Angespannter Start, entspannte Regatta

Enger Start in der Trave, viel Platz auf der Ostsee, stimmungsvolles Segeln im schummrigen Licht: Für die Seesegler ging es auf der Langstrecken-Regatta zur Travemünder Woche zwar nicht wie geplant um Fehmarn herum, an Erlebnissen auf dem Kurs wurde aber nicht gespart. Rund zwölf Stunden brauchten die schnellsten Yachten, um den 66 Seemeilen langen Kurs von Travemünde Richtung Wismar, über Dahmeshöved, Neustadt und zurück nach Travemünde zu absolvieren. Als erste Crew steuerte die Mannschaft um Alf Henryk Wulf (Kieler YC) die „Stardust“ über die Ziellinie vor der Passat.

Zum Start am Donnerstagabend war von den Steuerleuten und den Mannschaften auf den Yachten höchste Konzentration gefordert. Im engen Revier der Trave mussten nicht nur die Manöver exakt sitzen, auch spontane Ausweichaktionen gehörten zum Repertoire sowie ein genaues Timing, um den Bug mit dem Startschuss über die Linie zu schieben.

Alf Henryk Wulf bewies mit seiner „Stardust“ ein perfektes Auge für die Entfernung zur Linie, um die letzte Wende nahe der Stege vor der Travepromenade zu setzen und mit der X41 in Richtung Südermole davonzuziehen. Dort nutzte er den Platz aus, wendete spät und zog mit Backbord-Schoten aus der Trave in Richtung Ostsee davon. „Das war wirklich spannend zum Start. Die Trave lässt nicht viel Platz. Aber es hat ausgezeichnet geklappt. Unser Timing passte. Auf Höhe der ersten Ansteuerungstonne hatten wir das Feld der Yardstick-Yachten, die zehn Minuten vor uns gestartet waren, eingeholt“, so Wulf.

„Wir sind in die Nacht hineingekreuzt. Gegen 23.30 Uhr haben wir die Bahnmarke in Wismar erreicht, haben den Spinnaker gezogen und konnten schön schnell die Lübecker Bucht überqueren“, berichtete der „Stardust“-Skipper. Mit acht bis neun Knoten Wind war die Brise deutlich stärker als vorhergesagt, so dass die Crews schnell unterwegs waren. „Es war ausgesprochen schönes Segeln. Wir haben uns nur am Ruder und an der Großschot mal abgewechselt, ansonsten ist die Mannschaft durchgesegelt. Wir hatten tolles Licht, es wurde nie komplett dunkel durch den hellen Nordhimmel. Ein wirklich großes Erlebnis für die gesamte Crew.“

Zwischenzeitlich hatte sich die „Stardust“ einen Vorsprung von 18 Minuten vor den ersten Verfolgern erarbeitet. Der schmolz kurz vor dem Ziel zwar wieder etwas zusammen, als der Wind nachließ. Aber auch die zwölf Minuten vor der „Adamas“ von Jan Peters (Heiligenhafen) reichten für die Kieler Yacht, um nicht nur erstes Schiff im Hafen zu sein, sondern auch nach Berechnung in der ORC I+II das Rennen zu gewinnen. Bei den kleineren ORC-Schiffen (III+IV) setzte sich die „Caramelle“ von Matthias Renner (Lübecker YC) und bei den Yardstick-Yachten die „X-wärts“ von Lars Schöppener (Wismarer SV) durch.

Um 11.15 Uhr war das letzte der zwölf gestarteten Schiffe, die „Herr Nilsson“ von Timo Manske (Lübecker YC), im Ziel. Nur die „Tolenza“ von Nils Rogge (Neustädter SV) musste aufgeben. „Da ist das Großsegel gerissen“, berichtete Seebahn-Chef Uwe Wenzel. Am Samstag folgt Teil drei der Travemünder Woche für die seegehenden Yachten. Um 10 Uhr ist Start der Mittelstrecke. „Da haben 40 Boote gemeldet. Das kann sich sehen lassen“, sagt Wenzel.

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