Die Topcats haben die ersten Rennen bei ihren internationalen Meisterschaften zur Travemünder Woche im Kasten, die J/22, Dyas und H-Boote sogar schon ihre gesamte Serie. Und die Finn-Dinghys und Korsare steuern auf ihr Finale am Dienstag zu. Mit dem German-Open-Sieg für Reiner Brockerhoff in der J/22 und dem Gewinn der norddeutschen Meisterschaft in der Dyas für Arndt Fingerhut/Andreas Malcher setzten zwei Abonnement-Sieger ihre Serie fort. Bei den H-Booten freute sich die Crew von Holger Köhne nicht nur über den eigenen Erfolg, sondern auch darüber, dass die Klasse nach langer Zeit mal wieder vor Travemünde an den Start gegangen ist.

Nach dem traumhaften Wochenende zog am „Manic Monday“ die Wochenstarts-Tristesse ein. Regen stand Sonne, schwache und drehende Winde machten die Wettfahrten schwierig. Auf Bahn Golf gelang es Wettfahrtleiter Lorenz Buchler dennoch, das komplette Programm für seine drei Klassen über die Bahn zu bringen, und bekam dafür reichlich Lob von Seiten der Teilnehmer.
„Wir waren sehr zufrieden mit unserer Leistung, aber auch mit der der Wettfahrtleitung. Das passte alles – auch die Pausen zwischen den Rennen. Genau richtig für eine Regeneration, aber nicht zu lang, um den Rhythmus zu behalten“, sagte der Duisburger Reiner Brockerhoff, der mit seiner Crew, Christoph Declerque und Nils Hofmann, den wiederholten Gewinn der deutschen Bestenermittlung (German Open) vor Travemünde feiern durfte. Die Serie mit sechs Siegen sah deutlich aus, doch geschenkt gab es den Titel nicht. „Die ersten Sechs waren immer dicht zusammen. Teils haben sich die Rennen erst nach der letzten Tonne entschieden. Das hat richtig Spaß gemacht“, so Brockerhoff.

Erste Verfolger waren Wolf Jeschonnek/Frank Sturm/Steffen Dülsen aus Berlin vor den Hamburgern Andreas Dillmann und Julia Harder, die die erfahrene Silke Basedow mit an Bord genommen haben, um sich vor Travemünde auf die WM-Teilnahme im Spätsommer in Neapel vorzubereiten.
Für Dyas-Segler Arndt Fingerhut vom Edersee ist Travemünde das absolute Lieblingsrevier, wo er seiner Frau vor wenigen Jahren den Heiratsantrag gemacht hatte. Jetzt durfte er wieder feiern – und zwar seinen dritten Sieg auf der Lübecker Bucht mit Vorschoter Andreas Malcher. „Das ist unser dritter Titel in Travemünde. Wir hatten gerade am Sonntag Top-Bedingungen mit schönem Wind und toller Welle. Heute war es dann etwas kniffliger. Aber es gut geklappt mit unserem neuen Boot.“ Nun will das Duo mit zwei Tagen Pause nachlegen.

Denn ab Donnerstag segeln die Dyas ihre Deutsche Meisterschaft zur Travemünder Woche aus. „Wir sind froh, dass wir ausreichend Meldungen für eine offizielle Meisterschaft zusammen bekommen haben. Es kommen noch ein paar Gute dazu. Wir würden uns freuen, wenn wir dann wieder Trapez-Bedingungen bekommen“, formulierte Fingerhut seinen Wunschzettel für einen möglichen vierten Titelgewinn vor Travemünde. Den werden ihnen aber die Zweiten der Norddeutschen, Michael Weber/Ralf Stuhlemmer (Koblenz/Kiel), ebenso streitig machen wollen wie die Dritten, Eckard Meyer/Stephan Steffens (Hemer).
Für die H-Boot-Sieger-Crew Holger und Jan Köhne sowie Sven Ulrich aus Berlin war der Auftritt zur Travemünder Woche rundum perfekt: „Es war wirklich super – unsere eigene Teamleistung, aber auch die Arbeit der Gesamtorganisation. Seit Jahren war die Klasse das erste Mal wieder hier und hat sich rundum wohl gefühlt. Wir hatten einen tollen Abend auf der Passat und super Bedingungen auf der Regattabahn. Wir werden Werbung für das Revier machen, damit wir beim nächsten Mal deutlich mehr Starter sind und eine Meisterschaft segeln können“, sagte Skipper Holger Köhne. Deutlich ließ die Crew vom Potsdamer YC die Clubkollegen um Jens Hanisch sowie Andreas Krause und Crew vom VSaW Berlin hinter sich.
Obwohl die Winde für die Topcats nur schwach wehten, schafften sie am Montag zwei Wettfahrten. Die Top-Position der K1 übernahmen Sascha und Rene Treichel aus Wolfsburg, bei den K2 liegt die Ammersee-Crew Robert Zank/Tim Stiegler vorn. Hoch und runter gingen die Ergebnisse bei den solo gesegelten K3. Die größte Konstanz spülte Paul Säger vorerst an die Spitze. Das dritte Rennen schafften die Katamarane dann allerdings aufgrund der schwachen Winde nicht mehr. „Fürs Trapez hat es heute nicht gereicht, und wir hätten gern noch ein drittes Rennen gefahren, aber sonst war es perfekt. Die Rahmenbedingungen sind auch super: gute Infrastruktur, schöner Stellplatz und ein tolles Rahmenprogramm. Das einzige, was wir uns noch wünschen würden, ist mehr Wind für die nächsten Tage“, kommentierte der deutsche Klassenboss Jörg Nachtwein den Start in die internationalen Meisterschaften.

Keine Veränderungen gab es nach nur einer Tageswettfahrt für die Finns und Korsare an der Spitze. Hier steuern der Berliner Fabian Lemmel (Finn) sowie die Wuppertaler Dirk Braun/Jürgen Kruck (Korsar) weiter auf Kurs TW-Sieg. Allerdings sind für die beiden Klassen zu deren Finale am Dienstag noch drei Wettfahrten angesetzt.