Jahrzehntelange Treue zur TW

Dieter Büntemeyer erhielt zum Abschied von der TW eine leckere Marzipantorte. Foto: ra

Neben den großen Startschiffen wie der „Camargue“ und der „Libra“ nimmt sich die „Vera“ bescheiden aus. Doch an Erfahrung hat der neun Meter lange Trawler mit ihrem Kapitän Erich Nickel allen anderen Schiffen zur Travemünder Woche einiges voraus. Seit 40 Jahren ist die „Vera“ für die Segelwoche im Einsatz – Eigner Erich Nickel bringt es sogar auf 50 Jahre.

1969 war es, als er eher durch Zufall in die Travemünder Woche eingebunden wurde. Er lag mit seinem Boot an der Vorderreihe und wurde von einem TW-Verantwortlichen gefragt, ob er beim Reinschleppen helfen könne. Die Teilnehmer brauchten Unterstützung. Nickel schmiss die Maschine an, und seitdem läuft sie immer wieder für die TW. Als Startschiff und Tonnenleger brachte sich der 74-Jährige ein, inzwischen gibt der ehemalige Postangestellte den Tauchern eine Basis.
Grund genug für seine Taucher, auch mal ihren Bootsführer zu ehren. Sie gaben den Hinweis, dass Erich Nickel im 130. Jahr der Travemünder Woche selbst einen runden TW-Geburtstag feiert. Und so gab Nickel dann auch nach und der Presse einen kleinen Einblick in sein Refugium. Heimelig ist es an Bord, ein guter Ort, um auf See zu fahren. Aus dem geschützten Steuerstand heraus oder vom Oberdeck kann Nickel das 80 PS starke Boot steuern. Das Cockpit bietet Platz und guten Schutz, und im Deckshaus lädt eine Sitzecke nach der Tour zum Verweilen ein. Erich Nickel gibt zu, dass sein Schiff „seine Frau“ ist. Und die lud in den vergangenen Jahren zu mancher gemütlichen Runde ein: „Wir sind das kleinste Schiff, aber dafür das lustigste“, sagt Nickel.

Seit über zwei Jahrzehnten ist auch Dieter Büntemeyer dabei. Doch für ihn ist nach diesem Jahr Schluss. 1997 wurde er von der Werft weg mit seinem neu erworbenen Taiwan Trawler „Camargue“ für die Travemünder Woche angeworben. Seitdem schippert er mit seiner Frau Gertrud und der „Camargue“ im Juli über Rhein und Kanäle von Düsseldorf zur TW, wo seine Yacht als Startschiff im Einsatz ist. „Wir lieben Travemünde, das ist für uns wie nach Hause kommen“, erzählt er. Der Handelsvertreter a.D. hat aber beschlossen, in TW-Rente zu gehen. „Ich bin jetzt fast 88, es reicht. Wir werden das Schiff verkaufen.“ Die TW verliert einen treuen Helfer.

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