Sven Slowak und Ulrike Sündermann blicken am Rechner im Büro-Container auf eine Karte der Lübecker Bucht. Kleine Punkte mit langer Kennzeichnung bewegen sich über den Schirm. Der Einsatzleiter des THW und sein weiblicher Gegenpart bei der DRK-Wasserwacht zur Travemünder Woche schauen auf den Bildschirm wie die Zauberschüler auf die Karte des Rumtreibers. Mit einem Blick können Slowak und Sündermann hier die Positionen der Sicherungsboote auf den Regattabahnen sehen – und das Online-Tool kann noch mehr. Es ist zu einem entscheidenden Werkzeug geworden, um auf kurzen Informationswegen sowohl die Kommunikation der Blaulicht-Abteilung von THW, DRK Wasserwacht, DLRG und Johanniter, als auch der Wettfahrtleitungen zu gewährleisten. Längst hat auch Gesamtwettfahrtleiter Anderl Denecke diese Ansicht auf seinem Schirm. Dazu verfügen alle Kräfte auf See über eine Smartphone-Version.

Das Tool wurde von Alexander Heckel, Einsatzkraft der DRK Wasserwacht, in den vergangenen drei Jahren entwickelt und mit einem Mitarbeiter programmiert. Die aktuelle Entwicklungsstufe bietet nicht nur die Möglichkeit zur Positionsbestimmung der Einsatzboote. Es lässt sich vom Rechner auch bestimmen, auf welchem Kurs die Motorboote zu einem Einsatzort fahren müssen und wie weit der Weg dorthin ist.
Damit wird die Organisation der Einsatzkräfte deutlich erleichtert. Farbliche Kennungen machen dabei die Situation für alle, die auf das Tool blicken, greifbar. Ist die jeweilige Regattabahn grün hinterlegt, ist alles im Lot, springt sie um auf Gelb – durch einen Klick der Motorboot-Crews vor Ort – dann haben die Mannschaften auf dem Wasser noch alles im Griff, aber der Arbeitsaufwand steigt schon. Und wenn die farbliche Hinterlegung der Bahn ein Rot annimmt, dann ist klar: Hier müssen nun weitere Crews eingesetzt werden.
In Zusammenarbeit mit der Regattaleitung um Anderl Denecke sind weitere Informationen wie Bahndiagramme, Wetterdaten etc. hinterlegt. Auch die Start- und Zielschiffe werden getrackt, geben dazu per Klick auf dem Tablet den Verlauf der Wettfahrten ein: Startverfahren, Zieleinlauf, Ende des Rennens, Planung für den weiteren Tag mit Kurslegung – alles dokumentiert und dargestellt. So ist klar, wann Action auf der Ostsee ist und wann sich der Regattakurs räumt. Die enge Zusammenarbeit der Rettungsdienste, das ehrenamtliche Engagement von Alexander Heckel und der Input der Organisationsleitung von Kieler Woche und Travemünder Woche hat hier ein Werkzeug zur effizienten Arbeit bei der Regattaorganisation entstehen lassen.