Jugend, Bundesliga, Seesegeln: Travemünder Woche 2017 mit drei Schwerpunkten

Foto: segel-bilder.de

Die Travemünder Woche 2017 setzt klare sportliche Akzente. In der 128. Auflage der schönsten Regattawoche der Welt stehen Jugendmeisterschaften, Segel-Bundesliga und Seesegeln im Fokus. Mit der Ausrichtung der Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften (22. bis 29. Juli) in allen offiziellen Jugendmeisterschaftsklassen des Deutschen Segler-Verbandes wird fast ein Dutzend an Meisterschaften für den Nachwuchs geboten. Dazu gastiert die Segel-Bundesliga (21. bis 23. Juli) bereits zum fünften Mal an der Travemündung. Und den Seeseglern wird im Wochenverlauf auf allen Streckenlängen der rote Teppich ausgerollt. Dazu gehen noch die Trias (22. bis 25. Juli) in ihrem 40. Jahr und die J/22 (28. bis 30. Juli) mit ihren German Open an den Start.

Bereits zum zweiten Mal nach 2009 ist die Travemünder Woche Gastgeber der gemeinsamen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften. Damit kommen die besten Nachwuchssegler aus ganz Deutschland an die Ostsee. Aber auch aus ganz Europa sind Meldungen eingegangen, und selbst einige Teilnehmer aus Mexiko, Costa Rica, Brasilien, und Uruguay sowie aus Japan und Australien wollen sich das Ereignis nicht entgehen lassen. Insgesamt werden allein für die Jugendmeisterschaften 18 Nationen vertreten sein. Und auch die weiteren Fakten sind beeindruckend: Rund 700 Boote werden in elf Klassen erwartet. Etwa 900 Segler/innen werden an sechs Tagen auf sechs Bahnen an den Start geschickt. Und die Jugend wird vom Mövenstein und Grünstrand über die Tornadowiese bis hin zum Priwall ganz Travemünde ihren Stempel aufdrücken.

Timo Haß, Jugendobmann des Deutschen Segler-Verbandes, freut sich auf den Auftritt „seiner Schützlinge“ zur Travemünder Woche: „Mit diesen Meisterschaften geben wir den Jugendlichen die Möglichkeit, einen Hauch von Olympia zu erleben. Und Travemünde ist der ideale Standort, um dafür an Land und auf dem Wasser den Rahmen zu geben. Als 2013 die Bewerbung einging, war uns schnell klar, dass wir gern an die Trave gehen.“

Die größte Flotte wird bei den Optimisten segeln. Über 220 Nachwuchs-Athleten hoffen auf den großen Wurf und eine Top-Platzierung, um sich für die Zukunft und die Folgeklassen zu empfehlen. Die Optimisten werden gemeinsam mit den O'pen Bic und Europes sowohl mit den Booten als auch mit den Camping-Wagen und Zelten auf dem Grünstrand untergebracht. Damit ist das Areal im Norden Travemündes einmal mehr ein zentraler Punkt der Veranstaltung, zumal in direkter Nachbarschaft, am Mövenstein, die Surfer der Klasse Bic Techno 293 und der Teenys logieren.

Ins Zentrum des Festival-Geschehens rücken die Zweihand-Klassen 29er und Pirat. Ihre Liegeplätze werden auf der Tornadowiese sein. Für die 420er sowie die beiden Laser-Klassen (4.7 und Radial) geht es auf die andere Seite der Trave, auf den Priwall. Die breite Strandfläche bietet hier sehr gute Möglichkeiten, um ins und aus dem Wasser zu kommen. Das ist auch nötig, denn riesige Flotten haben hier gemeldet. Die beiden Laser-Klassen bringen es zusammen auf über 170 Starter, und die 420er tasten sich an ein 100er-Feld heran.

In direkter Absprache mit den Klassenvereinigungen soll den jugendlichen Seglern ein Mix aus Erlebnis und hochklassigem Wettkampf geboten werden. Geplant ist, alle Klassen von Montag, 24. Juli, bis Samstag, 29. Juli, auf den Kurs zu schicken, so dass zum Abschluss eine große gemeinsame Siegerehrung gefeiert werden kann. Alle Klassen sollen an fünf Tagen segeln, ein flexibler Reservetag wird das Geschehen auflockern. „Mit dem Reservetag wollen wir auch auf den Wind reagieren können. Daher wird der Reservetag nicht festgeschrieben, sondern abhängig von den Vorhersagen und den schon gesegelten Wettfahrten angesetzt“, sagt Jens Kath, der Sportliche Leiter der Travemünder Woche. Für die Laser steht der Pausentag gleich am Anfang. Damit reagieren die Organisatoren auf die Terminenge zu internationalen Meisterschaften. Den Favoriten der Laser wird damit die Anreise und ein klein wenig Ruhe vor dem ersten Start ermöglicht.

Bei Gesamt-Wettfahrtleiter Brian Schweder und seinen sechs Teams laufen die Fäden für gute und faire Rennen zusammen. Gerade Jugendklassen machen das zu einer besonderen Herausforderung: „Als Wettfahrtleitung haben wir hier eine besondere Verantwortung zu tragen, haben intensiv das Wetter zu beobachten, Sicherungs- sowie Trainer- und Betreuerboote zu koordinieren. Aber wir haben eingespielte Teams auf dem Wasser, die in ständiger Absprache mit der Gesamtwettfahrtleitung sicherlich alles gut über die Bahn bringen werden.“ Als großes Plus erweist sich dabei, der Einsatz von TW-Partner SAP. Das Software-Unternehmen wird sämtliche Teilnehmer tracken. Was besonders für die Übertragung sowie die Analyse der Rennen gedacht ist, entpuppt sich auch als Sicherheitsaspekt. Denn mit den Tracking wird die Position der Segler bestimmt, so dass für die Wettfahrtleitung aber auch die Betreuer und Trainer immer bekannt ist, ob die Segler noch oder schon auf dem Wasser sind oder an Land stehen.

Aber die Travemünder Woche 2017 ist mehr als eine gemeinsame Deutsche Jugendmeisterschaft. Sie bietet in der 128. Auflage sogar einen zusätzlichen Tag hochklassigen Regattasport. Denn bereits am Freitag, 21. Juli, gehen die Teams der Segel-Bundesliga an den Start, um an drei Tagen auf zwei Bahnen in unmittelbarer Nähe zum Strand (vor Travemünde und vor dem Priwallstrand) und beobachtet aus allen Kamera-Perspektiven den vierten Spieltag der Saison 2017 zu segeln. Übertragen werden die Rennen via Internet und auf den SAP Sail Cube am Strand sowie die zwei weiteren Videowände an der Tornadowiese und an der Schnittstelle Strandallee/Bertlingstraße. „Mit dem Vorziehen der Bundesliga auf den Freitag gewährleisten wir, dass sich die Jugendevents und die Bundesliga nicht überschneiden und für alle ausreichend Sicherungsboote zur Verfügung stehen. Zudem entzerren wir das Ligageschehen, da wir erstmals die Erste und Zweite Bundesliga auf getrennten Bahnen segeln lassen“, sagt Jens Kath. Für Brian Schweder ist der Auftritt auf dem SAP Media Race Course die ideale Spielfläche, um den Segelsport in das Rampenlicht zu rücken: „Durch die Übertragungstechniken mit Drohnen und Onboard-Kameras, aber auch dem Tracking-System versetzt uns SAP in die Lage, den Segelsport in einer Art und Weise aufzubereiten, die den Vergleich mit Olympia nicht scheuen muss. Dass im Wochenverlauf auch die Jugendlichen in den Genuss kommen, auf dieser Bahn zu segeln, ist wohl einmalig.“

Durch die Großereignisse mit Bundesliga und Jugendmeisterschaften sind die Kapazitäten an Land und auf dem Wasser für die Teilnehmer zu großen Teilen belegt. Die Trias aber können dennoch ihr 40. TW-Jubiläum feiern. Und auch die J/22, die in großer Treue zur Travemünder Woche alljährlich Titelkämpfe nach Lübeck vergeben, werden in der Lübecker Bucht um ihre nationale Meisterschaft segeln. Fester TW-Programmteil sind auch die Seebahn-Regatten. Am ersten Wochenende geht es auf die Mittelstrecke, am zweiten auf die SAP Up-and-Downs. Fans der Langstrecke wird mit dem „Hanse Race“ von Donnerstag, 27. Juli, auf Freitag, 28. Juli, eine Regatta über Nacht angeboten.

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