Perfektes Event für Titelkämpfe

Die Dyas feierten im vergangenen Jahr ihr 50-jähriges Bestehen und kommen nun zur DM nach Travemünde. Foto: segel-bilder.de

Die Lübecker Bucht ist auch in 2022 ein Top-Spot für die Austragung von Deutschen Meisterschaften. Gleich vier Klassen ermitteln im Rahmen der Travemünder Woche ihre nationalen Titelträger – und die Bandbreite der Meisterschaftsklassen ist weit: Am Start sind die traditionellen Folkeboote (25.-28. Juli), die ehemals olympischen Finn-Dinghys (23.-26. Juli), die Dyas (28.-30. Juli) und die ab 2024 olympischen Formula Kite (28.-31. Juli).

 

Die Kiter könnten die kleinste Gruppe unter den Meisterschaftsflotten bilden, aber sie dürften die Blicke auf sich ziehen. Denn es ist für die Surfer unterm Kite-Schirm nicht nur die Premiere einer Deutschen Meisterschaft in dem künftigen Olympia-Format. Zur Travemünder Woche wird sich auch zeigen, wie viele Kiter den Weg vom Freizeitsport hin zum ambitionierten Leistungssport wagen. Auch Bernd Himmer, beim Deutschen Segler-Verband zuständig für die speziellen Segeldisziplinen, kann das Potenzial nur schwer einschätzen: „In der Spitze sind wir mit Leonie Meyer, Florian Gruber und Jannis Maus stark besetzt. Aber im Unterbau ist noch vieles unklar. Die Kiter sind deutschlandweit verteilt, und es ist schwierig, die Kräfte zu bündeln.“ Himmer geht davon aus, dass zwischen 10 und 20 Teilnehmer zur IDM dabei sein könnten. Der Unsicherheitsfaktor in der Teilnehmerzahl ist aber hoch.

 

Während die Kite-Surfer sich noch für Olympia formieren müssen, hatten die Finn-Dinghys in Tokio ihren letzten Olympia-Auftritt. „Der Klasse in Deutschland hat das Olympia-Aus nicht geschadet. Im Gegenteil: Wir hatten in den letzten Jahren hohe Zuwachsraten, haben in der deutschen Klassenvereinigung nun über 400 Mitglieder“, berichtete Klassen-Boss Claus Wimmer. „Die Deutsche Meisterschaft zur Travemünder Woche wird das nationale Highlight. Die Location am Mövenstein ist klasse. Ich gehe davon aus, dass etwa 50 Teilnehmer die Herausforderung vor Travemünde annehmen werden.“ Obwohl einige junge Athleten in den Finn einsteigen und auch Teilnehmer aus Dänemark, Polen und den Niederlanden erwartet werden, hat das erfahrene Medaillen-Trio der IDM 2021 auch zur TW die Favoriten-Rollen inne: Im vergangenen Jahr siegte Thomas Schmid, Finn-Weltmeister und Olympia-Teilnehmer von 1988, vor dem dreimaligen OK-Weltmeister André Budzien und dem Berliner Fabian Lemmel, TW-Sieger von 2018 und aktuell Führender der deutschen Rangliste.

 

Im vergangenen Jahr feierte die Dyas-Klasse zu ihrem 50-jährigen Bestehen eine große Meisterschaft auf dem Starnberger See. „Ganz so viele Teilnehmer werden es in diesem Jahr wohl nicht werden. Aber um die 30 Teams könnten es zur Travemünder Woche sein“, so die Klassen-Vorsitzende Karin Diez. Die großen Flotten der Dyas sitzen in Berlin, im Westen rund um Koblenz und im Süden. „Die Ostsee-Welle wird eine Herausforderung. Aber die Spitzenteams lieben das, und wir werden daran arbeiten, den Nachwuchs an diese Bedingungen heranzuführen“, so Diez.

 

Für die Folkeboote ist die Ostsee dagegen wie gemacht, auch wenn die größten deutschen Flotten der inzwischen 80 Jahren alten Klasse in Berlin und Essen sitzen. „Die Teilnehmer werden aus ganz Deutschland kommen. Wir freuen uns auf ein tolles Meisterschaftsprogramm und perfekte Bedingungen. Die Lübecker Bucht ist für das Folkeboot genial. Man ist schnell auf der Bahn und hat tolle Bedingungen“, so der Klassen-Vorsitzende Jürgen Breitenbach aus Kiel, der im vergangenen Jahr auf Rang drei der IDM segelte. „Die Titelanwärter kommen wie in den vergangenen Jahren wieder aus Kiel. Aber es gibt starken Zuwachs, der zum Teil aus den Bundesliga-Kadern zu den Folkebooten gestoßen ist“, erwartet Breitenbach spannende Rennen.

Go back