Ein Festival voller Sonne und guter Laune

Mit der Unwetterwarnung für den Samstagnachmittag vor der Brust, aber acht tollen Sommertagen im Rücken hat die Travemünder Woche eineinhalb Tage vor dem Abschlussfeuerwerk ein vorläufiges Fazit gezogen. Und wenig überraschend fällt die Bilanz sehr positiv aus. Der Besucherandrang wird den des Vorjahres deutlich übertreffen, die Stimmung war rundum sehr gelöst und friedlich, der Umsatz an den Ständen des Festivalareals war bei Getränken und Erfrischungen sehr gut, bei den deftigen Speisen indes gebremst.

„Es war eine sehr inspirierende Travemünder Woche, gerade in den Abendstunden herrschte eine tolle Atmosphäre“, sagte Uwe Bergmann von der Hamburger Agentur uba, die das Landprogramm vermarktet. „Ich kann mir bei diesen Bedingungen keinen schöneren Platz auf der Welt vorstellen.“ Ein kleiner Wehrmutstropfen waren die extremen Temperaturen des Sommers 2018. „Das war schon schwierig. Unsere Idealvorstellungen für das Festival sind 22 Grad und leicht bewölkter Himmel“, wusste Bergmann, dass dies klagen auf höchstem Niveau war. Zu den erwarteten Besucherzahlen sagte Bergmann: „Wir hatten stets einen guten Durchlauf, mit dem gestrigen Freitagabend haben wir noch einmal ordentlich vorgelegt. Daher ist der Besucherstrom deutlich höher als im vergangenen Jahr. Auch wenn es jetzt noch ein Unwetter am Samstagabend geben sollte, haben wir sehr gute Zahlen. Ausgehend von einem schönen Sonntag, der auch vorhergesagt ist, mit einem großen Abschlussfeuerwerk dürfte die Marke von 800.000 Besuchern geknackt werden – mit den Vorjahreszahlen als Referenz.“

Die verschiedenen Locations auf der Festivalmeile wurden gut angenommen – mit einer großen Durchmischung der Generationen. „Das sehen wir gern. Denn das sorgt auch für eine lockere Atmosphäre.“ Auch wenn die verschiedenen Altersgruppen überall zu finden waren, so gab es doch speziell zugeschnittene Angebote mit dem Holsten Ankerplatz als Hotspot für die Erwachsenen, in dem an den Abenden intensiv getanzt wurde, und den Beachclubs für die jüngere Generation. Das Medienzelt von Lübecker Nachrichten und NDR habe ein tolles Programm in seinen Talkrunden und bei den Musikern geboten. Die Stadtwerke Lübeck Bühne am Lotsenturm fand durch die Positionierung am Strand großen Anklang, da auf dem Platz vor der Nordermole und den Treppen zum Strand eine große Freifläche zur Verfügung stand.

Die Rückkehr der Festivalbühne in den Brügmanngarten wurde gut aufgenommen, auch dass es zwei ruhige Abende gab. „Wir wollen mit der Travemünder Woche unsere Gäste begeistern, sie aber auch für die Einwohner attraktiv gestalten“, sagte Bergmann, der nur eine Beschwerde über zu laute Musik bekommen hatte.

In der Weiterentwicklung des Festivals seien Vermarkter und Organisatoren auch auf die Mithilfe der Gemeinde angewiesen. „Die Travemünder Woche hat Strahlkraft und ist das größte, internationalste, wiederkehrende Event der Hansestadt. Aktuell ist die Bereitschaft überall erkennbar, die Travemünder Woche weiterzuentwickeln.“

In der Wahrnehmung der TW will Frank Schärffe, der Geschäftsführer der Travemünder Woche gGmbH, vor allem die Stärkung der Online- und sozialen Medien ins Visier nehmen. „Die sofortige Abrufbarkeit der aktuellen Informationen über das Smartphone müssen wir verbessern und spezielle Inhalte noch stärker herausarbeiten“, so Schärffe. Das Alleinstellungsmerkmal der TW mit der engen Verbindung von Regatta und Festival gilt es zu schärfen. „Wir können und wollen uns gar nicht in die Rolle drängen lassen, uns mit der Kieler Woche zu vergleichen. Die Travemünder Woche hat ihr eigenes Profil, und diese ist eine der schönsten jemals gewesen.“

Mit der Premiere der Youth Sailing Champions League und dem Schnuppersegel-Angebot für Menschen mit Behinderungen hat die TW 2018 zwei neue Formate ins Spiel gebracht. „Die Champions League für die Jugend ist super. Für das erste Mal ist der Zuspruch mit 18 Mannschaften auch gut, aber in den kommenden Jahren würde ich mir eine noch größere internationale Beteiligung wünschen“, sagte Jens Kath, der Sportliche Leiter. „Das Inklusionsangebot wollen wir ausbauen und in den kommenden Jahren gern als reguläre Regatten anbieten. Bisher war das nicht möglich, da wir keinen barrierefreien Hafen hatten. Mit der Neubebauung auf dem Priwall sollte sich das ändern. In zwei, drei Jahren können wir das inklusive Segeln fest in die Planung aufnehmen, vielleicht gehört es dann auch wieder in das Programm der Paralympics“, so Kath.

Angespannt bleibt die Travemünder Woche in Sachen Parkraum. Die Schaffung von höheren Bettenkapazitäten zu Lasten der Parkflächen kann aus Sicht der TW-Verantwortlichen nicht funktionieren. Und das gilt nicht nur für die zehn Tage des Segel- und Festivalevents, sondern auch für andere Veranstaltungen und für die Wochenenden mit bestem Badewetter. Neben mehr Fläche – möglich wäre eine Unterkellerung des Leuchtenfelds – müssten auch kluge Konzepte her, um abseits gelegene Parkräume für die Anreise attraktiver zu machen.

Zurück