Abschied im Regen, aber noch einmal mit vollem Segelprogramm: Die Travemünder Woche hat auch am zehnten Regattatag geliefert. 19 Wettfahrten standen auf dem Programm der acht Klassen, die am Sonntag ihren Abschluss feierten. Und alle Rennen gingen zügig über die Bahn, so dass am frühen Nachmittag der Run der Aktiven auf die Kräne und Slipanlagen beginnen konnte, um rechtzeitig für die Siegerehrung frisch zu sein.
Im Wochenverlauf konnten bei den 26 Wettbewerben 274 Rennen gesegelt werden, und sieben Nationen platzierten Athleten auf dem obersten Siegertreppchen. Neben den Deutschen und Briten mit jeweils zehn Erfolgen waren dies Italien, Spanien, Schweden, Australien und Kanada.
Die letzten Siegerehrungen zum TW-Finale waren noch einmal geprägt von der britischen Dominanz in den RS-Klassen. Darunter ging auch der Sieg in der größten TW-Klasse 2026, der RS Feva, nach England. Aber auch Italien und die Gastgeber-Nation durften sich über Trophäen für die Sieger freuen.
Drachen:
Die Gesamtsieger der Norddeutschen Meisterschaft der Drachen standen mit der Hamburger Crew um Benjamin Morgen stand bereits am Samstag fest. So konnten die neuen Meister das Geschehen am Sonntag entspannt von Land aus beobachten. Auf dem Wasser lieferten sich Benjamin Hub (Hamburg) und Tanja Jacobsohn (Lübeck) mit ihren Crews ein enges Rennen um den Vizetitel. Vor dem Start war es lediglich ein Punkt, der die beiden Teams trennte. Danach war es einer mehr. Denn die Hub-Crew konnte die Mannschaft von Tanja Jacobsohn direkt im Kielwasser halten, sicherte sich damit Platz zwei.

Formula 18:
Am Abschlusstag der schnellen Formula-18-Katamarane lief es für die Gesamtführenden Jesse und Sven Lindstädt (Hamburg) mit der Serie 4, 1, 3 zwar nicht so rund wie an den vorherigen Tagen, an der Überlegenheit der Vater-Sohn-Gespanns änderte das indes kaum etwas. In Abwesenheit der beruflich verhinderten Travemünder-Woche-Rekordsieger, den Brüder Helge und Christian Sach, siegte das Lindstädt-Duo souverän vor der internationalen Konkurrenz. Die Finnen Mikko und Kirsikka Räisänen sind stete Gäste der Travemünder Woche, kennen das Revier und holten sich Platz zwei vor den Dänen Jan Hedmann Jensen/Penelope Wyon.

Seesegeln:
Nach der Langstrecke und den Up-and-Downs zum Auftakt des Regattageschehens 2026 hatte Seebahn-Wettfahrtleiter Jan Fischer am zweiten Wochenende 27 Crews für die Mittelstrecke mitten in der Lübecker Bucht versammelt. Und trotz Regenwetter wurde es noch mal zu einem Segelfest. „Es war mehr Wind als erwartet, so dass wir sogar auf den Code Zero, unser leichtes, großes Vorsegel verzichten mussten und stattdessen mit der Genua gesegelt sind“, berichtete der Lübecker Maximilian Gebhard, der an Bord der „Calypso“ von Gerhard Clausen (Hamburg) segelt. Das rund 23 Meter lange Schiff mit dem 30 Meter hohen Mast ist die größte Yacht der Flotte. Entsprechend schnell war sie unterwegs, hatte nach 18 Seemeilen auf See beim Zieleinlauf in der Trave aber auch die anstrengendste Aufgabe, sich den Weg durch die Jollen der anderen Klassen zu bahnen. „Das war mindestens ebenso anspruchsvoll wie der gesamte Kurs. Wenden auf engstem Raum, immer wieder schnell Geschwindigkeit aufnehmen“, so Gebhard.
Den inoffiziellen Titel als erste Yacht im Ziel durfte die „Calypso“ zwar einstreichen. Berechnet holte sich aber die „Patent 4“ von Jürgen Klinghardt (Lübeck) den Sieg in der ORC-Klasse vor der Niendorfer „Jinx“ von Johannes Berg und dem Solo-Segler Patrik Heinrichs auf der „Jynx“. In der Yardstick-Wertung lag die „Geronimo 2.0“ von Falk Einecke (Warnemünde) vor der „Masovia“ von Arnd-Tido Ackermann (Lübeck) an der Spitze.