„Mädchen für alles“ mit viel Spaß

Jule Rohlf, Alexander Lietsch und Philipp Dörges (von rechts) unterstützen Gesamt-Wettfahrtleiter bei der Arbeit. Foto: segel-bilder.de

Ihr Arbeitstag beginnt um 7 Uhr und endet nicht selten erst um 22 Uhr: Als Assistenten des Principal Race Officers (PRO) Brian Schweder übernehmen zur Travemünder Woche Jule Rohlf, Alexander Lietsch und Philipp Dörges jegliche Kommunikation zwischen Oberster Wettfahrtleitung, Seglern und Orga-Team.

Auf dem Eckschreibtisch, den sich Jule Rohlf, Alexander Lietsch und Philipp Dörges teilen, liegt neben reichlich Nervennahrung auch das Kartenspiel Skip-Bo. Zeit zum Kartenkloppen gibt es durchaus – wenn auf dem Wasser alles rund läuft. Bis alle Segler jedoch morgens auf ihrem Regattakurs angekommen sind „und sobald auf den Bahnen etwas Unvorhergesehenes passiert“, haben die jungen Ehrenamtler eine Menge zu tun. „Unser Tag beginnt morgens um 7 Uhr“, berichtet der Maschinenbaustudent Philipp Dörges, 19 Jahre. „Der erste Blick gilt dem Wetter.“ Zu viel, aber auch zu wenig Wind können eine Anpassung des Zeitplans durch den Gesamt-Wettfahrtleiter Brian Schweder notwendig machen. Ob Startverschiebung, Kursverlegung oder Absage der Rennen – jegliche Mitteilung läuft über den Schreibtisch von Philipp, Jule und Alex. Neben den Aushängen, die im Glaskasten vor dem Race Office platziert werden, pflegen die PRO-Assistenten auch die Mitteilungsdokumente im Regatta-Management-System Manage2Sail. Die Abiturientin und angehende Bau-Ingenieurin Jule Rohlf aktualisiert zudem das Info-Laufband auf der TW-Website sowie den Twitter-Kanal der TW-Regattaleitung. „Der Twitter-Kanal kommt gut an“, sagt die 18-Jährige. „Eltern und Segler bekommen unsere Mitteilungen schnell und einfach auf das Smartphone.“

Apropos Smartphone: Aus der Arbeit der jungen PRO-Assistenten ist es nicht mehr wegzudenken. „Per WhatsApp senden wir Bilder von den jeweils aktuellen Signalen am Flaggenmast an die Regatta-Stationen am Priwall und am Grünstrand“, berichtet Philipp. Diese Lösung hat das PRO-Team im vergangenen Jahr eingeführt, um den „Stille-Post-Effekt“ am Telefon zu vermeiden.

Als „Schnittstelle zwischen Land und Wasser“ beschreiben Jule, Philipp und Alex ihre Position, oder auch „Mädchen für alles“. Dazu gehört viel Arbeit, aber auch spannende Aufgaben wie die Organisation und Durchführung der SAP Trave Races und des Volksbank Rotspon Cups. Dabei übernimmt Alex die Wettfahrtleitung. Der 22-Jährige, der gerade seinen Bachelor-Abschluss in BWL in der Tasche hat, ist mit fünf Jahren TW-Erfahrung der „alte Hase“ im Team der PRO-Assistenten.

Juckt es bei so viel Segelsport direkt vor der Nase nicht in den Fingern, selbst aufs Wasser zu gehen? „Ja, klar“, sagt Philipp, der wie Jule Pirat segelt. Während der TW kommen die drei PRO-Assistenten jedoch höchstens mit dem Schlauchboot mal aufs Wasser. „Das ist aber auch schön, um den Kopf freizukriegen nach einem Tag vor dem Bildschirm!“

Bei den Wetterkapriolen der diesjährigen TW blieb bislang wenig Zeit zum Schlauchbootfahren und Kartenspielen. „Vor allem der Montag, als an vier Bahnen gleichzeitig die Rennen der Jugend- und Jüngstenmeisterschaften starteten, war spannend!“ Philipp musste zudem einen kleinen Tages-Abstecher in seine Studienstadt Braunschweig einlegen, um eine wichtige Klausur zu schreiben. Der Student nahm's entspannt. „Im Zug konnte ich noch ein bisschen lernen“ – das bisschen Stress ist für einen PRO-Assistenten doch gar nichts.

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