Regatta News

Regatten der Travemünder Woche 2020

Hier finden sie das aktuelle Regattaprogramm der 131.Travemünder Woche 2020

Die 2.4mR werden zur Travemünder Woche ihren europäischen Jahreshöhepunkt segeln. Foto: Klahn

In den vergangenen Jahren sind die Mitgliederzahlen bei vielen nationalen 2.4mR-Klassenvereinigungen gesunken. In Deutschland allerdings hat sich die KV von 2017 auf 2019 um über 40 % der Mitglieder vergrößert. Die Faktoren für den Anstieg hierzulande sieht die KV in der Abkehr vom Image des „Behindertenbootes“ hin zum Image einer inklusiven Bootsklasse auf höchstem seglerischen Anspruchsniveau. Konsequent setzt die KV darauf, mit den Deutschen Meisterschaften in renommierten Vereinen präsent zu sein. Zudem wurden attraktive und innovative Regattakonzepte entwickelt wie die Triple Match Trophy oder die Mixed Inclusion Trophy.

Die RS Aero, Splash Red und Blue sowie die RS Feva (von oben) kommen mit hochklassigen Meisterschaften nach Travemünde. Fotos: segel-bilder.de

Die Travemünder Woche (17. bis 26. Juli) brennt in ihrem 131. Jahr ein wahres Feuerwerk an Meisterschaften ab, bringt dazu ein neues Seesegel-Format an den Start und stärkt das inklusive Segeln. Drei Welt- und fünf Europameisterschaften sowie fünf deutsche Titelkämpfe stehen im Mittelpunkt der bis zu 29 Entscheidungen, die auf den zehn Bahnen in der Lübecker Bucht fallen sollen.

Sascha Osterwalder (rechts), Regatta-Präsident des Zürcher Yacht Club, ist neu im Kreis der TW-Veranstalter mit dem NRV, vertreten durch seinen Vorsitzenden Tobias König, dem Lübecker Yacht-Club, vertreten durch die Vorsitzende Andrea Varner-Tümmler, und

Eine neue internationale Ausrichtung nimmt die Travemünder Woche in der Regattaorganisation an. Andrea Varner-Tümmler, die Vorsitzendes Lübecker YC, und Tobias König, Vorsitzender des NRV Hamburg, begrüßten zur boot den Zürcher Yacht Club (ZYC) im Kreis der TW-Mitveranstalter. „Wir freuen uns, Teil dieser großartigen Veranstaltung zu sein und werden eine Bahn mit unserem Regattateam organisieren. Der Zürcher Yacht Club richtet auf seinem Heimatrevier jedes Jahr zahlreiche Regatten bis hin zu Weltmeisterschaften aus und bringt seine Kompetenz jetzt auch gern in diese internationale Großveranstaltung ein“, sagte Sascha Osterwalder, Regatta-Präsident des ZYC.

Direkt zur Eröffnung der Travemünder Woche erfolgt der Start zur Offshore-Langstrecke nach Stralsund, der Hanse Baltic Challenge. Foto: segel-bilder.de

Die Travemünder Woche hebt im 131. Jahr der Veranstaltung ein neues Event aus der Taufe. Zum Start in die Segelwoche werden die seegehenden Yachten auf eine Langstrecke in zwei Etappen von Travemünde nach Rügen und zurück geschickt. Die Hanse-Baltic-Challenge soll ein neues Highlight der Seeregatten zur Travemünder Woche werden, und der Start wird am Freitagabend, 17. Juli, unmittelbar in die Öffnungsveranstaltung der Segel- und Festivalwoche integriert.

Mats Ole Krüss/Tobias Ridder sicherten sich den IDJüM-Titel der Teenys. Fotos: segel-bilder.de

Mit einem tollen Segeltag zum Abschluss setzte die Travemünder Woche ein dickes Ausrufezeichen hinter eine gelungene Woche mit 22 Wettbewerben, bei der zehn Entscheidungen auf deutscher und europäischer Ebene gefällt wurden. Zum Finale durften sich die Italiener Nonnis Leonardo und Federico Quaranta über die EM-Titel im O'pen Skiff freuen, die Teenys kürten Mats Ole Krüss/Tobias Ridder zu den neuen Deutschen Jüngstenmeistern.


Bei einer umjubelten Siegerehrung nahmen die Top-Drei der ersten Deutschen Meisterschaft in der Disziplin Offshore Double Handed die Trophäen entgegen. Foto: segel-bilder.de

Mit einer Punktlandung brachten die Teilnehmer der Meisterschaftspremiere in der Disziplin Offshore Double Handed ihren deutschen Titelkampf zum Abschluss. Vier Wettfahrten mussten die Zwei-Personen-Crews auf der Lang- und Mittelstrecke über den Kurs bringen, um einen offiziellen Meister nach der Meisterschaftsordnung des DSV küren zu können. Zum Finaltag mussten daher unbedingt noch zwei Rennen gesegelt werden. Aber Wettfahrtleiter Uwe Wenzel machte es möglich: Auf einem verkürzten Kurs schickte er die Flotte bei schönsten Bedingungen durch die Lübecker Bucht und rechtzeitig zum Abschluss der 130. Travemünder Woche ins Ziel. Natürlich vor allem zur Freude von Knut Freudenberg und Nils Reichert (Flensburg), die sich mit der „Halbtrocken“ in die Geschichtsbücher des DSV eintrugen. Sie sind die ersten Deutschen Meister in der neuen Disziplin.

Der Oberste Wettfahrtleiter Anderl Denecke freute sich über ein tolles Segelprogramm zur Travemünder Woche. Foto: segel-bilder.de

Neun Tage Segelsport der Extraklasse bei Sonne satt und wenig Regen, Wind für alle Gewichts- und Leistungsklassen von leicht bis deftig, ein kompaktes Programm in den 22 Wettbewerben, zufriedene Segler und stimmungsvolle Ehrungen der Sieger: Das Abschlussgespräch mit dem Sportlichen Leiter der Travemünder Woche, Jens Kath, und dem Obersten Wettfahrtleiter Anderl Denecke war geprägt von einem Strahlen in den Gesichtern der Regattaverantwortlichen, die aber nicht ihren kritischen Blick auf das Geschehen verloren.

Julian Hoffmann setzte sich am Abschlusstag der Laser Radial souverän durch. Foto: segel-bilder.de

Das Skandinavien-Hoch mit der Dauersonne über Norddeutschland fordert seinen Tribut: Ein kräftiger, später sogar stürmischer Wind aus Nordost reduzierte das Programm auf den Regattabahnen der Travemünder Woche am vorletzten Tag. Für die F18-Katamarane, die Kielzugvögel und die 12' Dinghys ging nichts auf der Bahn und der jüngere Jahrgang der O'pen Skiff (U13) wurde nach einer von zwei geplanten Wettfahrten wieder an Land geschickt. Für die anderen Klassen ging es indes rasant über den Kurs. Abschied von der 130. Veranstaltung der Segelwoche nehmen fünf Klassen. Die J/70 und die Laser-Jugend (4.7 und Radial) kürten dabei ihre Meister.

Anspruchsvolle Bedingungen gab es für die Seesegler bei der IDM Offshore Double Handed. Foto: segel-bilder.de

Einen Sprint statt einer Mittelstrecke legten die Crews des Ostsee-Cups und der Deutschen Meisterschaft in der neuen Disziplin Offshore Double Handed hin. Statt der geplanten 35 Meilen ging es über 15. „Die Bedingungen waren zu dem Zeitpunkt gut, aber anspruchsvoll mit 28 Knoten Wind. Aber die Vorhersage war so, dass es auf 35 Knoten Windgeschwindigkeit hochgehen sollte mit weiter wachsendem Wellenpotenzial“, berichtete Wettfahrtleiter Uwe Wenzel.

Kümmern sich bei der TW um das Material - Ferdinand Blaschke (v. r.), Horst Plieske und Jens Bierfreund. Foto: Katrin Heidemann

Sie sind bei der Travemünder Woche die Hüter über das Material für die Regattabahnen, das Gelände rund ums Regattabüro sowie die TW-Campingplätze. Das Motto ihres Teams lautet: „Wir wollen, dass sich die Segler wohlfühlen und nach der TW sagen, dass es für sie eine tolle Woche war.“ Das Team um Ferdinand Blaschke kümmert sich seit Jahren bei der TW von morgens bis abends auf beiden Seiten der Trave um alle Materialfragen.

Die J/70 steuern auf ihr Meisterschaftsfinale am Samstag zu. Fotos: segel-bilder.de

Vor dem Abschlusswochenende der 130. Travemünder Woche klarieren sich die Felder, und die Favoriten werden ihren Rollen gerecht. In den verschiedenen Klassen haben sich die ersten Anwärter auf die Trophäen auch an die Spitzenpositionen geschoben.


Die "Halbtrocken" segelte in der Langstrecke ein starkes Rennen und führt in der Deutschen Meisterschaft der Zweihand-Crews. Foto: segel-bilder.de

Durch die Nacht und den halben Tag: Die Langstrecke zur Travemünder Woche forderte sowohl die Kondition der Yacht-Teams des Ostsee-Cups als auch der Crews der ersten Deutschen Meisterschaft in der Disziplin Offshore Double Handed. Nach dem Startspektakel in der Trave am Donnerstagabend führte der Kurs durch die Lübecker Bucht und im Uhrzeigersinn um Fehmarn herum.




Dr. Michael Brandt (rechts), Vorstandsmitglied der Volksbank, und Wettfahrtleiter Stefan Uden übergaben die Siegertrophäen an die erfolgreichen Franzosen Fatti Matteo und Duflos Sam. Foto: segel-bilder.de

Das Volksbank Trave Race der O'pen Skiff-Klasse stand am Freitagabend ganz im Zeichen der Jugendarbeit. Denn die Volksbank Lübeck hatte für das Showsegeln der Jugendklasse drei Geldprämien für die ersten Drei ausgelobt.

Hasso Hoffmeister (rechts) ist als Schiffbau-Ingenieur in das Class Rules Commitee des America's Cup berufen worden. Foto: segel-bilder.de

Das Organisationskomitee des kommenden America's Cup hat wichtige Posten für den Rennablauf und die Einhaltung des Regelwerks für den Cup 2021 besetzt. Unter den von Titelverteidiger Emirates Team New Zealand und dem ersten Herausforderer (Prada, Italien) ausgewählten Experten befindet sich auch Hasso Hoffmeister. Der Schiffbau-Experte aus Hamburg ist ins Komitee für die Interpretation der Klassenregeln (Class Rules Committee) berufen worden.

Spaß hatten die Formula-18-Katamarane bei Top-Bedingungen an ihrem ersten Tag zur Travemünder Woche. Fotos: segel-bilder.de

Die Windmaschine in der Lübecker Bucht ist warmgelaufen. Die Hitze der Hundstage aus Südeuropa bringt die Regatten der Travemünder Woche in Schwung. Schon in den späten Vormittagsstunden baute sich die Seebrise auf und ließ auf den Regattabahnen für die acht Jollen- und Katamaranklassen die ersten Wettfahrten zu. Bis zum Nachmittag war das volle Programm abgespult. Das Fleißkärtchen des Tages ging an die Formula 18. Die Katamarane segelten vier Wettfahrten.

Eng war es in der Trave zum Start der Langstrecke. Foto: segel-bilder.de

Es wurde eng, es wurde laut, es war nichts für schwache Nerven: Der Start zur Langstrecke zur Deutschen Meisterschaft der Zweihand-Crews war ein Krimi auf des Messers Schneide. Elf Yachten tummelten sich kurz vor 17 Uhr auf der Enge zwischen Travemünde und „Passat“, um die beste Startposition zu ergattern. Sie kämpften um jeden Millimeter – wohlwissend, dass noch über 100 Seemeilen und damit rund ein kompletter Tag harter Wettkampfsport vor ihnen liegen. Fahrtensegler und Luxus-Yachteigner sorgten mit ihrem unerwarteten Auftritt dafür, dass das Gedrängel eine zusätzliche Würze erhielt.

Die J/0 segelten zum Auftakt drei Rennen. Fotos: segel-bilder.de

Am Morgen schien es, als würde es ein erneut schwieriger Tag auf der Ostsee für die Travemünder Woche werden. Doch gen Nachmittag setzte sich die Seebrise durch und ermöglichte in allen Klassen ein kompaktes Programm. Gesamt-Wettfahrtleiter Anderl Denecke war am Abend entsprechend zufrieden: „Super! Ich denke es geht morgen so weiter.“

Die Travemünder Woche liegt den O'pen Skiff als Revier für ihre internationalen Meisterschaften. Foto: segel-bilder.de

Mit der Europameisterschaft der O'pen Skiff bringt die junge Klasse zum zweiten Mal innerhalb von fünf Jahren ein internationales Top-Event an die Trave-Mündung. 2014 segelten die jungen Akteure noch unter dem Klassennamen O'pen Bic an gleicher Stelle ihre Weltmeisterschaft aus. Jetzt wurde der Markenname Bic durch Skiff ersetzt – auch um die Nähe zum Skiffsegeln zu dokumentieren. Fast 90 Akteure aus sieben Nationen wollen dabei sein. Für die Deutschen wird es dabei wohl vor allem darum gehen, sich von den führenden Nationen etwas abzugucken und den Anschluss an die internationale Spitze wieder herzustellen.

Im vergangenen Jahr war die Premiere des Starts vor der "Passat" ein gelungenes Ereignis. Foto: segel-bilder.de

Zur Siegerehrung der IDM Seesegeln humpelte Knut Freudenberg von der „Halbtrocken“ auf Krücken zum Podest, um seinen Preis als Zweitplatzierter der ORC III entgegenzunehmen. Doch damit hat der Orthopäde noch nicht genug. Trotz der Knieverletzung, die er sich zur Kieler Woche zugezogen hat, will er am Donnerstagabend auch in die Meisterschaftspremiere des Offshore-Segeln für Zwei-Personen-Crews starten. Mit Partner Niels Reichert bildet Freudenberg eines von elf Teams, die von Wettfahrtleiter Uwe Wenzel auf den Kurs geschickt werden.