Titelkämpfe spitzen sich allmählich zu

Felix Kupky surft vor Travemünde auf Titelkurs. Fotos: segel-bilder.de

Der Wind zur 128. Travemünder Woche treibt weiter ein buntes Spiel mit den Jugend- und Jüngstenseglern auf den fünf Regatta-Bahnen. Doch in einem Windszenario mit einer Unterbrechung im Laufe des Nachmittags, als die leichte Brise zusammenbrach und sich erst neu aufbauen musste, gelang es den Wettfahrtleiterteams die Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften weiter voranzubringen. Für die Klassen mit den großen Starterfeldern (Optimist, Laser Radial und 420er) endeten mit dem Donnerstag die Qualifikationsserien. Die Athleten werden nun ihrem Listenstand entsprechend in die finalen Gruppen eingeteilt, um in den verbleibenden beiden Tagen in den Goldflotten die Meister zu küren.

Bic Techno 293/Bic Techno 293 Plus
Die starke Serie von Felix Kupky (Berlin) mit zwei Siegen und einem zweiten Platz bei den Techno 293 bekam am Donnerstag eine kleine Delle. Doch nach dem vierten Platz zum Tagesstart konnte er einen weiteren zweiten Platz einfahren. Etwas getrübt wurde seine Laune dann in der dritten Wettfahrt. Nach schwierigem Beginn hatte er sich in die Führungsposition vorgearbeitet, doch dann brach die Wettfahrtleitung das Rennen mangels Wind ab. „Das war schon ärgerlich. Denn genau in dem Moment als abgeschossen wurde, kam der Wind wieder“, so Kupky, der erklärte, dass ihm die extremen Leichtwindbedingungen nicht so liegen. „Dann sind andere, leichtere Surfer im Vorteil.“ Doch mit den anderen Winden kommt er gut klar, so dass er mit einer vorderen Platzierung bei der Meisterschaft gerechnet hat. „Ich trainiere zweimal in der Woche in Berlin und habe auch ein paar Blocktrainings auf dem Gardasee und in Surendorf gemacht. Dass es hier aber so gut läuft, hätte ich nicht gedacht.“ Samy Vielhuber vom Chiemsee hat mit zwei Tagessiegen am heutigen Tag den Abstand allerdings etwas verkürzt, so dass der Titelkampf noch nicht entschieden ist.
Das gilt auch für die Surfer in der Plus-Version des Nachwuchs-Boards. Selina Horber (Chiemsee) und Richard Sprenger (Paderborn) liefern sich hier ein enges Duell, mit aktuellen Vorteilen für Selina.

Optimist
Die Regatta der jüngsten Segler zur TW wird zum internationalen Bruder-Duell an der Spitze. Nach acht Wettfahrten der Optimisten hat Mik Mohr die Führung vor Roko Mohr übernommen. Mic, der gerade bei der Opti-WM auf Rang drei gesegelt ist, führt allerdings das Nationen-Kennzeichen von Costa Rica im Segel, Roko segelt mit der „GER“. Tatsächlich stammen beide aus Plau in Mecklenburg und hatten zwischenzeitlich mit der Familie den Wohnsitz nach Costa Rica verlegt. Der bisher Führende, Johann Emmer (Lehnin), leistete sich am Donnerstag einen Ausrutscher und ist auf Rang drei abgerutscht. Bester Akteur aus dem WM-Kader der deutschen Klassenvereinigung ist Mewes Wieduwild (Berlin) als Siebter. Von der WM in Thailand kehrte er gerade mit einem 58. Rang zurück.

Teeny
Bei der Zweimann-Jüngstenklasse steckt die größte Spannung in der Spitze im Kampf um Platz zwei. Während sich die Spitzenreiter Stefan Schmidt/Moritz Kretschmar (Seeburger See) bereits einen komfortablen Vorsprung erarbeitet haben, sind die Verfolger Carlotta Meyer/Constantin von Camron (Dümmer) sowie Nik und Oke Nommensen (Plön) punktgleich. Und auch Tim Arne Kohlschmidt/Justus Kaminski (Phönixsee) haben nur einen Zähler Rückstand und werden noch in den Medaillenkampf eingreifen wollen.

Europe
Das lange Warten auf den richtigen Wind zahlte sich für die Europes aus. Denn als sie auf die Bahn gelassen wurde, hatten sich die Bedingungen stabilisiert und es gelangen faire Rennen. Für Robert Zink lief es dabei ganz nach Wunsch. Der junge Segler von der Stevertalsperre setzte sich mit Top-Ergebnissen von der Konkurrenz ab. Er trotzt damit auch der Frühstart-Disqualifikation vom zweiten Regattatag, die er aktuell aus den Ergebnissen streichen kann. „Aktuell bin ich gelassen, da sich auch die anderen fast alle einen Ausrutscher geleistet haben. Aber mehr als einen zweiten Streicher sollte man sich natürlich nicht leisten“, so Zink. Zur IDJM war er mit der Ambition angereist, in den Top-5 zu landen. Nach dem Vorbereitungstraining hatte er aber gemerkt, dass es gut lief, und auf eine Podiumsplatzierung gehofft. „Jetzt würde ich natürlich gern, die Position eins verteidigen.“ Die beiden Verfolger Johann Tammen (Kiel) und Vincent Schrader (Hüde) haben zwar beide schon zwölf Punkte Rückstand, dennoch behält Robert Zink sie im Auge. „Schon in der bisherigen Saison haben sie sich als sehr stark erwiesen.“

O'pen Bic
Zu einer Titelfahrt mit Ansage wird die Travemünder Woche für Leonard Beyer. Der Hamburger hat nach zwei Drittel der Meisterschaftsrennen in der O'pen-Bic-Klasse weiterhin die Führung inne. Der junge Segler ist mit der Zielsetzung angereist, in der Lübecker Bucht Deutscher Jugendmeister zu werden. Und er kennt das Revier auch bestens, denn als Mitglied der SGJ in Niendorf segelt er praktisch in seinem Wohnzimmer. Ken Izuki mit der japanischen Kennung im Segeln lässt indes nicht locker und hat nach zwölf Wettfahrten nur acht Punkte Rückstand. Im Respektsabstand folgt dann Matti Biedermann (Krefeld) auf Rang drei.

Laser 4.7/Laser Radial
Mit einem beeindruckenden Vorsprung hat Julian Hoffmann (Immenstadt) seine Titelambitionen untermauert. Nach sieben Wettfahrten hat er vor Verfolger Till Wanser (Hamburg) satte 26 Punkte Vorsprung. Einen Führungswechsel gab es bei den Laser Radial. Laura Schewe aus Kiel verweist hier die große Flotte von 105 Konkurrenten und Konkurrentinnen auf die weiteren Plätze.

29er
Nach zwei Segeltagen in der Spitze des Meisterschaftsfeldes musste die 29er-Crew Moritz Buck/Luca Schneider (Radolfzell) am Donnerstag kräftig Federn lassen. Eine Frühstart-Disqualifikation wirkte sich teuer aus, da die Mannschaft nun einen 34. Rang in die Wertung einbringen muss und auf Platz acht abrutschte. Damit rücken die Titelverteidiger Paul Pietzcker/Linus von Oppen (Berlin) wieder in die Rolle der besten deutschen Mannschaft. Allerdings haben sie beim Sturm auf das Podium noch ein ausländisches Trio vor sich. Das Ranking der ersten Drei heißt weiterhin Norwegen (Mathias Berthet/Alexander Franks Penty) vor den Niederlanden (Tess Wilschut/Femke van den Berg) und Schweden (Oscar Engström/Hugo Westberg).

420er
Schritt für Schritt arbeiten sich die Titelfavoriten bei den 420ern, Daniel Göttlich/Linus Klasen (Berlin) an die Spitze heran. Nach acht Rennen sind sie um einen Punkt an die Führenden, Theresa Steinlein/Lina Plettner (Bayerischer YC), herangerückt. Aber das Mädchen-Duo gibt sich kaum eine Blöße, segelt weiter Platzierungen in den Top-5. Auf Rang drei folgen Finn und Lasse Kenter (Seeshaupt), während Titelverteidiger Philipp Royla (Uerdingen) mit Kim Fernholz auf den vierten Platz abgerutscht ist.

Pirat
Nach gerade mal etwas mehr als der Hälfte der Meisterschaftsrennen scheinen die Piraten Tobias Call/Nick Houben (Aachen), das Kaltgetränk für die Titelfeier schon kaltstellen zu können. Mit fünf Siegen und einem zweiten und vierten Platz in den sieben Wettfahrten zeigen sie keinerlei Schwächen im Feld der 27 Konkurrenten. Niklas Hellwig/Lena Harder (Wedel-Schulau) sowie Robin Call/Henrik Junge (Aachen) folgen mit jeweils 16 Punkten Rückstand auf den Medaillenplätzen.

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