Stadt Lübeck greift TW unter die Arme

TW-Geschäftsführer Frank Schärffe (links) kann nach dem Beschluss der Lübecker Bürgerschaft gemeinsam mit Sportdirektor Jens Kath die Planungen für die Travemünder Woche weiter vorantreiben. Foto: segel-bilder.de

Die Organisation der Travemünder Woche bekommt für die 132. Auflage (23. Juli bis 1. August 2021) Planungssicherheit. Nach einer intensiven Debatte der Lübecker Bürgerschaft wurde die Freigabe einer Unterstützung für die Regattawoche von bis zu 527.000 Euro durch die Stadt Lübeck beschlossen. Mit einer Fokussierung auf den Segelsport soll die Traditionsveranstaltung möglich werden. Da ein Festivalprogramm pandemiebedingt kaum vorstellbar ist, ist eine Refinanzierung der Regattakosten nicht möglich, und die TW hätte ohne den Unterstützungsbeschluss erneut frühzeitig abgesagt werden müssen. Nun ist eine Weiterplanung möglich, auch wenn allen Beteiligten klar ist, dass die Corona-Entwicklung bestimmt, ob und wie die Regatten durchgeführt werden können.

Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau verbindet mit der Unterstützung der Travemünder Woche ein klares Bekenntnis zu der internationalen Bedeutung der Regattawoche: „Die Lübecker Bucht ist ein anerkanntes Regatta- und Meisterschaftsrevier. Die Travemünder Woche hat sich in 132 Jahren einen weltweit herausragenden Ruf erarbeitet. Von diesem Ruf profitieren Sport, Tourismus und Wirtschaft der Stadt. Daher ist es wichtig, mit einer kontinuierlichen Veranstaltung der Travemünder Woche Verlässlichkeit zu beweisen. In diesem Jahr wird das Festival an Land, wenn überhaupt, nur in kleinem Umfang möglich sein, aber durch die Ausrichtung von Welt-, Europa- und Deutschen Meisterschaften wird Travemünde seiner Bedeutung als maritimer Standort gerecht und international sichtbar sein.“

Eine erneute Absage der Travemünder Woche nach 2020 will das Organisationsteam der Travemünder Woche unbedingt vermeiden. „Wir sind uns mit Bürgermeister Jan Lindenau einig, dass der Segelstandort Travemünde erheblich Schaden nehmen würde, wenn wir die Regatten jetzt absagen würden. Natürlich wissen wir, dass die Pandamie diktiert, was im Sommer möglich sein wird. Aber es ist wichtig, alle Möglichkeiten der Austragung der Regatten zu nutzen. Wir sind sehr dankbar, dass die Bürgerschaft mit ihrem Beschluss zur Unterstützung diesen Weg möglich macht“, sagt Frank Schärffe, Geschäftsführer der Travemünder Woche gGmbH, und er erklärt deutlich: „Bei allen Planungen steht die Gesundheit der Travemünder, ihrer Gäste, der Segler und unserer ehrenamtlichen Helfer an erster Stelle.“

Die Welt- und Europameisterschaften in diesem Jahr sind langjährig geplant, und die Travemünder Woche sieht sich gegenüber den Segler*innen auch für künftige Bewerbungen um hochklassige Regatten in der Pflicht, ein verlässlicher Partner zu sein. Daher werden die aktuellen Planungen der 132. Travemünder Woche ganz auf den Segelsport ohne größere Publikums-, Teilnehmer- und Helferveranstaltungen ausgerichtet. Neben dem Hygiene- und Sicherheitskonzept mit klar definierten und abgegrenzten Regattabereichen kommen der Travemünder Woche die Aufteilung in unterschiedliche Liegeplatz-Standorte und die Aufteilung der zehn Veranstaltungstage in verschiedene Regatta-Intervalle zugute. So werden insgesamt zwar 1000 Boote mit bis zu 2000 Segler*innen zu den 26 Entscheidungen erwartet, auf den weitläufigen Boots- und Unterbringungsflächen aber jeweils maximal 400 Segler*innen.

Die Debatte in der Lübecker Bürgerschaft am Donnerstagabend hat bei allen Parteien Einigkeit darüber gezeigt, dass die Travemünder Woche für das Ostseebad in mehrfacher Hinsicht von herausragender Bedeutung und ein wichtiger Markenbotschafter Lübecks ist. Ein Ausfall der Travemünder Woche und damit die Gefahr, aus dem internationalen Regattakalender zu verschwinden, würde aus sportlicher, touristischer und wirtschaftlicher Sicht dauerhafte Folge haben. Über den Weg, die Travemünder Woche zu erhalten, wurde zwar gestritten, letztlich wurde die Beschlussvorlage zur Unterstützung der Travemünder Woche aber angenommen. Maximal 527.000 Euro, die sich aus dem Aufwand für die Regattadurchführung und maßgeblich auch aus den coronabedingt erheblichen Infrastrukturkosten errechnen, stünden dafür bereit, wenn sich ein Finanzierungsbedarf ergibt.

Daneben wurde ein Zusatzantrag in der Lübecker Bürgerschaft angenommen, in welcher Form das Landprogramm der „Travemünder Woche“ qualitativ an das „Touristische Entwicklungskonzept. Travemünde 2030“ (TEK 2030) angepasst werden kann. „Es ist ganz in unserem Sinne, wenn die Travemünder Woche in das Konzept einbezogen wird. Die Symbiose aus Regatta und Festival, diese direkte Verbindung von Seglern und Publikum, ist das Alleinstellungsmerkmal der Travemünder Woche. 'Unsere Kernpompetenz' als Veranstalter ist dabei die Organisation und Ausrichtung des segelsportlichen Bereichs“, sagt Frank Schärffe.

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