29er bringt die Jugend in Geschwindigkeitsrausch

Paul Pietzcker und Linus von Oppen fühlten sich zum Abschluss der IDJM richtig wohl. Foto: segel-bilder.

Die noch junge Bootsklasse 29er trifft den Nerv der Zeit. Mit dem Nachwuchs-Skiff lassen sich Geschwindigkeiten von weit über 20 Knoten erzielen, und „gerade das Geschwindigkeitspotenzial fasziniert die Jugendlichen“, erzählt Jörg Becker, Vorsitzender der 29er-Klassenvereinigung. Nicht nur Windbedingungen und seglerisches Geschick lassen die kleinen Skiffs vor allem unter Gennaker über das Wasser flitzen. Einen relevanten Faktor spielt insbesondere das Gewicht der Crew, das im Idealfall bei rund 120 Kg liegt.


Die deutschen Jugendmeister 2016, Paul Pietzcker und Linus von Oppen, gehören mit ihren 18 Jahren zu den „älteren und größeren Teams“ im Feld der 29er bei der Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaft (IDJM) zur Travemünder Woche. „Vor allem bei leichten Winden ist das Gewicht nachteilig, weil bei der geringeren Geschwindigkeit mehr Wasser verdrängt werden muss“, erklärt Linus von Oppen. Der Vorschoter des Teams, der seit vier Jahren mit Steuermann und Crewpartner Paul Pietzcker zusammen 29er segelt, beschreibt weiter, dass „die unbeständigen und leichten Winde und Winddreher schwierig zu segeln waren“. Doch nach ein paar Leichtwindtagen setzte sich vor Travemünde eine starke Brise durch, so dass am Ende die Berliner aber zufrieden sein konnten. Zwar konnten sie nicht mehr ganz auf Platz eins klettern. Doch hinter den den Norwegern Mathias Berthet/Alexander Franks Penty landeten sie auch Platz zwei.

Der 29er gilt als Vorstufe für den olympischen Skiff 49er. Im Rahmen der IDJM in Travemünde haben die 50 Teams insgesamt 18 Wettfahrten geplant – und damit sechs mehr als das Gros der anderen Bootsklassen. „Der Kurs der Regattabahn ist kürzer und die angepeilte Zeit für ein Rennen niedriger, weil unter anderem die Rumpfgeschwindigkeit der 29er höher ist“, erklärt Gesamtwettfahrtleiter Brian Schweder. Die Jolle kommt durch seine flache Rumpfform schneller ins Gleiten. Allerdings ist der 29er durch die Form wesentlich kippeliger, weshalb neben ausreichend Wasserstunden vor allem auch Ausdauer-, Kraft- und Koordinationstraining eine bedeutende Rolle im Segeltraining spielen, um den Skiff insbesondere bei schwierigeren Wind- und Wellenbedingungen zu beherrschen.

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