Jugendsegler in voller Fahrt auf Meisterschaftskurs

Die Teenys (oben) sind voll im Fahrplan und müssen morgen keine Rennen nachholen.

Freie Fahrt für die Jugendsegler zur Travemünder Woche: Die Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften haben nach der Sturm-Zwangspause am Dienstag nun Fahrt aufgenommen. In allen Klassen wurde versucht, Versäumtes nachzuholen, so dass nach dem dritten Meisterschaftstag ein gutes Programm in der Liste steht. Die Laser gingen am Mittwoch das erste Mal auf den Kurs. Sie hätten ihren Start am Dienstag haben sollen, mussten aber gleich zum Auftakt passen, wurden nun aber dreimal gefordert. Auch für den Donnerstag hat die Wettfahrtleitung um Gesamt-Wettfahrtleiter Brian Schweder entschieden, dass alle Flotten bis auf die Teenys für Nachhol-Rennen bereitstehen sollten.


Optimist
An der Spitze des Opti-Feldes verweist der 20. der deutschen Rangliste, Johann Emmer (Lehnin), die Weltelite nach fünf Wettfahrten auf die Plätze. Denn auf dem Rang hinter ihm reiht sich Mic Mohr ein. Mohr startet nach einem längeren Aufenthalt in Costa Rica unter der Nationen-Kennung CRC, stammt aber aus Mecklenburg und fuhr gerade bei der Weltmeisterschaft auf Rang drei. Auf Rang drei folgt der Rostocker Carl Krause.

Teeny
In beeindruckender Manier zieht die Crew Stefan Schmidt/Moritz Kretschmar (Seeburger See) in der Zweimann-Jüngstenbootklasse ihre Bahnen. In den sechs Wettfahrten kreuzten sie dreimal als Sieger die Ziellinie, bringen dazu einen zweiten und einen vierten Platz in die Wertung ein. Damit steuert der Vizemeister des Vorjahres klar auf Meisterschaftskurs. Die Sieger des vergangenen Jahres, Erik und Lars Prescher, sind inzwischen in den 420er gewechselt, zeigen dort auch schon gute Einzelergebnisse, können dort aber noch nicht in die Top-20 vordringen.

420er
Makellos war die Bilanz der 420er-Führenden Theresa Steinlein/Lina Plettner in den ersten vier Wettfahrten: Vier Starts, vier Siege so ihr Ergebnis. Dann aber kassierten sie ihren „Ausrutscher“. Den vierten Platz in der fünften Wettfahrt können sie nach aktuellem Stand aber streichen und führen damit vor Daniel Göttlich/Linus Klasen (Berlin) sowie dem Vorjahressieger Philipp Royla (Uerdingen), der Kim Fernholz an der Vorschot hat.

29er
Bei den Jugendskiffs scheint zur IDJM ein Podium ohne deutsche Beteiligung möglich, denn nach den ersten sechs Wettfahrten steht an der Spitze das niederländische Team Tess Wilschut/Femke van den Berg vor den Schweden Oscar Engström/Hugo Westberg und den norwegern Mathias Berthet/Alexander Franks Penty. Nach einem starken ersten Tag mussten sich die besten Deutschen Moritz Buck/Luca Schneider (Radolfzell) diesmal mit mittleren Rängen begnügen und nehmen nun den vierten Rang vor den Titelverteidigern Paul Pietzcker/Linus von Oppen (Berlin) ein.

Laser Radial
Das dritte Rennen des Tages hätten einige Athleten wohl gern nicht mehr gestartet gesehen. Denn gleich fünf kassierten eine Frühstart-Disqualifikation. Darunter auch Mitfavoritin Julia Büsselberg (Berlin), die nach der Weltmeisterschaft im Laser 4.7 direkt nach Travemünde gereist ist, um hier auf die Laser-Variante mit dem etwas größeren Segel zu wechseln. Und der Start gelang ihr auch gut. Doch nach den Plätzen 6 und 2 kassierte sie eben eine Frühstart-Disqualifikation und rutschte damit auf Platz 38. Ihr Streichresultat für die IDJM-Serie hat sie damit schon eingefahren und steht für die weiteren drei Tage unter Druck. An der Spitze agierte Carlotta Crüsemann (Hamburg) mit den Plätzen 3, 5, 3 ohne Patzer. Auch Laura Schewe (Kiel) ist durch die Serie 4, 10, 1 in einer starken Position und ist die erste Verfolgerin. Glücklich war auch Lokalmatador Peer Heuer (Lübeck) nach dem ersten Tag. Im ersten Rennen hatte er entgegen dem allgemeinen Trend auf die rechte Seite gesetzt und wurde belohnt. „Zum Glück ist das gut gegangen“, freute er sich nach dem fünften Platz zum Auftakt. Nach den weiteren Plätzen mit 8 und 17 liegt er auf dem 13. Gesamtplatz und damit gut auf Kurs für eine anvisierte Top-20-Platzierung.

Laser 4.7
Bei den jüngsten Laser-Seglern schien der frisch gekürte U16-Vize-Weltmeister Julian Hoffmann (Allgäu) zunächst die WM-Strapazen gut verkraftet zu haben. Doch nach zwei Siegen leistete auch er sich einen Patzer. Platz 25 in der dritten Wettfahrt ließ ihn auf Platz fünf abrutschen. Trotzdem bleibt er nach seinem zweiten Platz von der Travemünder Woche 2016 weiterhin der klare Titelfavorit. Die momentane Spitze hat indes Philipp Rathmann (Schwerin) inne, gefolgt von dem Polen Filip Miloszewski.

Europe
Im Feld der Europes ziehen sich die Frühstart-Disqualifikationen und Patzer bunt durch das Feld. Kaum ein Starter ist bisher ungeschoren davongekommen, so dass ein Ausrutscher nicht mehr so schwer wiegt. Gut für den Kieler Johann Tammen, der nach der Disqualifikation in der ersten Wettfahrt eine starke Serie von Top-Fünf-Platzierungen hinlegte. Damit steht er an der Spitze und kann trotz der Hypothek einigermaßen befreit in den kommenden Tagen segeln. Auch die Verfolger Vincent Schrader (Hüde) und Robert Zink (Stevertalsperre) haben einen Ausrutscher im Gepäck.

O'pen Bic
Mit Ansage fährt bei der jungen O'pen Bic-Klasse der Hamburger Leo Beyer auf Titelkurs. Er hat die IDJM als seine letzte Regatta in dieser Klasse auserkoren, um hier den Titelgewinn feiern zu können. Vor eineinhalb Jahren gewann er bereits bei der Weltmeisterschaft im Einzel und im Team Medaillen, und jetzt hat er die Spitze der IDJM-Wertung vor dem Japaner Ken Izuki und Matti Biedermann (Krefeld) inne.

Piraten
Die Ergebnisliste der Piraten ist eine Parallele zum Vorjahr. Die Titelverteidiger Tobias Call/Nick Houben (Aachen) nehmen erneut den ersten Platz ein mit vier Siegen in den fünf Wettfahrten. Und auf Rang drei stehen erneut Robin Call/Henrik Junge (Aachen). Dazwischen haben sich diesmal allerdings – anders als im Vorjahr – Niklas Hellwig/Lena Harder (Wedel) geschoben.

Bic Techno/Bic Techno Plus
Bei den Surfern der Bic Techno-Klasse agiert der Führende, Felix Kupky (Berlin), in einer eigenen Liga. Er steht so weit vor der Konkurrenz mit vier ersten und einem zweiten Platz, dass er in der ersten Ergebnisliste gar nicht auftauchte. Inzwischen hat er aber seinen verdienten ersten Platz auch in der Ergebnisliste eingenommen – vor Samy Vielhuber (Chiemsee). Bei den Bic Techno Plus wird dagegen der Regatta Surfclub Chiemsee durch Selina Horber an der Spitze geführt. Richard Sprenger (Paderborn) folgt knapp dahinter.

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