Saxe siegt in seinem letzten Bürgermeister-Duell

Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe stemmt die 6-Liter-Flasche des Volksbank Rotspon-Cups in die Höhe. Dr. Michael Brandt, Vorstand der Volksbank Lübeck, und SH-Innenminister Hans-Joachim Grote (von links) freuen sich mit. Foto: segel-bilder.de

Rechtzeitig zum Volksbank Rotspon Cup im Rahmen der Travemünder Woche schaltete der Wettergott von Sturmtief und Dauerregen am Vortag auf moderate Wetterbedingungen um. Auf den historischen Zwölfern „Trivia“ und „Sphinx“ segelten der Bürgermeister der Hansestadt Lübeck Bernd Saxe und der schleswig-holsteinische Innenminister Hans-Joachim Grote um den Sieg. Als Sieger aus dem Segel-Duell ging Saxe mit einem 2:1 hervor.


Für den Lübecker Bürgermeister, der den Cup 2004 selbst inszeniert hatte, war es der 14. Cup und sein sechster Sieg. Erstmals gewann er zwei Jahre in Folge. Auf der 1937 gebauten „Trivia“ aus Kiel stand der Bürgermeister der Hansestadt Lübeck Bernd Saxe am Steuerrad, auf der zwei Jahre jüngeren „Sphinx“ aus Flensburg der frisch gebackene neue Innenminister Hans-Joachim Grote an der Pinne.

Die Politiker machten es spannend. An der Startlinie zum ersten Rennen des Matchraces hatte Grote die Nase vor, doch an der ersten Tonne des Up-and-Down-Kurses zog Saxe mit der „Trivia“ souverän am Innenminister vorbei. Mit deutlichem Abstand zur „Sphinx“ konnte er nach einer Runde das erste Rennen für sich entscheiden. Doch so leicht gab sich Grote nicht geschlagen. Der Sieg des zweiten Rennens, das aufgrund veränderter Windbedingungen auf zwei Runden verlängert wurde, ging an den Politiker aus Kiel. Mit zufriedenem Blick passierte Grote die Ziellinie. Im entscheidenden dritten Rennen über zwei Runden konnte er die Leistung aber nicht wiederholen. Mit neuer Taktik ging Saxe ins Rennen und brachte die „Trivia“ mit einem kurzen Schlenker Richtung „Sphinx“ in die günstigere Startposition und war nicht mehr aufzuhalten. Mit großem Vorsprung gewann er das dritte Rennen für sich und ersegelte damit seinen sechsten Sieg beim Volksbank Rotspon Cup.

„Das Rennen entscheidet sich am Start, und unser zweiter war nicht optimal“, erklärte Saxe nach dem Sieg. Da er in den vergangenen Tagen gesundheitlich recht angeschlagen war, wäre sein erstes Ziel gewesen, nicht außenbords zu gehen und erst das zweite der Sieg. „Mein Hauptziel war es, Spaß zu haben“, sagte der Lübecker Bürgermeister. Die gewonnene Sechs-Liter-Flasche Rotspon vom Lübecker Traditionsweinhaus Von Melle will Saxe der „Trivia“-Crew spendieren. Wie es nach dem Ende seiner Amtszeit als Bürgermeister von Lübeck mit dem Volksbank Rotspon Cup weitergeht, müsse seine Nachfolger entscheiden, so der sechsfache Cup-Sieger.

„Wir haben die Flasche aus der Ferne gesehen, aber nicht in den Händen gehalten. Das zweite Rennen lief für uns hervorragend, aber im dritten hat uns Bernd Saxe an der Startlinie elegant, aber erlaubt zur Seite geschoben“, kommentierte Hans-Joachim Grote den Rennverlauf. Natürlich hätte er sich gewünscht zu gewinnen, aber für Saxe wäre der Sieg ein guter Abschluss seiner Bürgermeisterkarriere. „Das Segeln war schön, aber ein Sieg wäre noch schöner gewesen“, so der Landespolitiker. Grote zeigte sich erstaunt, wie viel Kraft das Halten der Steuerpinne erfordert: „Da musste man sich ganz schön reinhängen. Das hatte ich mit leichter vorgestellt.“

Als hätte er den Ausgang des Rennen vorhergesehen, hatte Ministerpräsident Daniel Günther bei der Eröffnung der Travemünder Woche 2017 gescherzt, dass er dem Innenminister in diesem Jahr den Vortritt beim Verlieren des Volksbank Rotspon Cups lasse. Dass es tatsächlich so kommen würde, hatte er wohl nur bedingt gedacht. Grote selbst hofft, während seiner fünfjährigen Amtsperiode, noch einmal die Chance zu bekommen, beim Cup auf der Travemünder Woche um die Sechs-Liter-Flasche Rotwein zu segeln. In diesem Jahr musste er sich mit der Anderthalb-Liter-Flasche für den Zweitplatzierten zufrieden geben. Zunächst wird er sich nach seiner Segelpartie auf der Travemünder Woche in den Sommerurlaub mit seinem Wohnwagen verabschieden – ein guter Wein kann dafür ja nicht schaden.

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