Segelspaß auf angolanisch

Zwölf Angolaner sind zur WM nach Travemünde angereist. Foto: Katrin Heidemann

Herzliches Lachen erklingt zwischen den großen Kuppelzelten am Travemünder Grünstrand. Sätze auf Portugiesisch fliegen am Frühstückstisch hin und her. Eine große Nationalflagge in Gelb auf schwarzem und rotem Grund hängt an einem der Zelte. Das Segelteam aus Angola hat sich gut bei der Travemünder Woche eingelebt und machte sich gestern bestens gelaunt auf den Weg zur Vermessung der Boote für die World Championships der Bootsklasse Vaurien.


Zu zwölft – fünf Segelteams, ein Trainer und ein Assistent – sind die Angolaner bereits vor einigen Tagen in Travemünde angereist und haben ihr Lager gemeinsam mit vielen anderen Seglern auf der Wiese am Grünstrand aufgeschlagen. Gut 13 Stunden Anreise haben die Segler aus Südwest-Afrika in Kauf genommen, um an der Weltmeisterschaft ihrer Bootsklasse teilzunehmen. Aufgrund der weiten Entfernung zu ihrem Heimatland müssen die Angolaner einige Einschränkungen hinnehmen. „Wir konnten leider nicht unsere eigenes Material mitbringen und segeln in Booten, die uns hier gestellt werden. Das ist nicht optimal, und wir sind ein wenig traurig darüber, aber wir können uns absolut nicht beschweren“, sagte Lemos Bartolomeu aus dem Team Angola.

Wie etliche seiner Teamkollegen war er noch nie zuvor in Deutschland. Sein erster Eindruck ist positiv: „Die Segelrevier sieht gut aus, und das Wetter ist tagsüber fast wie in Angola. Nur nachts frieren wir in den Zelten sehr.“ Dass es hierzulande im Sommer häufig nicht annähernd so warm ist wie zur Zeit kann er kaum glauben. Zum Glück ist der Wettergott zumindest tagsüber ganz offensichtlich auf Seiten der Angolaner.

Der Segelsport ist gerade in den vergangenen Jahren in Angola immer populärer geworden und in dem afrikanischen Land absolut kein Sport, der ausschließlich der gesellschaftlichen Oberschicht vorbehalten ist. „Segeln ist in Angola etwas für jedermann, im Grunde sogar besonders ein Sport für arme Leute. Der Staat unterstützt in unserer Heimat das Segeln, zum Beispiel in den Schulen. In unsrem Team ist niemand reich“, erklärt Bartolomeu und betont, dass sich das Team sehr freue, in Travemünde mit dabei zu sein.

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