Überlingen gewinnt Finalkrimi der Champions League

Konstantin Steidle, Alexandra Lauber, Patrick Hasse und Jonathan Koch segelten zum Premierensieg in der Champions League. Fotos: segel-bilder.de

Der Bodensee YC aus Überlingen ist der erste Sieger der Youth Sailing Champions League (YSCL). Die Mannschaft um Konstantin Steidle nutzte das neue Finalformat, um mit zwei Siegen noch von Rang drei auf den Goldplatz zu stürmen und dem KDY aus Kopenhagen die fast schon sichere Trophäe zu entreißen. In einem Finalkrimi kreuzten die beiden Clubs im Sekundenabstand die Ziellinie – mit einem minimalen Vorsprung für das Team vom Bodensee, das den Sieg mit einem Bad in der Ostsee feierte.

Zum Abschluss der YSCL wurden die Nerven der Akteure bis zum Zerreißen gespannt. Aufgrund des schwachen Windes musste die Vorrunde nach zwölf statt der geplanten 15 Runden beendet werden. Damit hatten sich der KDY aus Kopenhagen als Vorrundensieger mit den weiteren Verfolgern vom Roskilde Sejlklub, dem Bodensee YC aus Überlingen und dem Lindauer SC ebenfalls vom Bodensee qualifiziert. Das neue Finalformat avancierte somit zum deutsch-dänischen Zweikampf, die weiteren 14 Vereine aus insgesamt acht Nationen hatten mit den Ausgang des Titelkampfes nichts mehr zu tun. Doch bis zur Endrunde musste das Finalquartett lange warten, bevor si9ch eine segelbare Brise durchsetzte.

Zum Finale waren nur die vier besten Mannschaften zugelassen, und es ging darum, zwei Rennsiege einzufahren, um zum sofortigen Champions-League-Sieger erklärt zu werden. Der KDY ging dabei als Vorrundensieger mit einem Sieg bereits in die Entscheidung und hatte alle Trümpfe in der Hand. Doch Steuermann Nicolai Baekgaard konnte diese Vorgabe nicht umsetzen. In der ersten Finalwettfahrt legte der BYCÜ einen Start-Ziel-Sieg. „Unser Start war zwar nicht optimal, aber die anderen waren noch vorsichtiger, um einen Frühstart zu vermeiden“, sagte Konstantin Steidle. „Jetzt heißt es voll auf Angriff fahren“, so seine Devise.

Und diese Möglichkeit zum Angriff ergab sich auf dem letzten Gennaker-Kurs des zweiten Rennens. Der KDY hatte bis dahin alles richtig gemacht, führte das Vierer-Feld deutlich an und hätte nur noch abdecken müssen, um den Triumph perfekt zu machen. Doch Baekgaard öffnete die Tür für das BYCÜ-Team. Steidle wechselte unter Gennaker auf die andere Seite des Kurses, fand den besseren Wind und steuerte nach der Halse unter Steuerbord-Kurs auf die Kopenhagener zu. Die hatten zwar Wegerecht, doch die Deutschen schlüpften hauchdünn vor dem Gennakerbaum durch und holten sich den Sieg.

„Es war richtig, richtig knapp. Am Ende hatte ich Angst, dass sie uns noch abschießen“, atmete Steidle durch. „Am Start kamen wir gar nicht weg, und der KDY fuhr los. Das sah nicht gut aus.“ Doch das Team schaffte noch die Wende, und mit einem Bad in der Ostsee kühlte sich die Mannschaft nach einem hitzigen Finale ab.

Hinter dem BYC Überlingen landete der KDY aus Kopenhagen auf Platz zwei. Roskilde Sejlklub sicherte sich den Bronzerang, der Lindauer SC ging schließlich leer aus. Der Gastgeber vom Lübecker YC landete auf Rang neun.

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