O'pen Bic: Einstieg in die Skiff-Karriere

Die Travemünder Woche liegt den O'pen Skiff als Revier für ihre internationalen Meisterschaften. Foto: segel-bilder.de

Mit der Europameisterschaft der O'pen Skiff bringt die junge Klasse zum zweiten Mal innerhalb von fünf Jahren ein internationales Top-Event an die Trave-Mündung. 2014 segelten die jungen Akteure noch unter dem Klassennamen O'pen Bic an gleicher Stelle ihre Weltmeisterschaft aus. Jetzt wurde der Markenname Bic durch Skiff ersetzt – auch um die Nähe zum Skiffsegeln zu dokumentieren. Fast 90 Akteure aus sieben Nationen wollen dabei sein. Für die Deutschen wird es dabei wohl vor allem darum gehen, sich von den führenden Nationen etwas abzugucken und den Anschluss an die internationale Spitze wieder herzustellen.
 
Der Deutsche Klassenpräsident Marcus Cremer, der auch im intenationalen Vorstand als Vize aktiv ist, freut sich über das internationale Feld: „Es ist quantitativ sehr gut. Die 130 Meldungen der WM 2014 konnten wir naturgemäß nicht erreichen. Qualitativ ist alles da, was die Klasse derzeit in Europa zu bieten hat.“ Vor allem die Italiener und Franzosen erwartet Cremer in den vorderen Positionen. Aus deutscher Sicht könnte es aus der Lübecker Reihe mit Magnus Voss, Niclas Burdon oder Frederic Schüle vielleicht zu einer Top-Ten-Platzierung reichen: „Frederic ist ein großes Talent, mit seinen 35 Kilo aber bei viel Wind limitiert“, so Cremer. Hinter den Lübeckern tut sich in Deutschland eine große Lücke auf: „Außer beim Lübecker Yacht-Club wird für den O'pen Skiff hierzulande kaum strategisch Regattatraining angeboten.“ Charlotte Finkemeyer aus Surendorf hat noch das Talent, vor allem in der Mädchen-Wertung ein großes Wort mitzureden.
Das Problem der Klasse in Deutschland: Es wird zwar in Segelschulen gern als Einstiegsboot genutzt, aber sonst wenig als eigenständige Regattaklasse angesehen. Daher gibt es auch selten spezialisierte Trainer. Doch der kleine Skiff fährt sich eben anders als ein Optimist. „Andere Nationen haben erkannt, dass man eine ganz andere Technik anwenden muss. Das war vor ein paar Jahren auch hier noch in einigen Vereinen so. Jetzt sind aber viele darauf zurückgegangen, einfach Opti-Trainer für den O'pen Skiff einzusetzen. Und das funktioniert eben nicht“, sagt Cremer.
Dabei sei die kleine, flache Flunder ideal, um den Nachwuchs auf das Skiff-Segeln vorzubereiten. „Über den O'pen Skiff sind etliche Segler über den 29er nun im olympischen 49er angekommen“, so Cremer. „Wenn man in Richtung Olympia guckt, dann geht es vom Opti über den 420er in den 470er und vom O'pen Skiff eben bis zum 49er.“

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