Leistungsschau der Vaurien zur TW

Die Vaurien kommen mit einem 65 Boote starken Feld zur WM. Foto: KV

Ist der Weg frei für einen deutschen Erfolg bei der Weltmeisterschaft der Vaurien vor Travemünde? Im vergangenen Jahr stürmte der deutsche Klassenpräsident Peter Lakshmanan als Dritter das Podium, jetzt hat er ein neues Boot, und der italienische Weltmeister von 2017 hat nicht gemeldet. Doch Lakshmanan wiegelt ab, der der spanische Vizeweltmeister ist wieder dabei: „Die Favoriten kommen aus Italien und Spanien. Die wechseln sich meist bei der Titelvergabe ab. Im vergangenen Jahr lagen uns die Bedingungen auf dem Binnensee in Polen. Jetzt werden wohl wieder die Segler von der Küste im Vorteil sein.“ Und gerade die Italiener, die mit einem Potenzial von 30 bis 50 Regatta-Assen im Vaurien ausgestattet sind, können Wind und Welle, da die meisten am Mittelmeer zuhause sind.


Die deutschen Segler kommen vor allem aus Nordrhein-Westfalen, einige auch vom Brombach- oder Bodensee. Die Ostsee ist für die meisten daher ein unbekanntes Revier. Trotzdem stellen die Deutschen mit rund 20 Startern die größte Flotte unter den sieben vertretenen Nationen. Groß vertreten sind auch die Niederländer und Franzosen. Kein Wunder – kommt der Vaurien in seinem Ursprung doch aus Frankreich. 1951 wurde die stabil zu segelnde Knickspant-Konstruktion vom französischen Spitzensegler und Bootskonstrukteur Jean-Jacques Herbulot entworfen, ist seit 1961 von der ISAF als internationale Einheitsklasse anerkannt.


Gerade in ihrem Herkunftsland, aber auch in Spanien hat sich der Vaurien als Grundlage für viele erfolgreiche Regattasegler etabliert, die es mit der Ausbildung auf dem Vaurien bis zum Olympiasieg oder ins Profigeschäft gebracht haben. In den vergangenen fast 70 Jahren ist der Vaurien behutsam weiterentwickelt worden, so dass auch ältere Boote immer auf die Veränderungen angepasst werden konnten. Die größte Änderung war vor zehn Jahren die Einführung einer neuen Besegelung. Ein modernes Großsegel mit ausgestelltem Top, eine leicht vergrößerte Fock und ein größerer Spinnaker lassen die Jolle insbesondere bei wenig Wind schneller anspringen, dennoch bleibt die Konstruktion auch bei viel Wind gut segelbar. So ist der Vaurien eine Jolle für jedermann geblieben – ob Frau, Mann, Jung oder Alt. Und auch große Gewichtsunterschiede in der Crew lassen sich gut durch Trimm und Taktik auffangen.


Die Travemünder Woche mit ihrer Weltmeisterschaft wird auch eine Leistungsschau für eine modifizierte Form des Vaurien. Die deutsche Klasse hat vor rund eineinhalb Jahren gemeinsam mit der Hein Werft aus Elmshorn die Möglichkeiten der Vermessung ausgelotet und den Vaurien-Rumpf überarbeitet. Im vergangenen Herbst wurde das erste Boot aus der Schale gehoben, zur WM werden jetzt drei neue Hein-Boote am Start sein. Mit der „GER 666“, dem „Beast“, bringt auch Klassenpräsident Peter Lakshmanan, mit seinem Bruder Martin (ebenfalls Eigner eines neuen Bootes) einer der Initiatoren des Bootsbau-Projektes, eine neue Hein-Jolle an den Start. Dass die neue Konstruktion großes Potenzial hat, zeigte sich unlängst bei den German Open auf dem Dümmer. Martin Lakshmanan mit Natalia Rutz landete auf Rang zwei und damit direkt vor seinem Bruder Peter, der mit Nele Biener segelte. Geschlagen wurden sie allerdings von Jan Schilling und Janna Riffeler, die damit ihren Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigten. Mit Ida und Lotte Milow war auch eine junge Damen-Crew dicht dran am Podium. Die Weltmeisterschaft für TW wird zeigen, wie leistungsstark sich die deutschen Mannschaften im internationalen Vergleich präsentieren werden.

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