Abschluss mit neuem Rekord

Zum Abschluss der Travemünder Woche geriet das Regattaprogramm noch einmal ins Stolpern. Bei spiegelglatter Ostsee stand für die Seesegler, die Athleten der Formula-18-Katamarane und die Teilnehmer der German Open der Seascape 18 Warten auf dem Tagesplan. Doch dann ging es ganz schnell, da kein Wind mehr zu erwarten war. Um 11.30 Uhr ging AP über A am Flaggenmast hoch und signalisierte damit: Keine Rennen mehr am letzten Tag der 136. Travemünder Woche.

Damit feierten die Brüder Helge und Christian Sach eine neue Bestmarke zur TW. Sie schraubten ihren Siegrekord durch den Erfolg bei den Formula 18 auf nunmehr 23. Siege. Den deutschen Titel der Seascape 18 gewannen Jan Wilkens/Tobias Rieger (Hohen Wieschendorf). Und auf der Seebahn durften sich die Crews der „Sola“ um Ulli Tesch (Lübeck) und der „Matchbox“ von Torsten Habicht (Wismar) über die Siege auf der Mittelstrecke freuen.

Travemünder Woche Regatta und Festival

Die Crew der „Sola“ segelte zum Sieg in der Yardstick-Wertung der Mittelstrecke. Foto: Christian Beeck / TW

Für die Seesegler war es für die Mittelstrecken-Regatta ein zähes Wochenende. Schon am Sonnabend mussten sie sich im leichten Grundwind immer wieder durch Flautenzonen in der Lübecker Bucht quälen. Immerhin gelang es hier die beiden Flotten in der Yardstick- und der ORC-Wertung ins Ziel zu bekommen. Am Sonntag war dann aber kein segelbarer Hauch mehr auf der Ostsee zu finden – so sehr Wettfahrtleiter Jens Hahlbrock auch danach Ausschau hielt.

So stand die Gesamtwertung dann nach nur einer Wettfahrt fest. Bei den ORC-Yachten hatte die „Matchbox“ den rund 25 Seemeilen langen Kurs nach knapp vier Stunden bewältigt. Berechnet hatte die Crew um Torsten Habicht damit einen Vorsprung von gerade einmal 26 Sekunden vor der „Sea Lounge“ von Ralf Drews (Brunsbüttel) und eine weitere Minute vor der „X-Wärts“ von Lars Schöppener (Wismar).

Gesegelt war das Ergebnis in der Yardstick-Wertung besonders eng: Nur vier Sekunden trennten die „Masovia“ von Arnd-Tido Achermann (Lübeck) und die „Sola“ von Uli Tesch. Berechnet waren es allerdings zweieinhalb Minuten, die sich Tesch und Crew als Vorsprung erarbeitet hatten. Auf Rang drei landete Stefan Meining (Lübeck) mit seiner „Na und“.

Travemünder Woche Regatta und Festival

Jan Wilkens und sein Vorschoter Tobias Rieger freuten sich über den Sieg bei den German Open der Seascape 18. Foto: Christian Beeck / TW

Große Zufriedenheit herrschte bei den Seascape 18, obwohl auch sie am letzten Tag der Travemünder Woche keine Rennen mehr segeln konnten: „Die Rückmeldungen aus der Klasse waren durchweg positiv. Viele haben gesagt, dass sie gerne wieder nach Travemünde kommen würden. Es hat alles gepasst. Auf dem Priwall war es toll mit Anlegebier, Passat-Abend und den kurzen Wegen. Auch die Kommunikation über die App war optimal“, freute sich Jan Wilkens, 1. Klassensekretär der First Seascape. Besonders begeistert sei die Klasse gewesen, dass sie die Wettfahrtleitung am vorletzten Tag nach einer Pause noch mal wieder raus auf die Bahn geschickt hat für die entscheidenden Rennen. „Die Wettfahrtleitung hat das grandios gemacht, schnell reagiert, den Kurs umgebaut und uns für zwei weitere Wettfahrten rausgeschickt. Das war klasse, weil wir so insgesamt sechs Rennen zusammenbekommen haben“, sagte Wilkens.

Der Klassenboss freute sich nicht nur über die gelungene German Open für die Klasse, sondern auch über seinen eigenen Sieg. Knapper hätte die Entscheidung um Platz eins allerdings nicht sein können. Jan Wilkens und sein Vorschoter Tobias Rieger aus Schwerin beendeten die Wettfahrten punktgleich mit den Zweitplatzierten, Walter Wüllenweber und Martin Schmidt vom Hamburger Segel-Club. Beide hatten zudem die gleiche Anzahl an ersten, zweiten und dritten Plätzen. „Es war irre knapp und am Ende punktgleich. In dem Fall zählt das letzte Rennen, weshalb der Sieg an uns geht.“ Platz drei ging an die Schweden Anders Joensson und Henrik Aulin. „Zwei schwedische Teams und eine dänische Crew haben zum Open-Charakter der Meisterschaft beigetragen“, so Wilkens.

Als der Abbruch aller weiteren Wettfahrten am Sonntag verkündet wurden, klatschten Helge und Christian Sach auf dem Mövenstein-Grün ab. Die Rekordsieger der Travemünder Woche besserten ihre TW-Bilanz auf 23 Erfolge auf.

Travemünder Woche Regatta und Festival

Sieg Nummer 23 steht nach dieser Travemünder Woche bei den Katamaran-Spezialisten Helge und Christian Sach in den Büchern. Foto: Christian Beeck / TW

Sieben erste, ein vierter und ein dritter Platz in neun Wettfahrten reichten diesmal zum Sieg. Die Brüder aus dem ostholsteinischen Zarnekau zeigten der Formula-18-Konkurrenz wieder einmal das Heck, verwiesen den Hamburger Jesse Lindstädt und seinen Vater Sven sowie die Scharbeutzer Daniel Paysen und Tom Heinrich auf die Plätze.

Die Travemünder Woche hat mit der 23 eine neue Rekord-Hausnummer. Helge Sach kann mit der Zahl nicht so viel anfangen. „Wir zählen nicht, das machen andere. Aber der Sieg bedeutet uns schon sehr viel, denn die Konkurrenz war so stark wie lange nicht. Und wir hatten auch einen guten Tag mit Wind und Doppeltrapez.“ Sein Bruder hatte mit dem Verweis aufs Alter – Helge ist 68, er zwei Jahre jünger – schon befürchtet, „dass wir nur die Rücklichter der anderen sehen. Wir sind in diesem Jahr ja auch nicht so viel gesegelt.“

Doch Klasse kennt kein Alter. Das zeigten die „alten Säcke“ bereits bei der F18-WM zuvor in den Niederlanden als beste Deutsche mit Platz 18. Für die Sach-Brüder ein guter Grund, um immer weiter zu machen. „Unser Ehrgeiz ist es, noch ein bisschen schneller zu werden. Für das Regatta-Segeln ist F18 am coolsten.“ Und mit ihrer Konsequenz, in jedem Jahr bei der Travemünder Woche um den Sieg zu fighten, sind sie auch zu heimlichen Botschaftern für die schönste Segelwoche der Welt geworden.

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