Seit Boris Herrmann mit seinen Weltumsegelungen im Rahmen der Vendée Globe das Solo-Offshore-Segeln auch einer breiten Öffentlichkeit in Deutschland bekannt gemacht hat, sehen weitere deutsche Segler die Chance, in dieser Szene Fuß zu fassen. Einer, der es vielleicht schon 2028 schaffen kann, ist Andreas Baden.

Seglerisches Knowhow und das technische Fachverständnis, um allein um die Welt zu segeln, hat der 37-Jährige in Hülle und Fülle. Jetzt geht es darum, auch die finanzielle Basis für das Projekt zu schaffen. Dafür dreht der Kieler an vielen Stellschrauben, berichtet in Vorträgen von den Herausforderungen, knüpft Kontakte und hofft, dass sich eine Sponsoring-Tür öffnet, die ihm den Weg für die Vendée Globe 2028/29 freigibt.
Zur Travemünder Woche kam Andreas Baden gern, um im TW-Forum über seine Ambitionen zu berichten. Denn an die TW hat er gute Erinnerungen. 2019 wurde er hier mit der Crew der „Intermezzo“ Deutscher Meister im Seesegeln. Ein wichtiger Wegpunkt in seiner Segelkarriere, die bereits mehrere Atlantiküberquerungen und internationale Regattaerfolge ausweist – bisher im Team oder im Duo.
Doch den studierten Agrar- und Umweltwissenschaftler, der sich in der Energiewirtschaft weitergebildet und eine Elektronikfirma gegründet hat, drängt es zu noch größeren Extremen. Er will solo um die Welt – am liebsten zur nächsten Vendée Globe. Dann würde er Weihnachten 2028 seinen 40. Geburtstag auf See, vielleicht sogar am Kap Hoorn, feiern.
Gute Imoca-Yachten für das Rennen wären aktuell zu bekommen – erprobte Boote der jungen Generation. Daher drückt Andreas Baden aufs Tempo: Ließe sich das Geld im nächsten halben Jahr zusammen bringen, dann wäre ein Kampagnen-Start auch mit guter sportlicher Perspektive möglich. Einige Wochen ist der Kieler daher noch in Deutschland unterwegs, erweitert sein Netzwerk in der Szene. Der Start des Ocean Race Europe in Kiel bietet dort gute Möglichkeiten. Seine Expertise ist dort in jedem Fall gefragt. Zu den Hafenrennen und dem Start am 10. August ist er als Fachkommentar am Mikrofon.
Danach geht es für ihn zurück nach Frankreich. Denn wer in dieser speziellen Szene etwas werden will, der sollte einen Teil seines Lebensmittelpunktes nach Lorient, Le Havre oder Les Sables d’Olonne verlegen. Von hier starten die großen Atlantik-Regatten – auch für Andreas Baden, wenn er in diesem Herbst gemeinsam mit dem Franzosen Fabrice Armedeo zum Transat Café l’Or startet.