Bühne für Umweltaktion

Mit einem Banner machte die Lübecker Greenpeace-Gruppe auf den bedenklichen Zustand der Nord- und Ostsee aufmerksam. Foto: Katrin Heidemann

Die Travemünder Woche ist stets eine Präsentationsfläche für die verschiedenen Bootsklassen, um sich dem Publikum und der Segelszene zu zeigen. Nun nutzte auch die Lübecker Greenpeace-Gruppe die Bühne. Mit einem großen Schwimmbanner am Strand von Travemünde machte sie auf den schlechten Zustand der Ost- und Nordsee aufmerksam. Die Organisation wollte mit der Aktion auf die Übernutzung und die Folgen der Klimaerwärmung auf Schleswig-Holsteins Hausmeere hinweisen.

Der Schutz der Meere und der Umwelt ist ganz im Sinne der Wassersportler. Vor zwei Jahren initiierte die Travemünder Woche einen Beach Clean-Up und informierte in Kooperation mit der Umweltorganisation One Earth – One Ocean über die Verschmutzung der Meere. Daher passt auch die Greenpeace-Aktion in den Kontext der Segler, sich für den Meeresschutz einzusetzen.

„Sogenannte Todeszonen ohne jeglichen Sauerstoff, in denen weder Fische noch andere Meeresbewohner überleben können, nehmen in der Ostsee zu. Stark gefährdet ist Deutschlands einzige Walart, der Schweinswal“, erläutert Ingrid Boitin von Greenpeace Lübeck. Die Lebensräume müssten besser geschützt werden, damit sich die Fischbestände erholen könnten. Deutschland hat bereits im Jahr 2007 fast die Hälfte seiner Meeresgebiete als Schutzzonen ausgewiesen. Doch die bürokratische Struktur in Deutschland sowie industrielle Interessen blockieren laut Greenpeace die Umsetzung und Kontrolle. „Seit Jahrzehnten darf in offiziellen Schutzgebieten weiterhin gefischt werden – teils sogar mit bodenzerstörenden Grundschleppnetzen. Wie bei der Klimakrise wird von der Politik zu zögerlich gehandelt“, so Claudia Wittmer von Greenpeace Lübeck.

Das ökologische Gleichgewicht in Nord- und Ostsee sei durch die industrielle Nutzung und die Klimakrise bedroht. „Unsere Handlungen und politischen Entscheidungen in den nächsten Jahren werden darüber bestimmen, wie die Zukunft der Meere und unsere Zukunft aussehen“, ergänzt die Umwelt-Aktivistin. Um ein Zeichen zu setzen, stiegen sechs Mitglieder der Lübecker Greenpeace-Gruppe mit einem Banner mit der Aufschrift „Schützt unsere Meere!“ vor dem Travemünder Strand in die Ostsee.

Zurück