Regatta News

Eine große Schar an Seglern ist zur LJM auf dem Mövenstein vertreten. Foto: segel-bilder.de

TW 2019: TW erhält Zuschlag für die IDM Seesegeln

Comeback nach 14 Jahren: IDM der Seesegler 2019 zur TW

Darauf haben die Organisatoren der Travemünder Woche jahrelang hingearbeitet. Im 130. Jahr (19. bis 28. Juli) werden die Bemühungen endlich wieder belohnt: Der Saisonhöhepunkt der deutschen Seesegler, die Internationalen Deutschen Meisterschaften der ORCi-Klassen, wurden am Freitagabend bei der Sitzung des Seesegel-Ausschuss‘ im Deutschen Segler-Verband (DSV) an die Travemünder Woche vergeben. Damit kehrt das Event nach 2005 wieder in die Lübecker Bucht zurück.

Eine große Schar an Seglern ist zur LJM auf dem Mövenstein vertreten. Foto: segel-bilder.de

LJM: Geduld der Segler wurde belohnt

Später, aber gelungener Auftakt der Landesjugendmeisterschaften Schleswig-Holstein in neun Segel-Disziplinen in Travemünde: Bei schönstem Spätsommerwetter baute sich zum Nachmittag hin eine leichte Brise in der Lübecker Bucht auf und ließ auf den beiden Regattabahnen noch zwischen zwei und vier Rennen zu. Die rund 300 Segler wurden zum Start in die Titelkämpfe zwar auf eine harte Geduldsprobe gestellt, als sie mehrere Stunden am Startschiff ausharren mussten, bis die Rennen gestartet werden konnten. Dann aber kamen sie immer besser in Fahrt, so dass einige Segler nach getaner Arbeit gern etwas länger auf dem Wasser geblieben wären, um noch ein paar Wettfahrten einzufahren. So aber wurde am Abend entspannt gemeinsam gegrillt, um für den morgigen Sonntag gestärkt zu sein, wenn die LJM in die entscheidende Phase geht.

Das Abschlussfeuerwerk sorgte noch einmal für einen emotionalen Höhepunkt der 129. TW.. Foto: segel-bilder.de

Bei dieser TW blieben keine Wünsche offen

„Karibisch“ – so lautete das meist benutzte Attribut, wenn es um die Beschreibung der 129. Travemünder Woche ging. Kaum ein Segler, Organisator oder Besucher, der beim Segel- und Festivalevent nicht ins Schwärmen geriet. Zu Sommer und Sonne gesellte sich – meist in den Nachmittagsstunden – eine leichte Brise. In der zweiten Wochenhälfte gab es sogar stärkere Winde und damit ein Regattaprogramm ohne große Abstriche. Eine kleine Unwetterzelle am zweiten Samstag konnte problemlos abgewettert werden, und die Besucher feierten in lockerer Atmosphäre über zehn Tage in die tropischen Nächte hinein. Über 800.000 Gäste besuchten das Festivalareal, das mit mehreren Bühnen, Aktionsflächen und Eventzelten rund 200 Programmpunkte bot. Mit dem feierlichen Höhenfeuerwerk am Sonntagabend verabschiedete sich die TW in das nächste Jahr, wenn vom 19. bis 28. Juli das 130. Jahr dieser größten wiederkehrenden Veranstaltung der Hansestadt gefeiert wird.

Konstantin Steidle, Alexandra Lauber, Patrick Hasse und Jonathan Koch segelten zum Premierensieg in der Champions League. Fotos: segel-bilder.de

Überlingen gewinnt Finalkrimi der Champions League

Der Bodensee YC aus Überlingen ist der erste Sieger der Youth Sailing Champions League (YSCL). Die Mannschaft um Konstantin Steidle nutzte das neue Finalformat, um mit zwei Siegen noch von Rang drei auf den Goldplatz zu stürmen und dem KDY aus Kopenhagen die fast schon sichere Trophäe zu entreißen. In einem Finalkrimi kreuzten die beiden Clubs im Sekundenabstand die Ziellinie – mit einem minimalen Vorsprung für das Team vom Bodensee, das den Sieg mit einem Bad in der Ostsee feierte.

Justus Wolf/Maximilian Said gewannen die F18-Konkurrenz. Foto: segel-bilder.de

Machtspiele der Windsysteme

Zum Abschluss der Travemünder-Woche-Regatten gab es noch einmal einen harten Kampf auf dem Wasser. Ein Kampf der Windsysteme! Am Morgen stand noch ein leichter Westwind über Travemünde – Nachwirkungen des Unwetters vom Samstagabend. Doch mit der Sonne setzte sich eine östliche Windlage mit thermischen Einflüssen durch. Diese beiden Winde standen gegeneinander, hoben sich mitunter auf, bevor tatsächlich der Ostwind den Kampf gewann. Zu spät für die meisten Segler. Die Wettfahrten der Formula 18, O-Jollen und Seesegler wurden für den Abschlusstag abgesagt, so dass das Ergebnis vom Vortag Bestand hatte.

Der kleine Hobie-Trimaran ist perfekt, um trotz Behinderung auf das Wasser zu gehen. Foto: Katrin Heidemann

Der perfekte Sport für Menschen mit Behinderung

Schnuppersegeln als Inklusionssport hat seine Premiere zur Travemünder Woche gefeiert. Gleich zwei Vereine bieten Wassersport-Schnupperangebote an der Nordermole an: „Sail United“ aus Lübeck und „Meer erleben“ vom Wittensee. Stand-Up-Paddling sowie das Segeln im „Hobie Tandem Island“ und in Jollen der Venture-Klasse stehen auf dem Programm..


Mewes Wieduwild fuhr zum souveränen Sieg bei den Laser 4.7. Foto: segel-bilder.de

Internationale Teams räumten die Medaillen ab

Mit dem Abschluss von fünf Meisterschaften erlebte die Travemünder Woche am heutigen Samstag ihren dramaturgischen Höhepunkt. Die Weltmeisterschaften der Vaurien, die europäischen Titelkämpfe der Flying Junior, die German and Dutch Open der 5.5mR sowie die beiden Deutschen Jugendmeisterschaften der Laser 4.7 und Laser Radial wurden in einem zügigen Programm über die Bahn gebracht – rechtzeitig, bevor sich jegliche Gewitterzelle in die Lübecker Bucht verirren konnte. Aufgrund der Unwetterwarnung standen die Wettfahrtleitungen in einer engen Kommunikationskette mit den Wetterdiensten in Verbindung. Die befürchteten Gewitterzellen zogen bis zum Nachmittag aber alle aus dem Süden kommend zur Nordsee ab, so dass alle Segler sicher in den Hafen kamen, bevor es dann doch noch kurz zu stürmen begann.

Michael Hotho und Jochen Wiepking bringen fast 150 Jahre Lebenserfahrung an den Start. Foto: segel-bilder

145 Jahre Lebenserfahrung an der Startlinie

Regattasegeln kennt kein Alter. Das beweist Jochen Wiepking vom Segler Verein Großenheidorn in Niedersachsen. Der 87-Jährige segelt bei der Travemünder Woche als Vorschoter von Michael Hotho in der Bootsklasse Kielzugvogel mit.

Am siebten Regattatag kam der Wind nach Travemünde. Foto: segel-bilder.de

Spaß unter Spinnaker

Kontrastprogramm am Freitag der Travemünder Woche: Nach Tagen der leichten und mittleren Brise gab es diesmal Wind und Böen satt. Nicht ohne Folgen für das Geschehen auf dem Wasser: Es gab Kenterungen, Bruch an den Booten und Teams, die es vorzogen, vorzeitig an Land zu fahren. Alle Hände voll zu tun, hatten auch die Wettfahrtleitungen und Crews der Sicherungsboote, um ihre Schäfchen im Auge zu behalten.

Die "Xenie" passierte das Zeil als Erste. Foto: segel-bilder.de

Diese Nacht wird unvergesslich bleiben

Von dieser Langstrecken-Regatta werden die Seesegler der Travemünder Woche noch lange zehren: ein spektakulärer Start in der Trave, eine traumhafte Sommernacht mit guten Segelbedingungen und eine Zielankunft unter Spinnaker in entspannter Morgenatmosphäre vor der Passat. Das Nachtrennen der Travemünder Woche fühlte sich für die Crews an, als sei es in südliche Gefilde verlegt worden.

Din 5.5er sorgten für schöne Bilder auf der Bahn. Foto: segel-bilder.de

In T-Shirt und kurzer Hose durch die TW

Nach einem relativ ruhigen Bergfest der Travemünder Woche auf den Bahnen in der Lübecker Bucht, steigert sich das Geschehen wieder bis zum Samstag. Am Donnerstag wurde für die O-Jollen und Formula 18 eine weitere Bahn eröffnet, die 5.5mR gesellten sich zu den Kielzugvögeln und Variantas, außerdem arbeiten die Vaurien (WM), die Flying Junior (EM) und die Laser-Jugendlichen (IDJM) weiter hart an ihrem Meisterschaftsprogramm. Mit guten Winden ab dem Mittag wurden die Akteure für ihre Geduld in den vergangenen Tagen belohnt.

Kurze Rennen, klar erkennbarer Sieger

Startschuss zu einer Premiere im Segelsport: Zum Abschlusswochenende bietet die Travemünder Woche in Zusammenarbeit mit der Agentur Konzeptwerft aus Hamburg ein neues Format an: Nach dem Vorbild der Segelbundesliga wird weltweit erstmalig die Youth Sailing Champions League (YSCL) ausgetragen. 18 Mannschaften mit Akteuren zwischen 16 und 23 Jahren werden in kurzen, knackigen Rennen die Sieger ermitteln. Doch die Athleten aus acht Nationen werden nicht nur in den eingefahrenen Spuren des Ligasegelns agieren, vielmehr sollen sie mit ihren Regatten ein neues Format testen, das vielleicht Beispielcharakter für olympische Wettbewerbe haben könnte. 

Mit dem Start in der Trave wurden die Seesegler in ihre Nachtregatta verabschiedet. Foto: segel-bilder.de

Experiment geglückt: Startspektakel in der Trave

Es war eng, und es lag eine leicht gespannte Stimmung in der Luft: Zehn Yachten tummelten sich am Donnerstagabend in der Trave, kreuzten von links nach rechts, forderten Vorfahrt und wichen sich aus. Das Szenario zum Start der Seesegel-Langstrecke hätte spannender kaum sein können. Erstmals wurde ein offizielles Rennen der Yachten zur Travemünder Woche in der Trave angeschossen. Seebahn-Chef Uwe Wenzel hatte lange darüber gegrübelt, ob und wie er das Experiment wagen sollte. Die Windrichtung spielte ihm nicht in die Karten, denn die Brise stand genau in die Trave hinein, forderte viele Kreuzschläge von den Crews, um auf die offene See hinaus zu kommen. Trotzdem wurde der Start für 17.05 Uhr angesetzt und durchgezogen.

Die Spanier führen das Feld der Vaurien klar an. Foto: segel-bilder.de

Souveräne Führende bei den Meisterschaften

Ausschlafen hieß es für die Segler der Travemünder Woche am fünften Regattatag. Nach den Erfahrungen der vergangenen Tage, als sich die Seebrise erst am Nachmittag auf den Bahnen eingestellt hatte, und einer unveränderten Wetterlage hatte Gesamt-Wettfahrtleiter Anderl Denecke verlängerte Bettruhe verordnet und den Start in den Tag auf 14 Uhr angesetzt. Eine perfekte Terminierung, wie sich zeigte. Die Sonne warf am Mittag mit der aufsteigenden Hitze über dem Land die Windmaschine an, und pünktlich gingen die Athleten in den fünf Meisterschaftsklassen sowie zur Ranglistenregatta der Kielzugvögel an den Start.

Die Trave Races nahe an der Travepromenade sind wieder ein hungucker zur TW. Foto: segel-bilder.de

Trave Race als Erlebnis für Segler und Zuschauer

Die Trave Races sind auch in diesem Jahr wieder der Hingucker bei der Travemünder Woche. Viele Besucher kommen gerade wegen dieser Showrennen an den Nachmittagen an die Travepromenade. Und wenn die Wettfahrten einmal ausfallen, dann gibt es im Regattabüro viele Nachfragen.

Im Wechsel zwischen Auslaufen und Warten agierten die Laser. Foto: segel-bilder.de

Nachsitzen auf den Jollenbahnen

Neben den RS-Klassen beendeten auch die Finns sowie die Dyas und Trias ihren Auftritt bei der Travemünder Woche 2018. Gerade die Kielboote mussten dabei lange um eine Wertung mit vier Wettfahrten kämpfen. Bis in die Abendstunden waren auch die Meisterschaftsklassen auf dem Kurs. Während es für die Vaurien (Weltmeisterschaft) und die Flying Junior (EM) sowie die beiden Laser-Klassen (4.7 und Radial) bei den Deutschen Jugendmeisterschaften bereits der zweite lange Tag in Folge war, starteten die Varianta erst am heutigen Dienstag in ihre Deutsche Meisterschaft.

Die RS-Klasse ist eine lustige Gemeinschaft, die gern in Travemünde segelt. Foto: segel-bilder.de

RS-Klassen kommen gern nach Travemünde

Travemünde ist für die RS-Klassen immer wieder ein gutes Pflaster. Vor drei Jahren segelten die RS Feva hier ihre Weltmeisterschaft, vor zwei Jahren kam die große Klassenvereinigung gleich mit diversen internationalen Meisterschaften in den unterschiedlichen RS-Klassen. 2017 musste die aus Großbritannien stammende Jollenschmiede zwar auf die Travemünder Woche verzichten, da mit den Deutschen Jugendmeisterschaften an Land und auf dem Wasser alle Plätze besetzt waren.

Motorbootfahrer und Filmemacher bilden zur TW ein Team. Foto: Katrin Heidemann

Gute Bilder verlangen Erfahrung und Gespür

Nicht nur die Segler gehen bei der Travemünder Woche täglich aufs Wasser. Auch zahlreiche Medienvertreter fahren mit Pressebooten zu den Regattabahnen, um das Segelgeschehen mit der Foto- oder Fernsehkamera festzuhalten. Möglich machen das  rund eine Handvoll Bootsführer, die ausschließlich für die Presse zur Verfügung stehen.

Anderl Denecke hat sich bestens in die TW-Verantwortung eingefügt. Foto: segel-bilder.de

TW-Verantwortung ist wie ein Bad im warmen Wasser

Mit Andreas „Anderl“ Denecke hat die Travemünder Woche in diesem Jahr einen neuen Gesamtwettfahrtleiter (Principal Race Officer, PRO). Der 47-Jährige vertritt Brian Schweder, der aufgrund der Erkrankung seines Sohnes familiär gefordert ist. Denecke hat die nötige internationale Lizenz, um ein Großevent wie die Travemünder Woche leiten zu dürfen. Schon in den vergangenen Jahren war er als Wettfahrtleiter – vor allem der Bundesliga – zur TW aktiv. Bei anderen großen Regatten wie diversen Deutschen Meisterschaften sowie der Traunseewoche in Österreich hat der Sanierungsexperte in einer Schweizer Bank sein Geschick für die Leitung hochrangiger Regatten bewiesen. Die TW ist aber das bisher größte Event in verantwortlicher Position für Denecke. Nach vier TW-Tagen kann er eine 100-Stunden-Bilanz seiner Amtszeit vorlegen.

Tobias Schadewaldt feierte mit seinen Teamkollegen den Sieg vor Travemünde. Foto: segel-bilder.de

Hamburg ist absolute Bundesliga-Spitze

Der Segelsport folgt den Spuren des Fußballs und wandelt mit der Segel-Bundesliga doch auf ganz eigenen Pfaden. Denn während im großen Vorbild der Norden aktuell keine Rolle spielt, ist er beim Segeln absolute Spitze. Beim dritten Act der aktuellen Saison im Rahmen der Travemünder Woche eroberte der NRV Hamburg die Tabellenspitze in der Ersten Liga zurück und schwenkte damit ein auf Kurs Titelverteidigung. Auch in der Zweiten Liga gibt Hamburg durch den Tabellenführer Mühlenberger SC den Ton an.

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