Regatta News

Din 5.5er sorgten für schöne Bilder auf der Bahn. Foto: segel-bilder.de

Nach einem relativ ruhigen Bergfest der Travemünder Woche auf den Bahnen in der Lübecker Bucht, steigert sich das Geschehen wieder bis zum Samstag. Am Donnerstag wurde für die O-Jollen und Formula 18 eine weitere Bahn eröffnet, die 5.5mR gesellten sich zu den Kielzugvögeln und Variantas, außerdem arbeiten die Vaurien (WM), die Flying Junior (EM) und die Laser-Jugendlichen (IDJM) weiter hart an ihrem Meisterschaftsprogramm. Mit guten Winden ab dem Mittag wurden die Akteure für ihre Geduld in den vergangenen Tagen belohnt.

Startschuss zu einer Premiere im Segelsport: Zum Abschlusswochenende bietet die Travemünder Woche in Zusammenarbeit mit der Agentur Konzeptwerft aus Hamburg ein neues Format an: Nach dem Vorbild der Segelbundesliga wird weltweit erstmalig die Youth Sailing Champions League (YSCL) ausgetragen. 18 Mannschaften mit Akteuren zwischen 16 und 23 Jahren werden in kurzen, knackigen Rennen die Sieger ermitteln. Doch die Athleten aus acht Nationen werden nicht nur in den eingefahrenen Spuren des Ligasegelns agieren, vielmehr sollen sie mit ihren Regatten ein neues Format testen, das vielleicht Beispielcharakter für olympische Wettbewerbe haben könnte. 

Mit dem Start in der Trave wurden die Seesegler in ihre Nachtregatta verabschiedet. Foto: segel-bilder.de

Es war eng, und es lag eine leicht gespannte Stimmung in der Luft: Zehn Yachten tummelten sich am Donnerstagabend in der Trave, kreuzten von links nach rechts, forderten Vorfahrt und wichen sich aus. Das Szenario zum Start der Seesegel-Langstrecke hätte spannender kaum sein können. Erstmals wurde ein offizielles Rennen der Yachten zur Travemünder Woche in der Trave angeschossen. Seebahn-Chef Uwe Wenzel hatte lange darüber gegrübelt, ob und wie er das Experiment wagen sollte. Die Windrichtung spielte ihm nicht in die Karten, denn die Brise stand genau in die Trave hinein, forderte viele Kreuzschläge von den Crews, um auf die offene See hinaus zu kommen. Trotzdem wurde der Start für 17.05 Uhr angesetzt und durchgezogen.

Die Spanier führen das Feld der Vaurien klar an. Foto: segel-bilder.de

Ausschlafen hieß es für die Segler der Travemünder Woche am fünften Regattatag. Nach den Erfahrungen der vergangenen Tage, als sich die Seebrise erst am Nachmittag auf den Bahnen eingestellt hatte, und einer unveränderten Wetterlage hatte Gesamt-Wettfahrtleiter Anderl Denecke verlängerte Bettruhe verordnet und den Start in den Tag auf 14 Uhr angesetzt. Eine perfekte Terminierung, wie sich zeigte. Die Sonne warf am Mittag mit der aufsteigenden Hitze über dem Land die Windmaschine an, und pünktlich gingen die Athleten in den fünf Meisterschaftsklassen sowie zur Ranglistenregatta der Kielzugvögel an den Start.

Die Trave Races nahe an der Travepromenade sind wieder ein hungucker zur TW. Foto: segel-bilder.de

Die Trave Races sind auch in diesem Jahr wieder der Hingucker bei der Travemünder Woche. Viele Besucher kommen gerade wegen dieser Showrennen an den Nachmittagen an die Travepromenade. Und wenn die Wettfahrten einmal ausfallen, dann gibt es im Regattabüro viele Nachfragen.

Im Wechsel zwischen Auslaufen und Warten agierten die Laser. Foto: segel-bilder.de

Neben den RS-Klassen beendeten auch die Finns sowie die Dyas und Trias ihren Auftritt bei der Travemünder Woche 2018. Gerade die Kielboote mussten dabei lange um eine Wertung mit vier Wettfahrten kämpfen. Bis in die Abendstunden waren auch die Meisterschaftsklassen auf dem Kurs. Während es für die Vaurien (Weltmeisterschaft) und die Flying Junior (EM) sowie die beiden Laser-Klassen (4.7 und Radial) bei den Deutschen Jugendmeisterschaften bereits der zweite lange Tag in Folge war, starteten die Varianta erst am heutigen Dienstag in ihre Deutsche Meisterschaft.

Die RS-Klasse ist eine lustige Gemeinschaft, die gern in Travemünde segelt. Foto: segel-bilder.de

Travemünde ist für die RS-Klassen immer wieder ein gutes Pflaster. Vor drei Jahren segelten die RS Feva hier ihre Weltmeisterschaft, vor zwei Jahren kam die große Klassenvereinigung gleich mit diversen internationalen Meisterschaften in den unterschiedlichen RS-Klassen. 2017 musste die aus Großbritannien stammende Jollenschmiede zwar auf die Travemünder Woche verzichten, da mit den Deutschen Jugendmeisterschaften an Land und auf dem Wasser alle Plätze besetzt waren.

Motorbootfahrer und Filmemacher bilden zur TW ein Team. Foto: Katrin Heidemann

Nicht nur die Segler gehen bei der Travemünder Woche täglich aufs Wasser. Auch zahlreiche Medienvertreter fahren mit Pressebooten zu den Regattabahnen, um das Segelgeschehen mit der Foto- oder Fernsehkamera festzuhalten. Möglich machen das  rund eine Handvoll Bootsführer, die ausschließlich für die Presse zur Verfügung stehen.

Anderl Denecke hat sich bestens in die TW-Verantwortung eingefügt. Foto: segel-bilder.de

Mit Andreas „Anderl“ Denecke hat die Travemünder Woche in diesem Jahr einen neuen Gesamtwettfahrtleiter (Principal Race Officer, PRO). Der 47-Jährige vertritt Brian Schweder, der aufgrund der Erkrankung seines Sohnes familiär gefordert ist. Denecke hat die nötige internationale Lizenz, um ein Großevent wie die Travemünder Woche leiten zu dürfen. Schon in den vergangenen Jahren war er als Wettfahrtleiter – vor allem der Bundesliga – zur TW aktiv. Bei anderen großen Regatten wie diversen Deutschen Meisterschaften sowie der Traunseewoche in Österreich hat der Sanierungsexperte in einer Schweizer Bank sein Geschick für die Leitung hochrangiger Regatten bewiesen. Die TW ist aber das bisher größte Event in verantwortlicher Position für Denecke. Nach vier TW-Tagen kann er eine 100-Stunden-Bilanz seiner Amtszeit vorlegen.

Tobias Schadewaldt feierte mit seinen Teamkollegen den Sieg vor Travemünde. Foto: segel-bilder.de

Der Segelsport folgt den Spuren des Fußballs und wandelt mit der Segel-Bundesliga doch auf ganz eigenen Pfaden. Denn während im großen Vorbild der Norden aktuell keine Rolle spielt, ist er beim Segeln absolute Spitze. Beim dritten Act der aktuellen Saison im Rahmen der Travemünder Woche eroberte der NRV Hamburg die Tabellenspitze in der Ersten Liga zurück und schwenkte damit ein auf Kurs Titelverteidigung. Auch in der Zweiten Liga gibt Hamburg durch den Tabellenführer Mühlenberger SC den Ton an.

Uwe und Juliane Barthel genießen die gemeinsam Zeit zur Travemünder Woche. Foto: segel-bilder.de

Die Travemünder Woche ist für einige Segler nicht nur eine spannende Regattawoche, sondern auch ein Familientreffen. Genauso geht es dem Tochter-Vater-Gespann Juliane und Uwe Barthel vom Segel-Club Dümmer. Die in Marburg lebende Juliane Barthel startet in der Bootsklasse RS Aero, ihr Vater aus Osnabrück bei den Finns.

Schöne Sommerbilder liefern die Segler derzeit zur Travemünder Woche. Foto: segel-bilder.de

Die Hitze hat Schleswig-Holstein fest im Griff – so sehr, dass es für Dienstag sogar eine Hitzewarnung der Wetterdienste gibt. Doch hitzefrei ist für die Athleten nicht drin. Immerhin durften sie am heutigen Montag lange Siesta halten, da die Mittagshitze jede Aktivität und auch den Wind erdrückte. Wie von den Wetterprofis von WetterWelt angekündigt, setzte sich dann am späten Nachmittag noch eine Seebrise durch, so dass alle zehn Klassen noch auf den Kurs gingen. Damit gelang auch der Einstieg in die Meisterschaften, denn so wohl der Laser-Nachwuchs mit den Deutschen Jugendmeisterschaften in zwei Disziplinen (Laser 4.7 und Laser Radial) als auch die Vaurien mit ihrer Weltmeisterschaft und die Flying Junior mit der EM starteten in ihre Titelkämpfe.


Die "Akka" holte sich den Gesamtsieg der ORC-Yachten. Foto: segel-bilder.de

Kurzarbeiter auf der Seebahn: Das erste Wochenende der Travemünder Woche ist traditionell als Mittelstrecken-Regatta für die Yacht-Crews ausgeschrieben. Im scheinbar unendlichen Sommer anno 2018 bekamen die Mannschaften aber zwischenzeitlich hitzefrei, so dass am Ende der zwei Tage lediglich eine kurze Mittelstrecke und eine Up-and-Down-Wettfahrt standen – immerhin. Denn so konnten nach zwei Wettfahrten die ersten Sieger der TW im 129. Jahr gekürt werden.

Der NRV führt das Erstliga-Feld an. Foto: segel-bilder.de

Die Bundesliga-Segler erwiesen sich in den beiden Tagen mit schwierigen Windbedingungen vor Travemünde als fleißige Bienchen. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag harrten sie lange auf den Bahnen aus, um ein volles Programm in die Liste zu bekommen. Und die Beharrlichkeit von Wettfahrtleitung und Akteuren zahlte sich aus. Zwölf der geplanten 15 Flights sind gesegelt. Damit ist eine faire Wertung für den dritten Act der aktuellen Saison bereits gesichert. Der Montag ist somit fast ein Schaulaufen für die besten Mannschaften.

Fabian Lemmel führt das Feld der Finns souverän an. Foto: segel-bilder.de

Schwer wie eine Bleischürze legte sich die schwüle Sommerhitze an Regattatag zwei der Travemünder Woche über der Lübecker Bucht und machte den Regattasport zu einem schwierigen Geschäft. Nach einer Startverschiebung am Vormittag – lediglich die Segel-Bundesliga lief zum Start aus, beorderte Gesamtwettfahrtleiter Andreas Denecke die Flotten am Mittag auf die Bahn, um gegen 13 Uhr starten zu können.

Dirk Gramkow verbringt den Sommer in Europa. Foto: segel-bilder.de

Als Vertreter eines Vereins aus Muscat im Oman (Ras al Hamra Sailing Club), aber mit deutschen Wurzeln tritt Dirk Gramkow bei der Travemünder Woche an. Der 53-Jährige nutzt seinen mehrwöchigen Ausflug zu Regatten in Europa, um dem heißen Sommer auf der arabischen Halbinsel zu entfliehen.


Zwischenzeitlich hatten die Yachten gute Bedingungen bei ihrer verkürzten Mittelstrecke. Foto: segel-bilder.de

Zum ersten Tag der Travemünder Woche wurden die Frühstarter zu Spätstartern. Die Seesegler und die Wettfahrtleitung um Uwe Wenzel waren am frühen Samstagmorgen zwar bestens vorbereitet, aber der Wind brauchte noch etwas, um auf Touren zu kommen. So hing zum geplanten Auftakt der Travemünder Woche zunächst der AP-Wimpel als Zeichen der Startverschiebung am Fahnenmast. Gegen Mittag hatte sich aber eine leichte Brise mit neun Knoten in Böen aufgebaut, und die Flotte konnte auf den Kurs geschickt werden.



Die Finns segelten zwei Rennen und das Trave Race. Foto: segel-bilder.de

Leichte und drehende Winde, aber durchaus Bedingungen für einen erfolgreichen ersten Segeltag prägten das Bild auf der Jollenbahn zum Start in die Travemünder Woche. Die olympischen Finn Dinghys und die drei RS-Klassen segelten zwei (Finns) bzw. drei Wettfahrten. Und an den Spitzen der Klassen präsentierten die Athleten zum Teil herausragende Leistungen.


Herzlich wurden die internationalen Segler zur Travemünder Woche begrüßt. Foto: segel-bilder.de

Mit Teilnehmern aus 24 Nationen, die von allen Kontinenten nach Travemünde gereist sind, bringt die 129. TW ein multinationales Feld der Extraklasse an den Start. Und alle Teilnehmer sollen sich entsprechend gut aufgehoben fühlen bei der weltschönsten Regatta. Daher wird ihnen natürlich mit den entsprechenden Landesflaggen ein Stück Heimat geboten.



Zwölf Angolaner sind zur WM nach Travemünde angereist. Foto: Katrin Heidemann

Herzliches Lachen erklingt zwischen den großen Kuppelzelten am Travemünder Grünstrand. Sätze auf Portugiesisch fliegen am Frühstückstisch hin und her. Eine große Nationalflagge in Gelb auf schwarzem und rotem Grund hängt an einem der Zelte. Das Segelteam aus Angola hat sich gut bei der Travemünder Woche eingelebt und machte sich gestern bestens gelaunt auf den Weg zur Vermessung der Boote für die World Championships der Bootsklasse Vaurien.