Erstmals wurden die RS Games außerhalb von Großbritannien abgehalten. Innerhalb der neun Wettfahrttage der 137. Travemünder Woche waren zwölf RS-Klassen mit 619 Booten auf den Regattabahnen vertreten. 945 Seglerinnen und Segler aus 29 Nationen von drei Kontinenten segelten um EM- und WM-Titel.
„Die RS Games im Rahmen der Travemünder Woche waren fantastisch. Seglerinnen und Segler aus der ganzen Welt waren dabei – aus Australien, Kanada und vielen anderen Nationen. Ich habe niemanden getroffen, der am Ende gesagt hätte, er wäre lieber woanders gewesen. Die Atmosphäre war einzigartig“, lobte Michiel Geering, Commercial Director RS Sailing, das Event. Lediglich die Distanz zwischen den Arealen Grünstrand und Priwall-Strand wäre etwas groß gewesen. „Das Festivalgefühl in Travemünde war aber so außergewöhnlich, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass wir nicht wiederkommen – in welcher Form auch immer“, sagte Geerling.
Begeistert war insbesondere die Klasse RS 21, die ihren Euro Cup in Travemünde ausgetragen hat. „Die Regatten hier waren fantastisch. Unsere Bootsklassen einem so großen Publikum präsentieren zu können, das gibt es weltweit eigentlich nicht“, hieß es aus den Reihen der RS-21-Teams. Allgemein verzeichneten die RS-Organisatoren beim Event in Deutschland viele Aktive, die sonst nicht zu den RS Games nach Großbritannien angereist sind. „Wir haben Menschen erreicht, für die die Anfahrt sonst zu weit war: Viele kamen aus Osteuropa und den baltischen Staaten. Auch zahlreiche Skandinavier waren hier“, sagte Geerling.
„Das Feedback der RS-Klassen war super. Alle waren hochzufrieden. Es ist eine tolle Community, und der Funke scheint in alle Richtungen übergesprungen zu sein“, freut sich Jens Kath, Sportdirektor der Travemünder Woche.
RS Feva:
Sehr wettbewerbsorientiert wurde in der Klasse RS Feva XL um den Weltmeistertitel gesegelt. „Man darf nie aufhören, sich zu konzentrieren, und muss immer dranbleiben und das Boot pushen“, sagten die neuen Weltmeister der Klasse RS Feva XL, Cassius Day und Harry O’Callaghan Royal Victoria Yacht Club auf der Isle of Wight. Das Pushen hat sich ausgezahlt: Die Briten siegten mit großem Vorsprung. Trotzdem empfanden sie die Bedingungen bei der Weltmeisterschaft als eine Herausforderung. „Der Wind war super, aber zum Teil recht drehig, und die Wellen waren für uns ungewohnt kurz. Von zu Hause sind wir Tide und lange rollende Dünung gewohnt“, berichten die beiden britischen Segler, für die in Kürze in der Heimat die Nationals im 29er anstehen, die Klasse, in der sie hauptsächlich segeln.

RS 200 / RS 400:
Mit großem Vorsprung sicherten sich Jan Pickard und Laurie Callaghan den EM-Titel bei den RS 200. Knapper ging es an der Spitze bei den RS 400 zu, wo sich die Briten John Reekie und Justin Denny über EM-Gold freuten. „Es waren herausfordernde Bedingungen mit viel Welle, aber es hat viel Spaß gemacht. Auch Travemünde und das Festival haben uns super gefallen. Es war mal wieder ein tolles Familien-Event“, sagen Reekie und Denny, deren Kinder in den RS Tera und RS Feva angetreten sind.
RS 21:
Am letzten Tag des Euro Cups der RS21 wurde das Feld an der Spitze noch einmal durchgeschüttelt. Die favorisierten Italiener um Davide Albertini Petroni, die den zweimaligen Starboot-Weltmeister Diego Negri als Taktgeber in ihren Reihen haben, schafften nach einer beständig ansteigenden Formkurve noch den Sprung auf Platz eins und verdrängten die Polen um Skipper Lukas Wosinsky von der Spitzenposition. Die Münchnerin Melanie Höveler sürzte noch vom Podium und musste Aleksandr Ezhkov Platz machen. Der Montenegriner hat allerdings ein deutsches Trio im Vorschiff. Jasper Wagner, Oliver Szymanski und Dustin Baldewein – allesamt ehemals Top-470er-Segler – ziehen die Strippen.
