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Glamour und Gänsehaut zum Abschied

30.07.2016 15:06

Martina Jeske vom Lübecker Yacht Club mit einem Pokal der Travemünder Woche
Martina Jeske ist bei der Travemünder Woche für die Trophäen zuständig

 

Der Reichtum von Martina Jeske schrumpft im Laufe der Travemünder Woche. Stapeln sich anfangs die Kisten mit Trophäen noch bis zur Decke ihres Lagers, stehen nach neun Tagen nur noch vereinzelt Pokale in ihrem Büro. Hunderte Preise hat Jeske in den vergangenen Tagen zur Preisverleihung am Abend überreicht, hunderte Hände geschüttelt, hunderte Male dafür gesorgt, „dass es ein wertiger Moment wird“, wenn die Segler für ihre Leistung auf dem Wasser geehrt werden. „Glamour und Gänsehaut am Ende einer Regatta sind doch das Schönste daran“, sagt Jeske, die seit 20 Jahren Mitglied im Lübecker Yacht-Club ist.

Wie so viele ehrenamtliche Tätigkeiten auf der Travemünder Woche ähnelt auch ihr Bereich hinter den Kulissen einem Logistikzentrum: Kaum stehen die Gewinner einer Klasse fest, eilt Jeske, selbst leidenschaftliche Seglerin, zum Siegerpodest – im Gepäck Wanderpreise und Ehrungen für das erste Drittel einer Klasse. Die Preise zur TW stammen aus dem Hause Rotter Glas Germany, einem Lübecker Traditionsunternehmen, das die Glaspokale zu echten Unikaten veredelt.

Bei der Gravur in den Unternehmensräumen in Lübeck kommt ein von Carl Rotter Senior entwickeltes Sandstrahl-Verfahren zur Anwendung. Mit einem fein abgestimmten Sand werden die Glaspreise an einem speziell abgeschirmten Arbeitsplatz „befeuert“. Eine auf dem Glas angebrachte Spezialfolie sorgt dafür, dass die Silhouette der entsprechenden Bootsklasse, der Schriftzug und natürlich die Platzierung in die klare Glasoberfläche graviert wird, während der Rest geschützt bleibt. Im Anschluss setzen die Glasveredeler auch noch den Schleifstein an und geben dem Motiv des jeweiligen Bootes auf dem Glas durch das Nachziehen von Mast, Baum und Rumpflinien Kontur und Tiefe. So entstehen echte Unikate. „Bei uns ist alles wahre Handarbeit mit einem hohen Anspruch. Daher arbeiten wir auch mit unserem patentierten Verfahren und nicht mit einem Laser, da dabei die Kanten weggesprengt und damit unsauber werden würden“, sagt Birgit Rotter, Geschäftsführerin im Hause Rotter. Carl Rotter ist es ein besonderes Anliegen, die Preise für die TW zu fertigen: „Als Seglern und Lübeckern liegt uns die Travemünder Woche sehr am Herzen. Und die Preise erfreuen sich eines solch hohen Ansehens, dass wir inzwischen für Segelveranstaltungen in ganz Deutschland Preise fertigen.“

Gefüllt sind die edlen Gefäße mit Gaumenfreuden aus einem Unternehmen, das die Travemünder Woche seit Jahren versüßt: Die Marzipanherzen, -brote und Pralinen des TW-Unterstützers Niederegger sind einer der Anreize für die Regattateilnehmer, so hoch wie möglich aufs Treppchen zu segeln. Denn: Je besser die Platzierung, desto größer das Rotter-Glas, das Martina Jeske vor jeder Siegerehrung üppig mit Niederegger-Marzipan bestückt.

Zurück zur Logistik: Zu feinem Glas und edlem Süßen gesellen sich im Jahr der 127. Travemünder Woche rund 30 Wanderpreise, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ein schlichter Holzrahmen, ein stilvolles Schiffsmodell oder auch ein gigantischer Plüsch-Affe begleiten die Segler nach Hause, die den Wanderpreis ersegeln. Und das ist mitunter nicht der Sieger einer Klasse, sondern derjenige mit einer besonderen Leistung oder Eigenschaft. Für das älteste Boot, den jüngsten Segler oder auch mal augenzwinkernd für denjenigen, der die meisten Proteste kassiert hat, haben die Stifter ihre Preise ausgeschrieben.

Am liebsten behält Preise-Chefin Jeske die Wanderpreise der Klassen, die regelmäßig zu Gast auf der Travemünder Woche sind, gleich in ihrem Reich unter dem Dach des Lübecker Yacht-Clubs. „Damit sicher ist, dass er zur nächsten Travemünder Woche auch wieder hier ist“, sagt Jeske. Und damit auch im kommenden Jahr Segler aus aller Welt wieder Gänsehaut und Glamour auf der Travemünder Woche erleben.

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