TW-Seebahn empfiehlt sich für größere Aufgaben

Svend Hartog segelte mit seiner Mannschaft zu einem überlegenen Sieg in der J/22-Klasse. Foto: segel-bilder.de

Zum Abschluss der Segelwettbewerbe zeigte sich die Travemünder Woche noch einmal von ihrer besten Seite. Nach dem Abzug des morgendlichen Gewitters riss der Himmel auf und auf der Seebahn herrschte eine kräftige Brise, um den seegehenden Yachten für die SAP Up and Down und den J/22 bei ihren German Open noch zwei Wettfahrten aus dem Bilderbuch zu liefern. Die Lübecker Crew von Svend Hartog konnte sich dabei allerdings als Kurzarbeiter betätigen, denn nach der ersten Wettfahrt stand sie bereits als Meister der J/22 fest und segelte daraufhin in den Hafen, um die Feier zum Gewinn des German-Open-Titel einläuten zu können.

In fast perfekter Dominanz präsentierte sich das Team Svend Hartog/Laura Storch/Dirk Fischer/Stefanie Schweder in seiner Heimatstadt. Nur ein vermeintlicher Frühstart mit einer anschließenden Extrarunde in der fünften Wettfahrt machte ihnen einen Strich durch die perfekte Serie. Nach der Platzierungsfolge 1, 1, 1, 1, 2, 1, 1 konnte das Quartett nach Hause segeln. Das verpasste achte Rennen konnte gestrichen werden.

So sicherte sich die Flensburger Mannschaft Frank Lammerskitten/Sven Harder/Martin Hinrichsen noch einen weiteren Tagessieg in der letzten Wettfahrt und landete auf einem ungefährdeten zweiten Gesamtrang vor der Paderborner Crew Max-Peter Hänsgen/Frank Rupprich/Dirk Hänsgen. „Bei uns hat alles gepasst: guter Bootsspeed durch unsere neuen Segel und sehr gute Manöver“, berichtete Svend Hartog. „So konnten wir den Zweiten kontrollieren, so dass nichts mehr anbrennen konnte.“ Normalerweise segelt die Crew die Serie auch bei vorzeitigem Sieg gern zu Ende, diesmal aber nutzten sie die Zeit zum Kranen und Aufräumen, damit alle rechtzeitig nach Hause konnten. Für die nächsten Jahre hofft Hartog auf noch mehr J/22 an der Startlinie. Die deutsche Klasse arbeitet daran, wie mit der WM vor zwei Jahren wieder eine internationale Meisterschaft an die Trave zu holen.

Rundum zufrieden mit dem Abschluss konnte auch Wettfahrtleiter Uwe Wenzel sein, der in schneller Folge die J/22 und die Yachten nach Vermessung auf die Bahn schickte. „Wir hatten gute Winde mit 17 bis 20 Knoten und ein paar kleine Dreher. Die Linie lag gut, so dass alles rund lief“, so Wenzel, der mit der Mittelstrecke am ersten Wochenende, der Langstrecke in der Mitte und den Up and Downs zum Ende hin ein pralles Programm für die Yachten zu bieten hatte. „Das ist eigentlich mehr, als ich ehemals wollte. Aber man muss sagen, das erstmalige Angebot der Langstrecke ist sehr gut angenommen worden. Elf Crews sind ein guter Anfang, und es besteht noch mehr Interesse.“ Auch für größere Aufgaben sieht Wenzel die Travemünder Woche gerüstet. „Auch eine Deutsche Meisterschaft ist hier gut zu realisieren. Das Revier ist top, das Umfeld mit den Liegeplätzen und den landseitigen Möglichkeiten muss sich hinter Kiel oder Warnemünde nicht verstecken.“

Ein Boot, das das komplette Programm durchspielte, war die „Adamas“ von Jan Peters aus Heiligenhafen: „Das machen wir gern wieder. Es hat auf den Bahnen alles gut geklappt. Uwe Wenzel hat mit seiner Mannschaft das Geschehen gut im Griff gehabt.“ In der Crew hatte Peters einen Wechsel zur Langstrecke, so dass er mit einer ausgeruhten Mannschaft in die anstrengenden Rennen auf der Kurzbahn gehen konnte. „Gestern war es bei bis zu sieben Beauforts nicht ganz ohne. Mein Vorschiffsmann hat zweimal den Spibaum auf den Kopf bekommen und war etwas benommen. Aber er hat es dann doch durchgestanden. Und heute hat sich das Wetter schnell gebessert und wir hatten zum Abschluss trotz einiger Dreher und Böen ein Rennen wie aus dem Bilderbuch“, so Peters. Die Travemünder Woche verlangte von den Mannschaften ein hohes Niveau in der Crew-Arbeit. Die Manöverbelastung auf dem engen Kurs der abschließenden SAP Up and Downs sei hoch gewesen, habe Kraft und gute Koordination gekostet. „Wenn man da mal einen Fehler gemacht hat, haben die anderen das schnell ausgenutzt. Zum Glück hat bei uns fast alles funktioniert, so dass wir davon profitiert haben“, sagte Peters.

Die „Adamas“ sicherte sich so den Sieg auf der Kurzstrecke in der ORC II. In den weiteren Klassen der leistungsorientierten Yachtsegler siegten: die „Inschallah“ von Carl-Peter Forster (Hamburg, ORC I), die „Patent“ von Jürgen Klinghardt (Lübeck, ORC III) und die „Tsunami“ von Lutz Pouplier in der ORC IV.

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