Eine Festivalwoche von hoher Qualität

Das Festivalangebot zur 130. Travemünder Woche bot einen breiten Mix für jedermann. Foto: segel-bilder.de

Die Travemünder Woche präsentierte sich in ihrem 130. Jahr auf einem hohen Qualitätsniveau und steuert auf einen emotionalen Abschluss zu. Das Programm wurde von den Besuchern sehr gut angenommen, für Einschränkungen im Publikumsstrom sorgten einige Wetterkonstellationen – vor allem das Unwetter am ersten TW-Samstag. Damit wird der Andrang zur TW zwar etwas unter dem Vorjahresniveau liegen, als eine karibische Woche die Gäste verwöhnte. Bis zum Abschlussfeuerwerk dürften sich aber – den üblichen Wochenendzuspruch einkalkuliert – etwa 750.000 Menschen an der Festivalmeile an Trave und Ostsee vergnügt haben.

Über den gesamten Festivalverlauf gesehen zeigte sich Uwe Bergmann von der Agentur uba, die das Landprogramm vermarktet, zufrieden: „Abends war eigentlich immer etwas los. Da wirkt sich auch aus, dass sich die Bettenzahl in Travemünde in den vergangenen Jahren erhöht hat.“ Ärgerlich war, dass ein heftiges Unwetter ausgerechnet am ersten Samstagabend die TW getroffen hat. Und der frische Ostwind der vergangenen Tage hat zudem die Aufenthaltsdauer einiger Besucher eingeschränkt. Dass das Wetter Einfluss auf den unterschiedlichen Umsatz der Standbereiber hatte, liegt in der Natur der Sache. Eis und kühle Getränke liefen in der Hitzewelle zum Anfang der Woche eben sehr gut, heiße Speisen dann etwas weniger. „Wir bieten ein breites Angebot an Essen und Trinken. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei“, so Bergmann.

Auch in der Musikgestaltung hatten die Gäste die Wahl in einem umfangreichen Angebot. „Mein persönliches Highlight war Andreas Kümmert – wirklich einer der besten Musiker, die wir in Deutschland haben. Insgesamt sind die Erwartungen übertroffen worden“, berichtete Bergmann. In Sachen Lautstärke und Länge der späten Acts haben sich die Veranstalter an die vereinbarten Grenzen gehalten. Dass mitunter der Schall weit nach Travemünde hineingetragen wurde, lag auch am Ostwind. Einzelfälle von Lärmbelästigung waren auf zu laute Nachtschwärmer und auch Bootseigner zurückzuführen. „Wir hatten aber insgesamt eine Travemünder Woche von allerhöchster Friedlichkeit“, sagte Bergmann. Am Freitagabend indes schlugen einige Besucher über die Stränge.

Schwierig bleibt die Park- und Anreisesituation zu Spitzenzeiten. Dann ist Travemünde schnell gefüllt. Viele Besucher hatten zwar den Hinweis auf den öffentlichen Nahverkehr befolgt, dafür waren dann die Züge aus Lübeck schnell überlaufen. „Die Infrastruktur hat da Nachholbedarf. Die Travemünder Woche kann mehr Besucher verkraften, aber der Ort ist an seinen Grenzen. Wenn der Bus- und Bahnverkehr in seinen Kapazitäten und Frequenzen erhöht wird, würde das sehr helfen“, so TW-Geschäftsführer Frank Schärffe. Allerdings würde auch die Bereitschaft der Autofahrer zu einem kurzen Fußweg die Situation entspannen. Der zusätzlich eingerichtete Parkplatz Baggersand hatte zu jeder Zeit noch freie Plätze.

In Sachen Infrastruktur wird es in den kommenden Jahren weitere Veränderungen geben. Frank Schärffe wirft daher schon den Blick voraus auf den Umbau der Travepromenade, der nach der TW beginnen soll. „Wir sind sehr gespannt, wie sich das auswirkt. Für die Zeit der Travemünder Woche soll es zwar eine Pause in den Bauarbeiten geben, aber wir müssen abwarten, wie sich das Provisorium auf den Aufbau des Festivals und die Laufwege entlang der Trave auswirkt.“ Auch die Weiterentwicklung des Priwalls behalten die TW-Organisatoren im Auge. „Wir würden uns freuen, wenn wir da ins Gespräch kommen“, sagte Bergmann und Schärffe ergänzte: „Natürlich ist es unser Ziel, die Gäste des Priwalls zur Travemünder Woche auch auf die Travemünder Seite zu holen. Ein leistungsfähiges Fährangebot wäre dafür Voraussetzung.“

Mit Blick auf das Set-Up des TW-Landprogramms zeigt sich, dass sich einige Areale als Fixpunkte etabliert haben. Das Segler-Village vor dem Regattazentrum mit dem Holsten Ankerplatz ist ein wichtiger Standort für die Verknüpfung von Segelsport und Festival. Gerade die Siegerehrungen wurden feierlich und publikumsnah inszeniert. Das Angebot nebenan von Falkenthal Seafood wurde von den Besuchern gut angenommen und entspricht dem Wunsch eines maritimen Auftritts. Die Holsten Beach Area mit den drei Clubs hat gut harmoniert. Eine intensive Kontrolle an den Eingängen hat dazu geführt, dass es hier sehr friedlich zuging. Der Vorplatz dazu wurde mit einem leistungsstarken Lichtmast ausgestattet, der es im Bedarfsfall ermöglichte, die Zone mit Helligkeit zu fluten.

Der Stadtwerke Lübeck Festivalgarten bot einen bunten Mix für Musikliebhaber, aber auch die Kinder mit einem wechselnden Programm. Und sehr gelungen war in diesem Jahr das Programm im Gipsy Village, das in Kombination mit dem Weinkarée gerade der Generation Ü50 einen gelungenen Anlaufpunkt bot. „Das freut uns. Denn wir wollen, dass sich die Besucher wohlfühlen. Deshalb ist auch nicht entscheidend, wie viele Gäste kommen, sondern vielmehr, wie lange sie da sind. Dann sieht man, das es ihnen auch Spaß macht“, so Bergmann.

Optische Höhepunkte bleiben die Laser- und Pyroshow an der „Passat“, die allerdings mitunter wegen des Windes oder der voll besetzten „Passat“ ohne Pyro-Elemente auskommen musste. Das Höhenfeuerwerk soll am Sonntagabend (22.45 Uhr) den stimmungsvollen Abschluss der 130. Travemünder Woche bieten.

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