Travemünder Woche zurück im Wind

Nach einem Tag mit etwas weniger Wind ist die Travemünder Woche direkt wieder in die Erfolgsspur eines vollgepackten Regattatages zurückgekehrt. Zwar kündigte der Wetterbericht am Morgen erneut einen schwierigen Tag an, dann aber setzte sich eine gut segelbare Brise durch, die den Finns und Korsaren noch drei Rennen zur Kür ihrer Sieger ermöglichte. Die Topcats verlängerten das Tagewerk sogar noch durch die Trave Races am Abend, und die Variantas starteten am Nachmittag in ihre Bestenermittlung.

Travemünder Woche Regatta und Festival
Trotz alter, ausgeblichener Segel fahren die Brüder Sascha und Rene Treichel der Konkurrenz sowohl bei der EM als auch beim Trave Race davon. Foto: Christian Beeck/TW

Für Finn-Sieger Fabian Lemmel reihte sich die Travemünder Woche ein in eine Serie von Erfolgen. Bei der Warnemünder Woche hat er gerade den Sieg davon getragen, bei der Europameisterschaft im April vor Neapel war er als 13. bester Deutscher geworden. In der Lübecker Bucht kamen weder die nationalen Konkurrenten noch die Starter aus Dänemark und den Niederlanden an den Berliner heran. An Land erkannten die Gegner daher an: „Da kannste segeln wie du willst, am Ende ist immer der Lemmel vorn.“ Der hatte gut lachen nach dem deutlichen Erfolg mit sechs Einzelsiegen in den acht Wettfahrten. „Ich habe in diesem Jahr früh mit dem Training angefangen, war Ende Januar zu einem Trainingslager in Portugal und hatte früh erste Rennen auf dem Gardasee. Dazu habe ich einen neuen Segelsponsor, der mir sehr schnelle Segel gebaut hat. Das gibt ein gutes Gefühl“, so Lemmel, der gestand: „Wenn der Speed stimmt, dann macht es auch die Taktik leichter.“

Nach Travemünde kommt der Berliner immer wieder gern: „Das Revier macht immer Spaß. Wir hatten alles dabei von Sonne und Regen, von wenig Wind bis guter Brise und ordentlichen Wellen. Wieder schönes Travemünder Segeln. Und die Location hier auf dem Mövenstein ist traumhaft, mit viel Platz für viele Leute. Nur die Rampe ist bei auflandigem Wind etwas tricky, aber alles super.“ Damit sei Travemünde auch eine Option für künftige Meisterschaften, so Lemmel, der sich mit deutlichem vorsprung das TW-Gold vor Ronald van Klooster (Niederlande) sicherte, der sich am Schlusstag noch an seinem Landsmann Cees Scheurwater vorbeischieben konnte.

Fabian Lemmel ist aktuell der deutsche Dominator in der Finn-Klasse. Foto: Christian Beeck/TW
Fabian Lemmel ist aktuell der deutsche Dominator in der Finn-Klasse. Foto: Christian Beeck/TW

Trotz fünf Siegen in der Serie mussten die Sieger der Korsar-Klasse bis zur letzten Wettfahrt um den Erfolg zittern. Denn sie hatten sich gleich am ersten Tag einen Ausrutscher erlaubt, konnten sich somit keinen Patzer mehr erlauben. Doch die Wuppertaler Dirk Braun/Jürgen Kruck zeigten beste Nerven, hatten die Verfolger stets unter Kontrolle und freuten sich schließlich über Platz eins vor Matthias van Holt/Jens Hedfeld (Lohheider See) und Dieter Hafenmair/Jonna Braun (Bad Wörrishofen).

So wie die Golfer ihr Grün, haben Sascha und Rene Treichel das Blau auf dem Wasser am besten gelesen: Die 50 Jahre alten Zwillinge aus Wolfsburg segelten bei der Europameisterschaft der K1-Topcats nach fünf Wettfahrten an die Spitze und legten anschließend auf der Trave nach. Im strömenden Regen siegten die Weltmeister von 2018 und 2022 bei den abendlichen Showrennen vor der „Passat“ und das vor dem Boss der internationalen Klassenvereinigung, Mathias Equiluz mit Vorschoterin Susanne Wallner. Die Österreicher liegen auch in der EM-Wertung auf Platz zwei. Und Platz drei in der Zwischenwertung der EM belegt das Chiemsee-Team Sebastian Pohl/Marco Schleich.

Deutsche Führungen gibt es bei den International Championship im K2 und K3: Robert Zank, der in Bayern lebende Berliner, führt souverän bei den K2 mit seinem Vorschoter Tim Stiegler. Paul Säger setzte sich an die Spitze des K3-Feldes.

Travemünder Woche Regatta und Festival
Frank Schönfeldt und Gerd Becker setzen sich zum Auftakt der deutschen Bestenermittlung an die Spitze der Variantas. Foto: Christian Beeck/TW

Frisch auf Kurs sind die Variantas zur Travemünder Woche. Allerdings ist die Flottengröße enttäuschend. Lediglich zwölf Teams sind am Start. Damit hat die ehemals als Deutsche Meisterschaft ausgeschriebene Regatta ihren Status als offizielle Meisterschaft verloren, und es ist nur noch eine deutsche Bestenermittlung. Auf diesen inoffiziellen Titel segelt der als singender Pirat bekannte Frank Schönfeldt (Hamburg) mit Gerd Becker an der Vorschot zu.

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