Ostsee-Begeisterung der Conger

Die Conger segelten immerhin zwei Wettfahrten vor Travemünde. Foto: segel-bilder.de

50 Jahre jung und damit reif für ein Debüt: Die Conger-Klassenvereinigung feierte im Jahr ihres goldenen Jubiläums den ersten Auftritt überhaupt zur Travemünder Woche. Die Initiative der Klassenverantwortlichen, den Schritt auf die Ostsee zu wagen, wurde von den Seglern begeistert angenommen. 26 Crews reisten an die Trave-Mündung, sorgten damit für ein Starterfeld, das der Klassen-Vorsitzende Eberhard Nalop so nicht erwartet hätte. Zwar gelangen in den stürmischen Bedingungen nur zwei Wettfahrten, die gute Stimmung von der TW nehmen die Teilnehmer aber mit an ihre Heimatreviere. Fazit nach diesem Projekt: Wiederholung aus Sicht der Klasse gern gewünscht.

Die Conger-Verantwortlichen waren sich vor eineinhalb Jahren mit Blick auf das Jubiläum einig, dass es in 2021 eine besondere Regatta geben sollte. So wurde zur boot 2020 der Kontakt zur Travemünder Woche geknüpft. Ziel: Rückkehr der Conger an die Ostsee. Vor über 30 Jahren war die Klasse steter Gast zur Grömitzer Woche. Danach aber beschränkte sich das Regattageschehen auf die Binnenreviere. Gespannt blickten die KV-Verantwortlichen daher darauf, wie das Angebot, zur Travemünder Woche zu kommen, angenommen werden würde. „Ich bin wirklich überrascht“, gesteht der KV-Vorsitzende Eberhard Nalop. „Schade, dass wir diese Starkwind-Phase erwischt haben und nur wenig zum Segeln gekommen sind. Aber die Stimmung war super. Wir wurden als KV-Vorstand schon von unseren Seglern gefragt, wann wir das wieder machen.“ Auch der Presse-Obmann Udo Boy berichtet: „Es haben alle die Ostsee und das Event genossen. Viele sind mit ihren Familien angereist, wir haben gemeinsam auf dem Priwall gecampt und einen Abend an einer langen Tafel gegessen, um die Meisterfeier aus dem vergangenen Jahr nachzuholen.“

Im übertragenen Sinne ist die Klasse nach schwierigen eineinhalb Jahren enger zusammengerückt. „Im Winter haben wir einige Online-Seminare zum Regelwerk und Wetterkunde angeboten, die gut besucht waren. So haben wir den Kontakt gehalten. Aber es ist natürlich etwas anderes, sich persönlich zu treffen. Das haben alle genossen“, so Nalop.

Trotz des Alters der Volksjolle, die 1965 von Olympiamedaillengewinner Ulli Libor konstruiert wurde (die KV gründete sich 1971), blickt die KV optimistisch in die Zukunft. Der Nachwuchs rückt nach, die Events werden gut angenommen. „Die Spannbreite reicht von jungen Abiturienten bis hin zu Über-70-Jährigen“, sagt Udo Boy. „Zwischenzeitlich waren einige Regatten auf zehn Teilnehmer runtergegangen. Inzwischen müssen wir schon Teilnehmerlimits, wie im vergangenen Jahr an der Schlei, einführen.“ Die Conger-Segler haben Spaß an ihrem Sport. Das sei eine tolle Basis für die KV-Arbeit, so Nalop: „Die Klasse lebt!“

Im Jahresverlauf haben die Conger noch einige Regatten und Events im Programm. Höhepunkte sollen das Treffen an der Schlei und die Deutsche Meisterschaft beim ETUF auf dem Baldeneyesee sein. „Vielleicht gelingt um den 3. Oktober auch noch der Abschluss auf dem Dümmer. Aber darüber entscheiden sicherlich schon wieder die Infektionszahlen im Herbst“, so Nalop.

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