O'pen Bic – die Klasse, in der Gemeinschaft gelebt wird

Sportlich und kommunikativ geht es zu bei den O'pen Bic. Foto: segel-bilder.de

Für 37 O'pen-Bic-Segler startete heute der nationale Höhepunkt der Saison: die Internationale Deutsche Jugendmeisterschaft (IDJM). Doch für die noch recht junge Klasse zählt neben dem sportlichen Ehrgeiz vor allem „das Feeling, die gemeinsame Freude am Boot, das miteinander Segeln und das Pflegen eines freundschaftlichen Verhältnisses innerhalb der Klasse“.

Das berichtet Marcus Cremer, Vorsitzender der Klassenvereinigung O'pen Bic. „Der rege Austausch von Wissen, Erfahrungen, nicht selten aber auch von Ersatzteilen und Material bilden gewisse Standards“, fügt Cremer, der vor zwei Tagen einstimmig in seinem Amt bestätigt wurde, hinzu. Auch vereinsübergreifende Kooperationen und gute Zusammenarbeit sind üblich.
Der O'pen Bic ist die Verbindung zwischen dem Optimist und der neueren Generation rasanter Skiffs. Zum einen bildet er für junge Talente, die nach der Opti-Ausbildung auf ein schnelles Skiff, wie den 29er, wechseln möchten, die ideale Vorstufe. Zum anderen „bietet das Boot eine gute Möglichkeit, um als erfahrener Opti-Segler aus dem sehr großen Regattafeld in ein kleineres Feld zu wechseln, um so z. B. die Chance zu bekommen, an Europa- und Weltmeisterschaften teilzunehmen“, erklärt der Jugendwart des Lübecker YC, Oliver Harnack. Für das ehemalige O'pen-Bic-Talent des LYC, Carolina Horlbeck, eröffneten sich durch diesen Wechsel neue Türen. Bis an die Spitze der deutschen Rangliste konnte sie sich vorarbeiten, nahm an der O'pen-Bic-Weltmeisterschaft teil und vertrat den LYC auf den Bermudas im Rahmenprogramm des America's Cup. Der LYC ist im Feld der O'pen Bics gut aufgestellt und wird bei den IDJM auf der Travemünder Woche von fünf Nachwuchsseglern vertreten. Carolina Horlbeck ist indes inzwischen im 29er aktiv. So hat die Favoritenrolle Leo Beyer vom Hamburger SC inne, der schon in den Nacra15 gewechselt ist, zur IDJM aber noch mal ganz groß rauskommen will.
Aktuell sind ungefähr 10.000 Nachwuchssegler im Alter zwischen 8 und 17 Jahren weltweit auf der schnellen Gleitjolle unterwegs, „und die Nachfrage ist weiterhin vorhanden“, erklärt Cremer, und wird von Harnack bestätigt.


Der O'pen Bic besticht durch seine robuste Konstruktion, gepaart mit technischer Raffinesse und modernem Design. Es handelt sich um eine normierte Einheitsklasse, bei dessen Herstellung dauerelastisches, UV-beständiges und bruchfestes Material verwendet wird. Die Boote gehen nahezu identisch an den Start. Zudem gibt es standardisierte Ersatzteile, wodurch der O'pen Bic viele Jahre wettbewerbsfähig bleibt. „Leo Beyer segelt mit einem zig Jahre alten Boot, welches bereits 2010 an einer Meisterschaft teilgenommen hat und es ist immer noch sehr schnell“, gibt Cremer ein Beispiel für die robuste und langanhaltende Qualität der Einhand-Jolle. 55 Kg im komplett aufgebauten Zustand machen den O'pen Bic leicht und mobil, und mit rund 3.000 Euro für ein neuwertiges Modell ist er für viele erschwinglich.

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