Seesegler und Hobie 16 küren Sieger

Die Lübecker Bucht zeigte auch am zweiten kompletten Regattatag der 136. Travemünder Woche ihr schönstes Gesicht für die Seglerinnen und Segler in sieben Klassen. Allerdings forderten Winde von 15 bis 20 Knoten bei einer hohen Welle auch ihren Tribut. Auf der Seebahn gab es leichten Bruch, Seekrankheit und Aufgaben. Auch auf den anderen Bahnen der offenen Kielboote, Jollen und Katamarane standen nicht alle Crews den fordernden Tag durch

Am Abend durften indes die nächsten Sieger dieser Regattawoche gefeiert werden. Die Crew der „patent 4“ um Steuermann Henning Tebbe freute sich über den Sieg bei den Up-and-Down-Wettfahrten auf der Seebahn. Die Konkurrenz der Hobie 16 beherrschten Ulf Hahn/Katrin Wiese-Dohse in beeindruckender Manier mit sieben Siegen in acht Wettfahrten.

Bei den anspruchsvollen Segelbedingungen musste Seebahn-Wettfahrtleiter Jens Hahlbrock mit einem schwindenden Feld umgehen. Hatten sich noch acht Crews für den Start auf den Up-and-Down-Kursen angemeldet, erreichten nur fünf Teams das Ziel der ersten Wettfahrt. Und in Rennen zwei waren es nur noch drei Mannschaften. Grund genug für Hahlbrock, den Tag für beendet zu erklären, da auch Helfer auf den Begleitbooten über mulmige Gefühle klagten.

Zu den Crews, die vorzeitig den Hafen ansteuerten, gehörten auch die Sieger der Langstrecke. Die Schweden Lena Having/Eivind Böymo-Malm segeln vor Travemünde nur als Zweier-Team auf der „Mrs Freckles“. Für sie waren die Bedingungen auf den Manöver-intensiven Kurzwettfahrten zu hart. Als der Wind auf 20 Knoten zunahm, wurde es ihnen in den Tonnenmanövern zu eng, da sie im Handling mit den Konkurrenten in voller Crewstärke nicht mehr mithalten konnten.

Travemünder Woche Regatta und Festival
Ein Wetter wie aus dem Bilderbuch gab es für die Segler an Tag zwei der Travemünder Woche. Foto: Christian Beeck/TW

Daneben gab es Bruch an der Oberwant der „Fru Hansen“, so dass auch Frank Haßler (Heiligenhafen) die Segel strich. Rundum glücklich mit dem Tag war hingegen die „patent 4“-Crew um Steuermann Henning Tebbe: „Perfekter Wind und dazu Kaiserwetter.“ Die Mannschaft nutzte die Up-and-Down-Wettfahrten, um sich noch besser auf das neue Setup der Yacht einzustellen. Zu dieser Saison wurde die „patent 4“ vom Spinnaker auf Gennaker umgerüstet, wird nur noch mit sieben statt mit acht Personen an Bord gesegelt. „Es war eine gute Gelegenheit, um das Handling zu verfeinern. Die Yacht ist jetzt wesentlich agiler. Vor allem auf den Mittelstrecken-Rennen kommt das zum Tragen“, so Tebbe. Diese Rennen stehen am kommenden Wochenende an. Die „patent 4“ wird dann mit der Empfehlung des klaren Siegs auf den Up-and-Down-Wettfahrten starten. Platz zwei, wie schon bei der Langstrecke, belegte am Sonntag Hinrich Klatt mit der „Bona Tempora“ vor der „Fiefdeeler“ von Frank Michel (Travemünde).

Travemünder Woche Regatta und Festival
Ulf Hahn und Katrin Wiese-Dohse waren zur TW das Maß der Dinge bei den Hobie 16. Foto: Christian Beeck/TW

Die Zufriedenheit der Seebahn-Sieger spiegelte sich auch bei den Dominatoren der Hobie 16. Ulf Hahn und Katrin Wiese-Dohse (Kellenhusen) mussten sich nur in der ersten Wettfahrt hinter Rekord-Europameister Detlef Mohr/Karen Wichardt einreihen. Danach waren sie jeweils die Nummer eins und feierten den klaren Gesamtsieg vor ihren Clubkollegen Mohr/Wichardt und der jungen Mannschaft aus Surendorf Lukas Riepe/Wiebke Finkemeyer. „Es war super Bedingungen an den beiden Tagen. Und für uns passte es perfekt“, so Hahn, der sich vor allem darüber freute, dass die Hobies nach dem ersten Tag im großen Pack mit anderen Klassen an Tag zwei eine eigene Bahn bekamen. „Das hat die Wettfahrtleitung heute top gemacht. Jetzt geht unser Fokus auf die Europameisterschaft in Polen. Das wird das Highlight der Saison. Dafür war Travemünde eine gute Vorbereitung.“ Zu den EM-Ambitionen wollte Hahn sich nicht zu tief ins Blatt gucken lassen, aber „eine Top-Five-Platzierung“ soll es schon gern sein.

Drei Klassen legten am Sonntag die Basis für ihren TW-Abschluss am morgigen Montag. Und an den wahrscheinlichen Siegern gibt es schon jetzt kaum Zweifel. Die Berliner Crew von Holger Köhne steht bei den H-Booten mit fünf Siegen in den sechs Wettfahrten klar an der Spitze, und der German-Open-Titel der J/22 wird wohl an die Abonnement-Meister von Reiner Brockerhoff (Duisburg) gehen.

Travemünder Woche Regatta und Festival
Dirk Braun/Jürgen Kruck steuern auf Kurs Travemünder-Woche-Sieg bei den Korsaren. Foto: Christian Beeck/TW

Ein Warm-Up für ihre Deutsche Meisterschaft geht am Montag für die Dyas zu Ende. Die Zweihand-Crews ermitteln zunächst die norddeutschen Meister, bevor es ab Donnerstag in den nationalen Titelkampf geht. Arndt Fingerhut/Andreas Malcher vom Edersee sind Anwärter auf beide Trophäen.

Noch zwei Tage segeln die Korsare und Finn-Dinghys, und auch hier gibt es klare Favoriten. Drei Siege in vier Wettfahrten haben Dirk Braun/Jürgen Kruck (Wuppertal) bei den Korsaren auf dem Konto, genauso macht es der Berliner Fabian Lemmel bei den Finn-Dinghys. Das abendliche Showrennen auf der Trave gewann der Dortmunder Rainer Haacks.

Spannend wird es ab Montag, wenn die Entscheidungen um die internationalen Titel bei dieser Travemünder Woche beginnen. Die Topcats starten in den drei Klassen K1, K2, K3 in ihre Meisterschaften und haben eine lange Woche vor sich. Erst am Sonnabend wird feststehen, welche Akteure aus dem Feld der Teilnehmer aus vier Nationen sich mit Gold, Silber und Bronze schmücken dürfen.

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