Travemünder Woche: Liebling der Liga

Die Segel-Bundesliga sorgt vor Travemünde stets für spektakuläre Bilder. Foto: segel-bilder.de

Seit es die Segel-Bundesliga gibt, ist das Format auf einen Termin im Jahresverlauf fest gebucht. Immer zum Start in die Travemünder Woche gastiert die Liga in Lübeck, 2013 erstmals mit der Ersten Liga, und seit 2015 sowohl mit der Ersten als auch mit der Zweiten Liga. Damit ist Travemünde der am häufigsten frequentierte Standort in der bisherigen Liga-Historie. In diesem Jahr wird es eine Neuerung geben. Erstmals bekommen beide Ligen eine eigene Bahn. Damit wird das Geschehen entzerrt, der Aufwand in der Organisation ist gleichwohl deutlich größer.

Aber ob auf einer oder auf zwei Bahnen: Die Voraussetzungen vor Travemünde sind ideal. Obwohl auf der freien Ostsee gesegelt wird, sind die Wege für die Motorboote, die die Crews für die wechselnden Zusammensetzungen in den Wettfahrten von und zur Nordermole shutteln müssen, sehr kurz. Die Mannschaften haben damit immer wieder die Gelegenheit zu einer kleinen Pause am Strand und können hier mit Konkurrenten, aber auch mit Freunden und Familien fachsimpeln. Dazu bringt die Übertragung auf dem SAP Sail Cube die Segel-Bundesliga direkt zum Publikum.


Für Spannung ist gesorgt, denn die Bedingungen können auf dem Kurs dicht unter Land sehr unterschiedlich sein – in jedem Fall aber anspruchsvoll und gut für starke Bilder: Bei östlichen Winden ist in hoher Welle gute Seemannschaft bei den Teams gefordert, bei westlichen Winden das Gespür für die Dreher und Böen. Ein Heimvorteil ist dabei nur schwer zu kreieren. Dennoch hoffen die beiden Lübecker Mannschaften, auf ihrem Heimrevier wichtige Punkte für die Liga einzufahren. Das gilt umso mehr in diesem Jahr, da die erste Saisonhälfte für den Lübecker SV in der Zweiten Liga noch gar nicht laufen wollte und für den Lübecker YC in der Ersten Liga Licht und Schatten bot.


Der LSV schaffte in der vergangenen Saison erst in der Saisonverlängerung bei der Qualifikation in der Flensburger Förde den Klassenerhalt, und nach den Platzierungen 17, 16 und 18 in den ersten drei Events deutet vieles darauf hin, dass auch diesmal der Weg zum Klassenerhalt über Glücksburg führen wird.


Auch der Lübecker YC steht aktuell auf einem Abstiegsplatz (Rang 15). Doch nach dem unglücklichen Saisonauftakt mit den Rängen 14 und 17 auf den süddeutschen Seen zeigte die Formkurve zur Kieler Woche schon deutlich nach oben. Mit Platz vier vor Schilksee wurden wichtige Punkte eingefahren: Die obere Saisonhälfte ist nur noch fünf Punkte entfernt.
Insgesamt ist das Geschehen in der Segel-Bundesliga deutlich enger geworden. Zwar steht aktuell mit dem NRV Hamburg erneut ein Team an der Spitze, das schon zweimal (2013 und 2014) den Titel gewinnen konnte, doch auch die Hamburger sind nicht frei von Patzern (Rang 10 zum Auftakt). Und so ist das Titelrennen noch lange nicht entschieden.


In der Zweiten Liga scheinen sich die Nordclubs sehr gut etablieren zu können. Nachdem in der vergangenen Saison gleich drei Mannschaften aus Schleswig-Holstein den Abstieg aus Liga eins zur Liga zwei verkraften mussten, stehen nun zwei SH-Teams auf einem Aufstiegsplatz. In Travemünde können sie einen großen Schritt nach vorn machen. Denn für die Zweite Liga steht nach der Travemünder Woche nur noch ein Spieltag (Glücksburg, 18. bis 20. August) auf dem Plan. Die Erste Liga fährt dagegen nach Glücksburg noch zum Finale nach Berlin (2. bis 4. November).

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