Regatta News

Dr. Michael Brandt (rechts), Vorstandsmitglied der Volksbank, und Wettfahrtleiter Stefan Uden übergaben die Siegertrophäen an die erfolgreichen Franzosen Fatti Matteo und Duflos Sam. Foto: segel-bilder.de

Das Volksbank Trave Race der O'pen Skiff-Klasse stand am Freitagabend ganz im Zeichen der Jugendarbeit. Denn die Volksbank Lübeck hatte für das Showsegeln der Jugendklasse drei Geldprämien für die ersten Drei ausgelobt.

Hasso Hoffmeister (rechts) ist als Schiffbau-Ingenieur in das Class Rules Commitee des America's Cup berufen worden. Foto: segel-bilder.de

Das Organisationskomitee des kommenden America's Cup hat wichtige Posten für den Rennablauf und die Einhaltung des Regelwerks für den Cup 2021 besetzt. Unter den von Titelverteidiger Emirates Team New Zealand und dem ersten Herausforderer (Prada, Italien) ausgewählten Experten befindet sich auch Hasso Hoffmeister. Der Schiffbau-Experte aus Hamburg ist ins Komitee für die Interpretation der Klassenregeln (Class Rules Committee) berufen worden.

Spaß hatten die Formula-18-Katamarane bei Top-Bedingungen an ihrem ersten Tag zur Travemünder Woche. Fotos: segel-bilder.de

Die Windmaschine in der Lübecker Bucht ist warmgelaufen. Die Hitze der Hundstage aus Südeuropa bringt die Regatten der Travemünder Woche in Schwung. Schon in den späten Vormittagsstunden baute sich die Seebrise auf und ließ auf den Regattabahnen für die acht Jollen- und Katamaranklassen die ersten Wettfahrten zu. Bis zum Nachmittag war das volle Programm abgespult. Das Fleißkärtchen des Tages ging an die Formula 18. Die Katamarane segelten vier Wettfahrten.

Eng war es in der Trave zum Start der Langstrecke. Foto: segel-bilder.de

Es wurde eng, es wurde laut, es war nichts für schwache Nerven: Der Start zur Langstrecke zur Deutschen Meisterschaft der Zweihand-Crews war ein Krimi auf des Messers Schneide. Elf Yachten tummelten sich kurz vor 17 Uhr auf der Enge zwischen Travemünde und „Passat“, um die beste Startposition zu ergattern. Sie kämpften um jeden Millimeter – wohlwissend, dass noch über 100 Seemeilen und damit rund ein kompletter Tag harter Wettkampfsport vor ihnen liegen. Fahrtensegler und Luxus-Yachteigner sorgten mit ihrem unerwarteten Auftritt dafür, dass das Gedrängel eine zusätzliche Würze erhielt.

Die J/0 segelten zum Auftakt drei Rennen. Fotos: segel-bilder.de

Am Morgen schien es, als würde es ein erneut schwieriger Tag auf der Ostsee für die Travemünder Woche werden. Doch gen Nachmittag setzte sich die Seebrise durch und ermöglichte in allen Klassen ein kompaktes Programm. Gesamt-Wettfahrtleiter Anderl Denecke war am Abend entsprechend zufrieden: „Super! Ich denke es geht morgen so weiter.“

Die Travemünder Woche liegt den O'pen Skiff als Revier für ihre internationalen Meisterschaften. Foto: segel-bilder.de

Mit der Europameisterschaft der O'pen Skiff bringt die junge Klasse zum zweiten Mal innerhalb von fünf Jahren ein internationales Top-Event an die Trave-Mündung. 2014 segelten die jungen Akteure noch unter dem Klassennamen O'pen Bic an gleicher Stelle ihre Weltmeisterschaft aus. Jetzt wurde der Markenname Bic durch Skiff ersetzt – auch um die Nähe zum Skiffsegeln zu dokumentieren. Fast 90 Akteure aus sieben Nationen wollen dabei sein. Für die Deutschen wird es dabei wohl vor allem darum gehen, sich von den führenden Nationen etwas abzugucken und den Anschluss an die internationale Spitze wieder herzustellen.

Im vergangenen Jahr war die Premiere des Starts vor der "Passat" ein gelungenes Ereignis. Foto: segel-bilder.de

Zur Siegerehrung der IDM Seesegeln humpelte Knut Freudenberg von der „Halbtrocken“ auf Krücken zum Podest, um seinen Preis als Zweitplatzierter der ORC III entgegenzunehmen. Doch damit hat der Orthopäde noch nicht genug. Trotz der Knieverletzung, die er sich zur Kieler Woche zugezogen hat, will er am Donnerstagabend auch in die Meisterschaftspremiere des Offshore-Segeln für Zwei-Personen-Crews starten. Mit Partner Niels Reichert bildet Freudenberg eines von elf Teams, die von Wettfahrtleiter Uwe Wenzel auf den Kurs geschickt werden.

Die Zwölfer "Trivia" und "Cintra" sorgten zum Volksbank Rotospon Cup für ein prächtiges Bild auf der Trave. Foto: segel-bilder.de

Der Volksbank Rotspon Cup gehört bereits seit 2004 zu den Publikumsmagneten der Travemünder Woche. Zum 16. Mal fiel heute Mittag der Startschuss zu dem traditionellen Segel-Duell auf den historischen Zwölfern „Trivia“ und „Cintra“. Finanzministerin Monika Heinhold forderte den Lübecker Bürgermeister Jan Lindenau heraus. Mit Erfolg: Sie gewann mit 2:1 und ist die zweite Frau, die beim Volksbank Rotspon Cup gewonnen hat.

Phillip Kasüske ist der souveränste Sieger der bisherigen TW. Foto: segel-bilder.de

Er ist der überlegendste Sieger der Travemünder Woche 2019: Phillip Kasüske. Der Berliner hatte bei seinem fünften Start zur TW die Konkurrenz der Finn-Dinghys jederzeit im Griff, segelte ausschließlich Siege ein. Nicht unerwartet, denn der Sportsoldat ist als Nationalmannschaftssegler ein Profi unter Amateuren. Und so war die Travemünder Woche für ihn „ein Regatta-Training, um Wasserstunden zu sammeln“.

Die "Intermezzo" von Jens Kuphal segelte mit ihrem ersten Saisonsieg zu ihrem ersten IDM-Sieg im Seesegeln. Fotos: segel-bilder.de

Zum Abschluss der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM) im Seesegeln starteten die Yacht-Crews noch mal einen Versuch, eine Mittelstrecken-Wettfahrt über den Kurs zu bringen. Doch nach einer dreiviertel Stunde lag die Flotte in bleierner Stille. Wettfahrtleiter Uwe Wenzel beendete entsprechend den Stillstand und brach das Rennen ab. Damit war auch die Meisterschaft entschieden, und die „Intermezzo“ von Jens Kuphal (Berlin), die „Immac Fram“ mit Skipper Kai Mares (Dänischenhagen) sowie die „nemo“ von Uwe Kleinvogel (Rostock) konnten als jeweilige Meister ihrer Klasse den Hafen ansteuern.

Statt Wettfahrten zu segeln, übten sich die Segler im Baden. Foto: segel-bilder.de

Der Sommer kam, der Wind blieb aus: Tag vier der Travemünder Woche litt auf dem Wasser unter der Hitze über Land, die für eine Thermik sorgte, die dem Gradientwind entgegenstand. Zwar versuchten die Wettfahrtleitungen auf den verschiedenen Bahnen, noch Rennen über den Kurs zu bringen. Bis zum Nachmittag geland das aber nur den Trias für eine Wettfahrt. Bis in die Abendstunden hinein probierten schließlich die Jugendlichen in den beiden Laser-Klassen, für ihre Meisterschaften noch einige Rennen in die Liste zu bekommen.

Die "Immac Fram" sammelte bisher Sieg um Sieg. Foto: segel-bilder.de

Nach einem anstrengenden Tag am Sonntag gab es für die Seesegler zur ihrer IDM am Montag nur Kurzarbeit. Der flaue Wind ließ lediglich ein Rennen zu. Zwar wartete Wettfahrtleiter Uwe Wenzel noch eine längere Zeit in der Hoffnung auf die Rückkehr auf Wind, schickte die Flotte dann aber am frühen Nachmittag auf die Heimreise. Zum Abschluss der Meisterschaft steht nun am Dienstag noch die Mittelstrecke auf dem Programm, zu der die Gruppen zwischen 25 und 35 Seemeilen segeln sollen. Wie die Langstrecke ist auch die Mittelstrecke mit einem Faktor (1,3) versehen und kann in der Endabrechnung nicht gestrichen werden. Deshalb sind die aktuell Führenden in den Klassen noch keineswegs auf sicherem Titelkurs.

Tim Conradi, Leonard Stock und Christoph Möhring (von links) bildeten das Podium der Laser-Standard-Segler. Foto: segel-bilder.de

An Tag drei der Travemünder Woche gab es neben den Ligen auch die ersten Sieger auf den Dreiecksbahnen. Die Laser Standard und Laser Radial beendeten ihre Wettbewerbe, während die Laser-Jugend erst den Auftakt zu ihren Meisterschaften absolvierte. Vorentscheidungen vor dem morgigen Abschluss in ihren Klassen fielen bei den 505ern, Finns und Trias. Allerdings war es ein schwieriger Tag mit leichten und drehenden Winden, an dem zumindest die Klassen mit spätem Starttermin nun bedingt zum Zuge kamen.

Der Württembergische YC segelt am Schlusstag zum Bundesliga-Sieg vor Travemünde. Foto: segel-bilder.de

Nach zwei perfekten Tagen mit zügigen Wettfahrten geriet das Programm der Liga an Tag drei zwar etwas ins Stocken, konnte aber dennoch ein ansehnliches Pensum absolvieren. In Flaute und Dauerregen segelten die 18 Teams der Ersten Segel-Bundesliga sogar ihre komplette Anzahl von 48 Rennen, die Junioren Segel-Liga brachte es immerhin auf 36 Wettfahrten. Mit dem Württembergischen YC (Bundesliga) und dem Düsseldorfer YC (Junioren-Liga) zeigten Mannschaften aus dem Binnenland ihre Siegerqualitäten bei wechselnden Bedingungen.

Konzentrierte Arbeit an Bord führte die "Intermezzo" auf Platz eins der ORC I+II. Foto: segel-bilder.de

Durchatmen hieß es bei den Big-Boat-Seglern nach der harten Langstrecke am Samstag. Wettfahrtleiter Uwe Wenzel hatte den Crews eine längere Ausschlafphase gegönnt, nachdem der Auftakt zu der Deutschen Meisterschaft der Seesegler bis 23:01 Uhr gedauert hatte. Dann hatte auch die letzte Crew den Kurs absolviert, der die Mannschaften über 35 bzw. 55 Seemeilen geführt hatte. Um 12 Uhr am Sonntag ging es dann zu drei Kurzwettfahrten wieder auf den Kurs.

Für Lena und Wolfgang Stückl ist die 505er-Bestenermittlung eine tolle Gelegenheit zum Tochter-Vater-Segeln. Foto: segel-bilder

Es war ein Tag zum Schwärmen für Anderl Denecke. Regattatag zwei der Travemünder Woche ließ es zu, dass sich der Gesamt-Wettfahrtleiter selbst ein intensives Bild auf dem Wasser machte und auf der Ostsee Wind und Wellen genoss. Am Tag zuvor hatte er noch konzentriert das Wetter am Computer beobachten müssen. „Es war ideal heute: 15 bis 18 Knoten Wind, dazu kaum drehend und herrliches Wetter. Perfektes Segeln.“ Einziger Wermutstropfen war eine Kursirritation bei den 505ern im letzten Rennen des Tages, die zu einem Protest an Land führte.

Ulrike Sündermann, Alexander Heckel und Sven Slowak (von rechts) zeigen das Wettersystem, das von den BOS-Organisationen genutzt wird. Foto: segel-bilder.de

Es war ein Wetter-Szenario, das vor wenigen Jahren den Regatta-Verantwortlichen schweißnasse Hände und nervöse Zuckungen bereitet hätte. Wahrscheinlich hätte es nur ein schmales Segelprogramm gegeben. An diesem Samstag, dem Auftakt zur Travemünder Woche, aber war der Oberste Wettfahrtleiter Anderl Denecke ganz entspannt – trotz der Unwetterwarnung von WetterWelt am Morgen und trotz erster heftiger Gewitter über dem deutschen Westen am Nachmittag. Um 15 Uhr schlenderte Denecke in ansteigend schwüler Hitze zum ausgebauten LKW von Wasserwacht und THW. Nicht etwa, weil der Ausbau bestens klimatisiert ist, sondern weil sich im Inneren so etwas wie das Sicherheits-Lagezentrum der Travemünder Woche verbirgt.

Jan-Philipp Hofmann und Felix Brockerhoff steuern nach dem ersten Tag auf Titelkurs bei den 505ern. Fotos: segel-bilder.de

Sonne, Hitze, eine angenehme, leicht pendelnde Brise: Zum Auftakt der Travemünder Woche im 130. Jahr knüpften die Bedingungen an das Karibik-Feeling von 2018 an. In den fünf Wettbewerben auf den Dreiecksbahnen konnte schnell gearbeitet werden. Nach zwei Rennen durften die Akteure noch die Sonne genießen und konnten den Segeltag nach dem Blick auf die Ergebnisliste verarbeiten, bevor am Abend eine Sturmfront über Travemünde hinwegfegte.

Die Meisterschaft der Seesegler wurde am Mittag bei guten Bedingungen mit der Langstrecke gestartet. Foto: segel-bilder.de

Langer Törn für die Seesegler zum Auftakt ihrer Internationalen Deutschen Meisterschaft. High Noon schickte Seebahn-Wettfahrtleiter Uwe Wenzel die Flotte der 40 seegehenden Yachten in drei Starts auf den Kurs durch die Lübecker Bucht in Richtung Fehmarn. Was lange nach einem schnellen und angenehmen Törn aussah, endete in einer heftigen Böenwalze, die am Abend in einer Gewitterzelle über die Lübecker Bucht hinwegzog. Während sich die seegehenden Schiffe mit ihren Crews durch das Unwetter kämpfen mussten, waren die Jollen und Liga-Crews auf den innenliegenden Bahnen rechtzeitig an Land beordert worden.

Lina Rixgens taufte gemeinsam mit Karsten Meier von der DKMS ihren Mini zur TW. Foto: Katrin Heidemann

Ein großer Blumenkranz schmückte Freitagabend den Bug der Wevo 6.5 der deutschen Offshore-Seglerin Lina Rixgens. Der Grund: Sie taufte im Rahmen der 130. Travemünder Woche ihr neues Boot und wird es direkt ab Donnerstag bei der IDM Offshore Double Handed testen. Die Seglerin überquerte 2017 als erste deutsche Frau die Ziellinie der Hochsee-Regatta Mini Transat. In Anlehnung an den America's Cup-Film „Wind" heißt Rixgens neuer Mini „Whomper".