Sail United bietet inklusiven Wassersport

Die RS-Boote sind ideal für den inklusiven Einsatz.
Foto: segel-bilder.de

Die Travemünder Woche setzt auf inklusiven Wassersport. Am zweiten Wochenende (27. bis 29. Juli) wird der Lübecker Verein Sail United inklusiven Wassersport für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger oder körperlicher Behinderung anbieten. Die Teilnehmer werden in dieser Zeit in kleinen Gruppen eingewiesen und zum Abschluss in gemischten Teams eine kleine Regatta segeln. Mit dabei ist auch Heiko Kröger, zweimaliger Paralympics-Medaillengewinner. Er unterstützt die Idee von Sail-United-Initiator Tobias Michelsen. „Wir wollen mit dieser Aktion das enorme Potenzial des inklusiven Wassersports für Menschen mit Behinderungen weiter bekannt machen und hoffen, dass sich dadurch viele Nachahmer in Vereinen, Verbänden und Wassersportschulen finden“, sagt Michelsen.

Als Boote werden unter anderem die RS Venture Connect zur Verfügung stehen, die vom Verein Meer bewegen vom Wittensee und der RS-Klassenvereinigung bereitgestellt werden. Die Kielboote sind mit dem so genannten Sailability Kit ausgestattet, das auch Menschen mit Querschnittslähmung oder anderen Beeinträchtigungen den Segelspaß ermöglicht.
Sail United wird außerdem an der Nordermole über weitere Wassersportmöglichkeiten informieren, um Menschen mit Behinderungen zu zeigen, wie einfach und wie heilsam die sportliche Betätigung auf dem Wasser sein kann. Interessierte können sich am Stand des Vereins informieren und beraten lassen, Kurse buchen oder gleich vor Ort mit dem Stand-Up-Paddle-Board auf das Wasser gehen.

Geht nicht, gibt es nicht, ist die Devise: Sail United fördert Menschen mit Behinderungen beim Erlernen und Ausüben verschiedener Wassersportarten, die auf den ersten Blick nicht zu den naheliegenden Aktivitäten für Menschen mit Handicaps gehören. Das Stand Up Paddling eignet sich dabei besonders gut. Es kann schnell erlernt werden, trainiert Balance und Gleichgewicht und hat einen hohen Spaßfaktor.

Da nicht die sportliche Leistung, sondern der gemeinsame Spaß und die unkomplizierte Teilnahme aller Beteiligten – ob mit oder ohne Behinderung – zählen, wird auch das Wir-Gefühl gefördert. Mögliche Vorurteile und Berührungsängste weichen gegenseitigem Respekt, Verständnis und dem konstruktiven Miteinander. „Der Wassersport mit seinen unterschiedlichen Möglichkeiten eignet sich hervorragend für das inklusive Zusammenleben“, sagt Tobias Michelsen, Initiator des 2015 gegründeten Vereins: „Handicaps gehen immer auch mit der Vorstellung vieler Einschränkungen im eigenen Leben einher. Wir zeigen mit unseren Aktivitäten, dass es fast immer Lösungen und persönliche Erfolge gibt. Alle Beteiligten mit und ohne Behinderungen profitieren davon. Es geht nämlich fast alles, nur manchmal etwas anders als gedacht.“

Bei Sail United wird Inklusion gelebt: Alle Menschen können mitmachen und dürfen doch so verschieden sein, wie sie sind. In Zusammenarbeit mit Wassersportschulen und anderen Fördereinrichtungen ermöglicht der gemeinnützige Verein die sichere und behindertengerechte Ausrüstung, sowie je nach Bedarf die erforderlichen Ausbildungskräfte und Helfer. Auf dem Programm stehen Veranstaltungen und Kurse, wie „Windsurfkurse für Blinde und Sehbehinderte“, das „Kitecamp für Rollstuhlfahrer“, das mit Schulklassen durchgeführte „Kids-Inklusions-Camp“ sowie die neu konzipierten Wassersportwochen, die sowohl für Hospizkinder- und -jugendliche als auch für versehrte Bundeswehrsoldaten angeboten werden sollen.

Infos unter www.sail-united.eu.

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