„Es ist eben Norddeutschland!“

Dirk Freitag bietet mit seinen Mitarbeitern ein traditionelles Volksfest-Angebot an. Foto: segel-bilder.de

Vor 35 Jahren bestand das Festival- und Gastro-Angebot der Travemünder Woche noch aus einem einzigen Zelt und zwei Außengeschäften. Dirk Freitag war als einer der ersten Schausteller dabei.

„Bier, Wurst, Eis, Zuckerwatte“, fasst Freitag (51) das gastronomische Angebot der Travemünder Woche anno 1982 zusammen. Die Party konzentrierte sich auf ein Festzelt auf der grünen Wiese. Gemütlich sei das gewesen, fast familiär, erinnert sich Dirk Freitag, der damals noch zusammen mit seinem Vater einen der ersten Stände auf der Travemünder Woche betrieb.

Heute ist der Lübecker mit drei Geschäften auf der TW-Meile vertreten. „Die Travemünder Woche ist rasant gewachsen“, sagt Freitag, und damit auch das kulinarische Angebot: von Pommes über Wurst und gebrannte Mandeln bis hin zu Hot-Dog-Wraps, Beef Brisket und Maniok-Fritten in den Food Trucks am Brügmanngarten. Bei Freitag selbst hält man sich an Bewährtes: Bier, Wurst und Fleisch vom Schwenkgrill, echte Volksfest-Klassiker. Den Vorwurf, Bier und Wurst seien auf der Travemünder Woche unverhältnismäßig teuer, kann Unternehmer Freitag nicht nachvollziehen. „Die Preise sind auf einem normalen Niveau verglichen mit anderen Volksfesten im Norden.“ Eine Bratwurst kostet in Freitags Buden drei Euro, ebenso ein Glas Bier – so viel wie 2016. Überzogene Preise könne man sich als regionales Unternehmen mit vielen Stammkunden ohnehin nicht erlauben.

Wie viele Krakauer bei jeder Travemünder Woche über den Tresen von Freitags Grillgeschäften wandern? Das sei schwer einzuschätzen, sagt der erfahrene Unternehmer. Jede Travemünder Woche sei anders, und natürlich spiele auch das Wetter eine große Rolle: „Uns kommen 'normale' Temperaturen entgegen. Bei großer Hitze essen die Leute wenig“ – und bei Regen und Kälte sei ein Volksfest wie die Travemünder Woche ohnehin nicht so hoch frequentiert.

Bei der diesjährigen Travemünder Woche ist aus gastronomischer Sicht der Dienstag und in Teilen auch der verregnete erste Samstag als gastronomischer Totalausfall zu verbuchen. Dirk Freitag, der in seinen Geschäften auf der TW 15 Mitarbeiter einsetzt, nimmt's gelassen: „Wir sind hier nun mal in Norddeutschland“, da müsse man schlechtes Wetter auch in der Hauptsaison einkalkulieren. Dennoch prüfe man jedes Jahr, ob sich der Einsatz auf der TW rechne. In den vergangenen 35 Jahren stimmte die Bilanz.

Neu zu bewerten, gilt es dieses Jahr das veränderte Laufwege-Konzept am Brügmanngarten, von dem auch Freitags Bierausschankwagen betroffen ist. „Die Leute mussten sich an die neuen Laufwege erst gewöhnen“, sagt der Unternehmer. Am ersten Tag sei das Konzept noch nicht gut aufgegangen, am Sonntag der Umsatz dann „ganz ordentlich“ gewesen. Ob Erfolg oder Misserfolg, das lasse sich erst am Ende der Travemünder Woche beurteilen.

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