Marzipan lockt Schweden nach Lübeck

Beim Langstreckenrennen Rund Fehmarn am Auftaktwochenende segelten Lena Having und Eivind Bøymo-Malm aus Schweden mit ihrer Corby 33 „Mrs. Freckles“ Double Handed souverän mit zwei Stunden Vorsprung zum Sieg. Für viele waren sie die Überraschungssieger auf der Seebahn, weil sie erstmals bei der Travemünder Woche an den Start gingen.

Travemünder Woche Regatta und Festival
Die Schweden Lena Having und Eivind Bøymo-Malm sind ein eingespieltes Team auf ihrer „Mrs. Freckles“. Foto: Christian Beeck/TW

Ganz unbekannt ist Bøymo-Malm in Travemünde allerdings nicht. Über einen früheren Segelmacher-Arbeitskollegen war der Göteborger schon als Profi-Trainer zu Gast beim Regattatraining des Lübecker Yacht-Clubs. Dabei hat er von der Travemünder Woche erfahren und seiner Segelpartnerin Lena Havberg zu Hause davon erzählt. „Da wir neue Abenteuer und neue Orte lieben und gerne andere Seglerinnen und Segler treffen, haben wir schnell beschlossen, bei der Travemünder Woche anzutreten. Und wir sind nicht enttäuscht worden. Es ist ein tolles Event, und die Bedingungen und Infrastruktur im Passat-Hafen sind ideal“, sagt die 62-jährige Havberg.

Nach dem fulminanten Start mit dem Sieg beim Langstreckenrennen, lief es bei den Up-and-Down-Rennen weniger rund bei dem schwedischen Team. „Zu zweit war es hart auf der Bahn bei den Windbedingungen. Da sind wir an den Wendemarken als einzige Double-Hand-Crew im Vergleich zu den Yachten mit voller Crew zu langsam. Aber wir wollten wenigstens ein Rennen machen und haben dann bei einer Windgeschwindigkeit von 20 Knoten beschlossen aufzuhören, um kein unnötiges Risiko einzugehen“, erklärt Havberg.

Ein weiterer Grund, um es bei ihrem Travemünder-Woche-Debüt etwas ruhiger anzugehen, ist auch die Tatsache, dass es für Lena Havberg die erste Regatta mit einem neuen Kniegelenk im linken Bein ist. „Wegen der Knie-OP sind wir dieses Jahr erst Ende Mai und nicht wie sonst im März in die Saison gestartet. Das Langstreckenrennen bei der Travemünder Woche war unser erstes Rennen in 2025. Wir sind froh, hier zu sein, und es ist ein gutes Training“, sagt Havberg.

Dafür waren die vergangenen Jahre für das Team umso voller mit großen Segelevents und Regattaerfolgen. 2023 standen die beiden bei den ORC-Europameisterschaften im Double Handed vor Venedig als Zweite auf dem Siegerpodest. Platz sechs belegte das schwedische Segelduo bei der Weltmeisterschaft 2024 in Norwegen. Die diesjährige WM in Italien lassen Havberg und Boymo-Malm auch wegen der Entfernung aus. Für 2026 planen die beiden aber schon jetzt wieder die Teilnahme an mehreren größeren Regatten und Meisterschaften.

Travemünder Woche Regatta und Festival
Die Corby 33 des schwedischen Duos erweist sich als schnelle Yacht auf der Seebahn. Foto: Christian Beeck/TW

Früher ist das schwedische Team mehr mit voller Crew gesegelt. Erst seit zwei Jahren sind sie hauptsächlich als Duo unterwegs. Havberg und Bøymo-Malm kennen sich aus Großbritannien, woher auch ihr Boot „Mrs. Freckles“ stammt, und segeln seit etwas über zehn Jahren zusammen. Mittlerweile leben sie wieder in Schweden und segeln für den Cape Crow Yacht Club auf der Insel Hönö in den Schären vor Göteborg.

Nach der Travemünder Woche nehmen sie direkt wieder Kurs auf Göteborg mit einem kurzen Stopp bei Freunden in Kopenhagen. Die Tage zwischen den Rennen in Travemünde nutzten sie für etwas Regeneration und ein wenig Sightseeing in Lübeck. Neben dem deutschen Bier und deutscher Wurst hat es besonders das hiesige Marzipan den Schweden angetan.

„Schon wegen des Marzipans, das die Gewinner bei der Travemünder Woche bekommen, müssen wir beim Mittelstreckenrennen am Abschlusswochenende noch mal gut abschneiden“, sagt Bøymo-Malm mit einem Grinsen. Nach dem überzeugendem Ergebnis auf der Langstrecke zum Auftakt der Travemünder Woche, scheint ein weiterer Marzipangewinn durchaus nicht ausgeschlossen zu sein, wenn es am Sonnabend und Sonntag auf die Bahn geht.

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