Von der Novizin in den Profi-Circuit in fünf Jahren

Erst 2021 lernte die Deutsche Melanie Höveler am Gardasee Segeln. Fünf Jahre später segelt die 53-Jährige beim Eurocup der Klasse RS 21 während der 137. Travemünder Woche als Skipperin einer italienischen Crew vorne mit. RS Enterprise heißt ihr Boot, eine Anspielung auf das neue Abenteuer, in das sie damit gestartet ist.

„Ich habe keine Kinder, und da dachte ich, ich mache mal etwas Neues“, sagt Höveler. Gesagt, getan: Am Gardasee lernte die Münchner Rechtsanwältin daraufhin in der Klasse RS Quest segeln. Fast zeitgleich kam das sportliche Regatta-Kielboot RS 21 auf den Markt. Kurzerhand kaufte Höveler eins davon und nahm von da an mit eigener Crew an Regatten teil.

Dafür, dass sie ausschließlich mit Italienern segelt, gibt es eine einfache Erklärung. „Zu Hause in München kannte ich keine Regattasegler, von der Segelschule am Gardasee aber sehr wohl. Die RS-21-Klasse ist in Italien sehr beliebt bei Profis und Amateuren. 20 bis 30 Boote sind bei jeder Regatta. Außerdem gibt es es eine starke italienische Profi-Community“, sagt die Skipperin. Eins ihrer ehemaligen Crewmitglieder gehört mittlerweile zum italienischen SailGP-Team.

Travemünder Woche Regatta und Festival
Die Klasse der RS21 fühlen sich wohl in Travemünde und brachten ein beachtliches Feld von Profi-Seglern an Start. Foto: Christian Beeck

„Melair“ heißt das Team von Melanie Höveler, das hauptsächlich für die Regatten – in diesem Jahr sind es vier – zusammenkommt. Ihr Boot liegt außerhalb der Regatten meistens im Hangar in Italien. Sie selbst trainiert auf dem Gardasee in der Klasse RS 500. „Ich kann remote arbeiten und miete mir dafür ein Apartment am Gardasee. So komme ich viel zum Segeln“, sagt die Anwältin.

Wenn die Münchnerin mit ihrer Crew an Regatten teilnimmt, lernt sie gleich in zwei Bereichen immer noch dazu: Einerseits beim Steuern, andererseits bei ihren Italienisch-Kenntnissen. „Wir kommunizieren an Bord halb italienisch, halb englisch, aber mein Italienisch wird immer besser – ein positiver Nebeneffekt beim RS-21-Segeln“, freut sich Höveler.

Wenn man die Kommunikation innerhalb der Crew verfolgt, wird deutlich, dass es um Hövelers Italienisch schon gut bestellt ist. Der Blick auf die Ergebnisliste zeigt: Auch beim Steuern klappt es bestens bei der Skipperin. „Wir wussten vorher, dass wir gut mithalten können, aber in der jetzigen Team-Konstellation segeln wir zum ersten Mal. Dafür läuft es super. Die Wetterbedingungen passen gut für uns. Es könnte sogar noch etwas mehr Wind sein. Vom Gardasee sind wir Wind mit 20 Knoten gewöhnt“, so Höveler.

Aktuell liegt das Team „Melair“ auf Platz drei. Die Führung hat der Italiener Davide Albertini Petroni mit seiner Crew inne, gefolgt vom polnischen Team von Skipper Lukas Wosinsky.

RS 200 / RS 400:
In der Klasse RS 200 blieben am vorletzten Tag des Events die Briten Ian Pickard und Laurie Callaghan in Führung. Dahinter folgen Jan Myslik und Eliska Myslikova. Ihr Ziel für den morgigen Abschlusstag ihrer EM ist klar. „Heute war schöner Wind. Morgen geht es für uns nur darum, den zweiten Platz zu verteidigen“, sagt Myslik, der vor über 20 Jahren schon einmal in einer anderen Bootsklasse an der Travemünder Woche teilgenommen hat. Auf dem dritten Platz bei den RS 200 liegen aktuell Imogen Green und Nicola Richards. Im rein britischen Feld der RS 400 haben weiterhin John Reekie und Justin Denny den Bug vorne.

Travemünder Woche Regatta und Festival
Spaß in der Welle haben die RS Feva bei ihrer Weltmeisterschaft, die am Abschluss-Sonntag zu Ende geht. Foto: Christian Beeck

RS Feva:
Bei den Top-Drei der Klasse RS Feva XL herrscht aktuell Nationenvielfalt. Es führen die Briten Cassius Day und Harry O’Callaghan vor Elle Marie Kangur und Marleen Poolamets aus Etsland. Platz drei haben vor dem Finale am Sonntag die Italiener Edoardo Bastini und Samuele Bardelli inne.

Regatta-News

Was ist noch passiert?

TW 2026 verabschiedet sich mit Feuerwerk

Spannender Sport und Stimungsvolles Festival

Pralles Programm zum Abschluss