TW als Zugpferd für die Topcat-Klasse

Rot-weiß gestreifte Segel bestimmen noch bis Samstag, 26. Juli, das Bild am Priwall-Strand. Zum ersten Mal sind dort die drei Topcat-Klassen zu Gast, um ihre internationalen Meister zu küren. Schon nach dem ersten Wettfahrttag war der Präsident der Internationalen Topcat Class Association (ITCA), Mathias Equiluz, voll des Lobes für die Travemünder Woche. Grund ist nicht ausschließlich das Segelrevier. Er hofft, mit dem Event wieder mehr Aktive zu Regatten zu locken.

Travemünder Woche Regatta und Festival
Noch kämpfen die Topcats zwar mit der leichten Brise, aber die ersten Wettfahrten für die internationalen Meisterschaften konnten bereits gesegelt werden. Foto: Christian Beeck/TW

Viele Segelklassen kämpfen mittlerweile mit Nachwuchssorgen. Besonders nach der Pandemie sind die Mitgliederzahlen eingebrochen. So ist es auch bei den Topcats. Nur insgesamt 33 Boote sind in den Klassen K1, K2 und K3 bei der Travemünder Woche gemeldet. „Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass wir nicht mehr Leute hergebracht haben, und hätte mir mehr gewünscht. Aber die Problematik hat jede Klasse in Österreich, Deutschland und auch Italien. Wir setzen deshalb auf Events, die anders sind, und haben uns unter anderem für die Travemünder Woche entschieden, weil die Aktiven gesagt haben, dass sie sich ein Rahmenprogramm neben der Regatta wünschen“, sagt ITCA-Präsident Mathias Equiluz aus Österreich, dessen Heimatrevier der Neusiedler See ist.

Der 39-Jährige ist seit zwei Jahren internationaler Klassenboss und hat sich zum Ziel gesetzt, die Klasse wieder etwas mehr zu beleben. Dabei legt er den Fokus auf den Jugendbereich und attraktive Reviere. „Wichtig sind mir bei Regatten Reviere, wo wir zum Segeln kommen. Die Wahl fiel auf die Travemünder Woche, weil ich Statistiken gesehen habe, wo meistens an acht von zehn Wettfahrttagen gesegelt werden konnte. Außerdem hat man hier eine einzigartige Verquickung von Segeln und Festival. Das hat mich sehr positiv überrascht und ist klasse für die Aktiven, denn sonst bist du bei den Regatten oft auf irgendeinem See allein, wo kein Mensch ist, wie letztes Jahr am Gardasee auf einer Halbinsel, von der man überhaupt nicht wegkam. Hier kannst du theoretisch jeden Tag in ein anderes Lokal gehen, und für jeden ist etwas dabei beim Rahmenprogramm“, schwärmt Equiluz.

Außerdem sei der große Strand auf dem Priwall für die Topcats ideal, und auf dem Wasser werde perfekte Sicherheit geboten. „Dass wir außerdem zweimal bei den Trave Races antreten dürfen, ist natürlich top und absolut nicht alltäglich“, freut sich der Präsident der ITCA. Schon nach den ersten Tagen vor Ort schließt er nicht aus, dass die Klasse auch künftig bei der Travemünder Woche Regatten austragen wird.

Travemünder Woche Regatta und Festival
Ist auf ganzer Linie begeistert von der Travemünder Woche: Mathias Equiluz, Präsident der Internationalen Topcat Class Association. Foto: Katrin Heidemann

Begeistert ist der Österreicher, der selbst in der Klasse K1 in Travemünde antritt, auch von der Organisation des Events. „Normalerweise müssen wir uns als Präsidenten vorab um alles kümmern, wie Abendprogramm, Slipmöglichkeit, Wettfahrtleitung und Sicherungsboote. In Travemünde wird das alles komplett vom Veranstalter geregelt. Alle unsere Wünsche wurden erfüllt. Das ist genial. Dazu haben wir hier mit Sebastian Mayer einen Co-Wettfahrtleiter, der die Klasse und die dafür geeigneten Segelbedingungen sehr gut kennt“, so Equiluz.

Das Hauptevent in Travemünde ist bei den Topcats die Europameisterschaft der K1-Klasse. Gleichzeitig geht die Travemünder Woche in die World-Cup-wertung ein. „Im Herbst vergangenen Jahres haben wir als internationale Klassenvereinigung das World-Cup-Format ins Leben gerufen und dafür in Europa fünf Rennen rausgesucht, die wir speziell promoten. In jedem der Hauptländer ist ein Event dabei, in Österreich, Polen und das Finale in Gravedona/Italien auf dem Comer See. Nur in Deutschland sind es zwei, die deutsche Meisterschaft und die Europameisterschaft. Um die Events für möglichst viele Aktive attraktiv zu gestalten, bekommen nicht nur die ersten Drei Preise, sondern wir verlosen beim Finale Gewinne, zum Beispiel einen Segelsatz´, unter allen Teilnehmenden. Wir hoffen mit solchen Aktionen auf höhere Meldezahlen“, erläutert Equiluz.

Der gebürtige Wiener sieht einen Vorteil der Topcat-Flotte darin, dass sie durch die drei Klassen K1, K2 und K3 für unterschiedlichste Alters- und Könnensstufen geeignet ist sowie als Einheitsklasse preislich erschwinglicher ist als manch andere. In ganz Europa sind laut ihm circa 900 Topcat-Segler und -Seglerinnen eingetragen. Equiluz hofft, dass die Travemünder Woche künftig ein paar mehr von ihnen motiviert, wieder an Wettfahrten teilzunehmen: „Wir wünschen uns, dass die Leute begeistert sind und zu Hause erzählen, wie es war, und dann andere nachkommen.“

Topcats aus nächster Nähe im Rennmodus gibt es heute, 22. Juli, und morgen, 23. Juli, jeweils ab 17 Uhr bei den Trave Races zu sehen. Dabei segeln die Topteams der Klasse direkt vor der Travepromenade.

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