sich die „Xenie“ mit dem fünften Platz in der ORC-Wertung begnügen. Die „Stalker“ von Florian Jungblut, rund zwei Stunden länger unterwegs, durfte nach Berechnung den Sieg feiern.

Trotzdem zog Ahrendt ein sehr zufriedenes Fazit: „Wir waren zum Teil mit über acht Knoten unterwegs. Im Fehmarnsund war es etwas schwierig, durch die verschiedenen Windfelder zu kommen. Aber danach lief alles rund.“ Zum Experiment des Starts in der Trave sagte der Skipper des größten vertretenen Schiffes: „Der Start war schon sehr eng, vor allem als die Priwallfähre noch durchfuhr. Und wir mussten besonders aufpassen, dass wir auch guten Manöverraum haben, deshalb sind wir auch ganz hinten gestartet. Mit diesem Feld und diesem Wind war es gerade noch möglich, aber bei mehr Wind und mehr Schiffen wird es sehr schwierig.“

Unter den vier Yachten nach Yardstick-Wertung kam die „Tsunami“ von Lutz Pouplier (Geesthacht) als zweites Schiff in Travemünde an, war damit aber die berechnete Siegerin. „Wir hatten unglaublich viel Spaß. Solch eine Nachtregatta wird es wohl nie wieder geben: Vollmond, zehn bis 15 Knoten Wind, sommerliche Temperaturen. Mit Spi unter der Fehmarnsund-Brücke hindurch: Das macht man auch nicht so oft. Vor Puttgarten den nächtlichen Fährverkehr beachten und immer die Lichter der Konkurrenz im Auge behalten. Das waren schon alles besondere Eindrücke. Und in Lee der Insel zog dann der Duft der frisch gemähten Felder herüber“, sprudelte es aus Lutz Pouplier heraus. „Ein zusätzliches Highlight war der Start in der Trave. Für die Zuschauer muss es ein toller Anblick gewesen sein. Da hätte ich auch gern die Seite gewechselt. Bei uns ging der Puls ganz schön hoch, und die Mannschaft kam bei den vielen Manövern ganz schön ins Schwitzen.“

All diese Eindrücke konnten die Mannschaften am Abend noch einmal austauschen, als sie für ihre nächtlichen Leistungen vor der SAP Sailor’s Lounge geehrt wurden.

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