Gute Bilder verlangen Erfahrung und Gespür

Anderl Denecke hat sich bestens in die TW-Verantwortung eingefügt. Foto: segel-bilder.de

Nicht nur die Segler gehen bei der Travemünder Woche täglich aufs Wasser. Auch zahlreiche Medienvertreter fahren mit Pressebooten zu den Regattabahnen, um das Segelgeschehen mit der Foto- oder Fernsehkamera festzuhalten. Möglich machen das  rund eine Handvoll Bootsführer, die ausschließlich für die Presse zur Verfügung stehen.

Presse steht auf der weißen Flagge am Heck des Schlauchbootes. Vorsichtig klettert das Fernsehteam vom Norddeutschen Rundfunk mit seinem Equipment an Bord. Das Ziel: die Rennen der Bootsklasse Vaurien für einen Bericht über das Segelteam aus Angola. Alle benötigten Einstellung von den Angolanern an Land hat das dreiköpfige Team bereits im Kasten. Es fehlen die Bilder vom Wasser.
 
Bei einer ersten Ausfahrt zu Drehzwecken am Vortag haben die NDR-Volontärin Désirée Fehringer sowie die angehenden Mediengestalter Hannes Grigull und Arman Ahmadi bereits Erfahrungen mit dem Drehen vom Schlauchboot aus gemacht. Ihr Fazit:  ungewohnt und herausfordernd. Besondere technisch sei es eine Umstellung. „Es ist nicht einfach, bei Wellengang unverwackelte Bilder zu produzieren und im Segelgewirr schnell das gewünschte Boot zu finden. Auch das Einfangen von O-Tönen ist schwierig, weil man dafür dicht an die Boote heranfahren muss. Aber es ist eine tolle neue Erfahrung und spannende Herausforderung“, erklärt die 25-jährige Désirée Fehringer.
 
Sie und ihre Kollegen haben schnell gemerkt: Ein erfahrener Bootsführer ist beim Filmen vom Boot aus das A und O. „Nur so kann man synchron arbeiten kann. Es gibt beim Drehen auf dem Wasser viel gleichzeitig zu beachten – neben der Schärfe und dem Zoomen auch das Festhalten von Material und sich selbst. Ich kann schwimmen, aber die Kamera nicht“, meint Arman Ahmadi. Am wenigsten hadert Tonassistent Hannes Grigull mit den Arbeitsumständen auf dem Wasser: „Der Windschutz am Mikrofon ist so gut, dass es keinen Unterschied macht, ob ich an Land oder auf dem Wasser arbeite.“
 
Einer, der schon viel mit der Kamera auf dem Wasser unterwegs war, ist Segelfotograf Christian Beeck aus Osterrönfeld. Seit über 20 Jahren fotografiert er bei Segelveranstaltungen vom Boot aus, an Land und auch manchmal aus dem Wasser heraus. Was für ihn die Herausforderung dabei ist? „Manchmal muss man viel herumfahren, um das richtige Motiv zu finden, häufig die Segler für ein gutes Bild animieren und immer wieder neue Bildideen entwickeln. Oft ist langes Warten angesagt, und dann geht alles plötzlich ganz schnell“, beschreibt er typische Situationen. Wichtig sei es außerdem, die Kamera gut zu verpacken, da das Material durch Salzwasser, Wettereinflüsse und Stöße beim Fahren in den Wellen ohnehin sehr leide.
 
Aber nicht nur für die Medienvertreter ist das Arbeiten auf See eine Herausforderung. Auch die Schlauchbootfahrer müssen bei der Zusammenarbeit viel beachten. „Es ist wichtig, den Blickwinkel der Fotografen oder Kameraleute zu verstehen und gute Absprachen zu treffen. Man muss wissen, wo die besten Postionen für Aufnahmen sind, wie man schnell dort hinkommt und das Boot dort hält, ohne Segler zu behindern“, weiß Bootsführer Andreas aus Frankfurt aus Jahrzehnte langer Erfahrung. Umsichtiges Fahren wäre natürlich auch ein Muss. Wenn Bootsführer und Medienvertreter im Team arbeiten, wären gute Ergebnisse garantiert. Das kann das NDR-Team bestätigen.

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