Als Landtagspräsidentin Kristina Herbst vor vier Jahren die 133. Travemünder Woche eröffnete, da äußerte sie einen Wunsch: „1994 bin ich die Travemünder Woche auf dem Hobie 16 gesegelt. Es wäre super, wenn wir 2024 genau 30 Jahre TW auf dem Wasser feiern.“ Ganz hat das nicht geklappt. Aber nun in 2026 kehrt sie auf die Regattabahn zur Travemünder Woche zurück. Die Landtagspräsidentin hat die Herausforderung von Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau angenommen und tritt als Gegnerin im Duell auf den Zwölfer-Yachten an.

Mit der „Sphinx“ und der „Trivia“ werden wieder die beiden segelnden Schönheiten aus Kiel und Flensburg nach Travemünde kommen, um zu zeigen, dass ihre fast 100-jährigen Bootsdesigns auch heute noch für begeisternden Sport sorgen können. Die beiden so genannten Zwölfer entstammen der mR-Klasse, die es seit nunmehr 120 Jahren gibt. Das mR steht dabei für meter-rule. Im ehemals britisch dominierten Segelsport war es eine Besonderheit, dass die Vermessung der Boote auf dem metrischen System beruhte. Zwölfer sind dabei alle Yachten, an deren Ende einer komplizierten Vermessungsformel, in die Länge, Breite, Verdrängung, Segelfläche und weitere Parameter eingehen, eine „12“ steht. D.h. nicht, dass die Boote zwölf Meter lang sind. Im Gegenteil: Sie sind viel länger, nämlich deutlich über 20 Meter. Alle Yachten sind dabei individuelle Einzelbauten und unterscheiden sich in den einzelnen Parametern.
Im Duell Boot gegen Boot treffen Lindenau und Herbst mit ihren erfahrenen Crews aufeinander. Als Sieger gilt, wer zwei der maximal drei Wettfahrten gewonnen hat.
2004 wurde der Wettbewerb vom ehemaligen Lübecker Bürgermeister Bernd Saxe eingeführt – als Wiederbelebung des Ursprungs der Travemünder Woche. Denn 1889 segelten die beiden Hamburger Kaufleute Hermann Wentzel und Hermann Dröge erstmals vor Travemünde gegeneinander. Der Sieger des Rennens erhielt damals eine Flasche Lübecker Rotspon. Und dieses Rennen gilt als Initialzündung der Segelwoche, die in den späten Jahren des 19. Jahrhunderts und frühen Jahren des 20. Jahrhunderts auch Kaiser Wilhelm II. nach Travemünde lockte.
Die Tradition des Volksbank Rotspon Cups hat Jan Lindenau von Bernd Saxe übernommen und weitergeführt. So wurden inzwischen 20 Cups gesegelt. In der 21. Auflage wird Jan Lindenau nicht nur versuchen, seine eigene Bilanz, sondern auch die der Hansestadt aufzubessern. Denn bisher konnten die Gäste zwölfmal die Siegertrophäe, eine Sechs-Liter-Flasche Lübecker Rotspon mit nach Hause nehmen.