Die Travemünder Woche trotzt am zweiten Regattatag allen Wetterprognosen. Statt Regen und schwierigen Winden gab es Traumbedingungen in der Lübecker Bucht, die das ausgedünnte Programm des ersten Tages wieder wett machten. Auf allen sieben Bahnen wurde fleißig nach Punkten gesegelt. Dazu kamen die Practice Races und Trainingstage für die weiteren Klassen, die in den kommenden Tagen mit ihren Meisterschaften beginnen. Damit bot die Ostsee ein buntes Bild aus vielfarbigen Segeln der RS-Klassen, der Hobies sowie den weiteren Jollen- und Kielbootklassen. Erst als die meisten Seglerinnen und Segler wieder im Hafen waren, kamen die kräftigen Schauer. Die Aktiven der RS-500-Klasse ließen sich davon allerdings nicht abhalten, um den Besuchern des Festival bei den Trave Races eine Showregatta zu liefern.
Für die Hobie-Katamarane endete an diesem Sonntag bereits der Auftritt zur 137. Travemünder Woche. Nach den heftigen Böen, die die Flotte am ersten Tag unter der Steilküste des Brodtener Ufers abwettern musste, zeigte sich Tag zwei deutlich gemäßigter. Anspruchsvoll blieb es mit den Drehern und schwankenden Windgeschwindigkeiten dennoch.
Nachdem die reine Männer-Crew aus Maurice Schwarz/Roman Kühler (Bocholt) den ersten Tag bestimmt hatte, setzten sich an Tag zwei die Mixed-Crews in Szene. Ulf Hahn/Katrin Wiese-Dohse (SC Kellenhusen), die vor einer Woche zum deutschen Vizemeistertitel gesegelt waren, schoben sich mit der Serie 3, 2, 1 noch auf den ersten Rang in der Gesamtwertung. Schwarz/Kühler retteten zumindest noch den Silberplatz vor dem jungen Team aus Surendorf, Lukas Riepe/Wiebke Finkemeyer.

Damit durften sie am Abend ebenso die Trophäen entgegen nehmen wie die Crews der seegehenden Yachten, die bereits ihre zweite TW-Regatta des Jahres 2026 beendeten. Nach der Langstrecke ging es nun zu drei Wettfahrten auf die Up-and-Down-Bahn – mit prominenter Besetzung. Denn vertreten waren auch die Ex-Weltmeister um Jürgen Klinghardt (Lübeck) mit der „Patent 4“ sowie die Europameister von 2022 um Jens Kuphal (Berlin) auf der „Exciter“.
Die beiden Crews starteten zwar verhalten in die Rennen, lieferten sich dann aber das erwartete Spitzenduell mit jeweils einem ersten und einem zweiten Platz. So entschied schließlich das bessere Ergebnis aus der ersten Wettfahrt für die „Patent4“, sie sich den TW-Siegerpokal vor der „Exciter“ und der Wismarer „Matchbox“ von Torsten Habicht holte.
In der Yardstick-Wertung durfte sich die „Pepper and Salt“ von Björn Carstensen (Scharbeutz) als TW-Sieger feiern lassen. Ihre Serie von 1, 3, 1 in den drei Wettfahrten reichte knapp zum Sieg vor Florian Walden und seiner Crew auf der „Venskab“ (Lübeck) und der „Na und“ von Stefan Meining (Lübeck). Die ersten Drei trennte nur jeweils ein Punkt.
Für die Finns und H-Boote sowie die J/22 bei ihren German Open dreht sich das Karussell der Travemünder Woche noch eine bzw. zwei Runden weiter. Vor ihrem finalen Tag hat sich bei den H-Booten die Familie Köhne aus Berlin um Skipper Holger in eine starke Ausgangsposition gebracht, um am Montag den Sieg bei den H-Booten nach Hause zu fahren. Ein Ruhekissen sind die zwei Punkte Vorsprung vor Andreas Krause (ebenfalls Berlin) allerdings nicht.
Bei den J/22 sieht alles danach aus, als wenn es zu einer Neubesetzung auf dem Sonnenplatz der Travemünder Woche in dieser Klasse kommen wird. Dauersieger Reiner Brockerhoff aus Duisburg liegt vor den Abschlussrennen mit seinen französischen Crewmitgliedern nur auf Platz vier. Wolf Jeschonnek (Berlin) ist auf dem besten Wege den Titelverteidiger zu entthronen. Im Heckwasser hat er mit Thorsten Spötter und Andreas Dillmann zwei Hamburger Crews.

Die Finns haben noch zwei Tage in Travemünde gebucht. Und an der Spitze entwickelt sich der erwartete Zweikampf zwischen den mehrmaligen Deutschen Meistern. Nach vier Rennen haben der Schweriner André Budzien und Fabian Lemmel (Berlin) jeweils zwei Siege auf dem Konto. Die weiteren Platzierungen von zwei zweiten geben den Ausschlag zugunsten von Budzien, der einen Punkt vor Lemmel führt.