Heftige Böen forderten die Segler


Die ersten Sieger der Travemünder Woche stehen fest: Hendrik Decker und seine Crew auf der „Cedo Nulli“ holten sich den Sieg bei der Langstrecken-Regatta rund Fehmarn. Und sie mussten lange dafür arbeiten. Nach 17 Stunden, 34 Minuten und 58 Sekunden auf See und über 90 Seemeilen im Heckwasser passierten sie am Samstagvormittag das Ziel an der Passat.

Damit waren sie zwar nicht die Ersten im Ziel, aber nach berechneter Zeit stand Platz eins in der Liste vor der zweihand gesegelten „Grace“ von Andreas und Birthe Grasteit sowie der „Bona Tempora“ von Hinrich Klatt und Crew, die allesamt den gastgebenden Lübecker Yacht-Club vertreten. „Es war hoch interessant. Auf dem Hinweg nach Fehmarn hatten wir einen phantastischen Blick mit Wetterleuchten, Gewitter und Sonnenuntergang. Die Bedenken zum Sperrgebiet am Fehmarn Belt können wir nicht teilen, es war alles gut markiert. Der Rückweg über Wismar war dann spannend mit viel Wind bis 25 Knoten und ordentlich Druck im Boot. Aber es war eine tolle Regatta, und wir werden versuchen, für die Zukunft mehr Teilnehmer hierher zu locken“, berichtete Hinrich Klatt von der Regatta.

Als Sieger des Seesegel-Auftakts durften sich auch zwei weitere Mannschaften fühlen. Die „Jinx“ des Niendorfers Johannes Berg hatte nach 17 Stunden, 23 Minuten und 20 Sekunden die Strecke absolviert und war damit die schnellste Yacht auf dem offiziellen Kurs.

30 Minuten früher war bereits Andi Lochbrunner, der ehemalige Präsident des Deutschen Seglerverbandes da. Die Regatta durch die Nacht nach Fehmarn ließ er sich nicht entgehen. Der Skipper vom Bodensee hat eine Yacht in Kiel liegen. Mit seiner „Resolute“ reiste er nun nach Travemünde – vor allem, um am Empfang der boot Düsseldorf auf der Passat am Samstagabend teilzunehmen. „Aber ungesegelt zu einer Seglerparty zu gehen, das geht nicht“, so Lochbrunner. Daher animierte er seine Crew auch zur Teilnahme an der Regatta rund um Fehmarn. Allerdings ging es für das Team der „Resolute“ nicht rundum, denn mit einer Masthöhe von 20 Metern auf der XP44 war es dem Skipper zu heikel, nachts unter der Fehmarnsund-Brücke durchzusegeln. „Durch die Bauarbeiten dort, hängen auch Gerüste unter der Brücke, und das begrenzt die Durchfahrtmöglichkeiten“, so Lochbrunner. So segelte er außer Konkurrenz zwar einen gleich langen, aber anderen Kurs als das übrige Feld. Außer Konkurrenz war die „Resolute“ eine halbe Stunde vor der Konkurrenz im Ziel.

Wettfahrtleiter Jan Fischer vermeldete nach den Zieldurchgängen und in Rücksprache mit den Teas zwar durchaus segelbare, aber anspruchsvolle Bedingungen, die das Feld vor und nach dem Start reduzierten. „22 haben gemeldet, 17 waren am Start und 11 sind schließlich durchgesegelt.“

Für einige Crews in kleiner Besetzung war die Herausforderung allerdings zu groß. Dazu gehörten Dirk und Jenny Meiburg mit ihrer „Feinschliff“. „Ich bin das erste Mal mit meiner Frau doublehanded gestartet. Vor Fehmarn haben wir noch mal aufs Wetter geschaut und beschlossen: ‚Das geben wir uns nicht‘. Und dann haben wir abgebrochen“, so der Segler vom Segler-Verein Trave. Auch Vereinskollege Jonas Franke war mit seiner Crew der „Aquilon“ frühzeitig zurück im Hafen auf dem Priwall. „Wir haben verkürzt und sind nicht mehr Richtung Wismar gesegelt. Die Wellen waren heftig, und es hatten zu viele von uns mit Seekrankheit zu kämpfen. Da war es keine Option weiterzusegeln“, sagte der Skipper.

Ein hartes Stück Arbeit war dann auch der Samstag für die weiteren Klassen. Die Finn Dinghys haben zwar ein Feld von über 40 Booten in der Meldeliste. Am Ende des ersten Tages konnten aber nur 22 Athleten Punkte für das einzige Rennen des Tages einstreichen. Die übrigen Gemeldeten hatten es entweder vorgezogen, gleich an Land zu bleiben oder die Wettfahrt abzubrechen.

Ein Berliner verlor dabei indes die Orientierung, segelte statt zum Mövenstein in Richtung Neustadt, kenterte dann auch noch auf der offenen Ostsee und war so für die Wettfahrtleitung lange nicht erreichbar. Als er dann schließlich doch wieder auf den richtigen Kurs fand, legten sich schnell die aufgewühlten Gemüter, denn inzwischen war schon eine größer angelegte Suchaktion mit den Kräften der Travemünder Woche eingeleitet worden.

Das Rennen gewann der Schweriner André Budzien, der in der Vergangenheit schon diverse Titel im Finn und in der OK-Jolle auf nationaler und internationaler Ebene eingesammelt hat.

Zweimal über den Kurs wurden die H-Boote und die J/22 geschickt. Bei den German Open der J-Boote hat Wolf Jeschonnek aus Berlin die Führung übernommen. Und auch der Führende der H-Boote kommt mit Holger Köhne aus der Bundeshauptstadt.

Travemünder Woche Regatta und Festival
Die Hobies kämpften auf der Medienbahn mit den wechselnden Winden und nahmen so auch mal ein ungewolltes Bad. Foto: Christian Beeck

Das größte Programm absolvierten die Hobie-16-Katamarane mit drei Rennen auf der Medienbahn. Unter der Steilküste des Brodtener Ufers schwankte der Wind zwischen acht und 25 Knoten und drehte heftig. Souverän meisterten Maurice Schwarz/Roman Kühler aus Bocholt diese Bedingungen und stehen auf Platz eins vor den deutschen Vizemeistern Ulf Hahn/Katrin Wiese-Dohse.

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