TW-Ehrenamt als Familien-Aufgabe

Michael Möller (rechts) organisiert gemeinsam mit seinem Stellvertreter Hajo Röttger die Motorbootflotte. Foto: Katrin Heidemann

Andere nehmen Urlaub, um zu verreisen. Mandy und Michael Möller nutzen ihre freie Zeit, um sich ehrenamtlich auf der Travemünder Woche zu engagieren. Seit mehr als anderthalb Jahrzehnten zählen sie zum TW-Team. Mandy Möller leitet den Ergebnisdienst, ihr Mann ist für die Organisation der Schlauchboote zuständig. Von klein auf an mit dabei: Jette, die zweieinhalbjährige Tochter des Paars.

Durch ihren Arbeitgeber kam Mandy Möller 2001 zu ihrem ersten Einsatz auf der Travemünder Woche. Als Mitarbeiterin der Hansestadt Lübeck erfasste sie fünf Veranstaltungen lang auf einem Startschiff die Ergebnisse. Später wechselte sie hinsichtlich der Aufgaben die Seiten und übernahm die Leitung des Ergebnisdienstes. „Im Laufe der Zeit hat sich das Scoring stark verändert. Am Anfang wurden die Ergebnisse per Telefon überliefert. Das gab häufiger Missverständnisse. Heute werden die Daten per Foto direkt übers Tablet vom Wasser aus geschickt. Allerdings haben wir dabei manchmal mit unscharfen Bildern zu kämpfen“, erzählt Mandy Möller. Grundsätzlich gelte im Scoring: Wenn man denkt, man ist fertig, gibt es Änderungen, und alles fängt wieder von vorne an.

Um die Betreuung ihrer zweieinhalbjährigen Tochter und den TW-Helfereinsatz unter einen Hut zu bringen, seien manchmal kleine Tricks nötig, so Mandy Möller. „Vor zwei Jahren haben wir Jette mit einem Karabiner befestigt, damit sie nicht die Bürotreppe runter fällt. 2016 haben wir ihr Heliumballons an die Hose gebunden, um sie besser zu erkennen, wenn sie auf Erkundungstour geht. Die Zeiten, dass Jette sich damit zufrieden gibt, mit einem Buch auf einer Decke zu sitzen, sind vorbei . Allmählich wird es schwierig, sie nebenbei zu beschäftigen“, sagt Mandy Möller. Zum Glück sei ihre Tochter recht pflegeleicht und mit dem TW-Team sehr vertraut. „So können wir sie zwischendurch mal zum Malen bei der Jury parken“, erklärt die Wahllübeckerin Mandy Möller. Weil die Kita in den Schulferien geschlossen ist, helfen die Möllers bei der TW 2017 hauptsächlich an den Wochenenden.

Ihren Mann Michael hat Mandy Möller in ihrem zweiten Helferjahr bei der Travemünder Woche im wahrsten Sinne des Wortes mit ins Boot geholt. Er fuhr 2002 erstmals als Helfer auf einem Startschiff mit. Im Folgejahr sprang er als Ersatzmann auf den Schlauchbooten als Tonnenleger ein. Als sein Vorgänger Thomas Richard aus dem TW-Helferteam ausschied, übernahm Möller den Posten des Schlauchboot-Verantwortlichen und organisiert seitdem die Flotte, die auf der Travemünder Woche zum Einsatz kommt. Möller kümmert sich schon Monate vor der TW darum, dass bei den Regatten genügend Schlauchboote und Fahrer zur Verfügung stehen. Sobald die Veranstaltung läuft, teilt er die Fahrer und Boote ein und steht in ständigem Kontakt zum THW, DLRG und der Wasserwacht, die bei der Travemünder Woche zusätzliche Schlauchboote stellen. Teilweise klingelt bei Möller das Handy im Minutentakt. Spontanes Umdisponieren ist an der Tagesordnung. Selbst aufs Wasser kommt er während der Regattawoche kaum noch. Wenn die Boote auf dem Wasser sind, ist Möller für die Getränkeversorgung der Mitarbeiter zuständig. Mit dem Abschlussfeuerwerk ist die Travemünder Woche zwar offiziell vorbei, aber für den Ehrenamtlichen ist die Arbeit damit nicht beendet. „Nach der TW ist vor der TW“, so Möller.

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