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Vorzeitige Siegesfeiern zur 127. Travemünder Woche

31.07.2016 15:38

Frithjof Schwerdt war der beste Windfinder bei den Musto Skiffs und segelte zum souveränen German-Open-Titel. Foto: segel-bilder.de

Im vergangenen Jahr war es Sturm, in diesem Jahr Flaute – das Resultat aber blieb das gleiche: Der Abschlusstag der Travemünder Woche musste ohne weitere Rennen auskommen. Doch die Wettfahrtleitungen, die bis zum Mittag auf segelbaren Wind hofften, hatten in den vergangenen Tagen gut vorgearbeitet, so dass zum Abschluss Sieger und Meister nach fairen Regatten gekürt werden konnten. Die Gesamtwertungen der Laser bei den Master-Meisterschaften gewannen Roger Schulz (Krefeld) im Standard und Kim Tan aus den Niederlanden im Radial. In einem international hochklassigen Feld bei den Musto Skiffs holte sich der Neu-Münchener Frithjof Schwerdt den German-Open-Titel. Außerdem fanden noch die Regatten der Formula 18 und der seegehenden Yachten ein vorgezogenes Ende.

Laser Standard/Radial Masters
Mit dem Setzen der Signalflaggen, dass es keine weiteren Wettfahrten mehr geben würde, beeilte sich Roger Schulz (Krefeld), seinen Laser abzuriggen und zu verladen, um für die Siegerehrung bereit zu sein. Entsprechend außer Atem berichtete er: „Ich bin total zufrieden, dass abgeschossen wurde. Ich hätte nur verlieren können. Mein dänischer Konkurrent Christian Gunni war schließlich punktgleich.“ Schade sei nur gewesen, dass am Samstag kein weiteres Rennen gesegelt wurde. „Aber da kam uns die Gewitterfront dazwischen.“
Schulz verteidigte mit dem Sieg erfolgreich seinen Titel aus dem vergangenen Jahr. „Das war mein Ziel. Allerdings war Gunni der Favorit. Daher bin ich sehr glücklich. Insgesamt war es stressfreies Segeln, und wir hatten alle unseren Spaß.“ Hinter Schulz und Gunni landete Hannes Hollaender aus Hamburg auf Rang drei in der Gesamtwertung der Standards. Hollaender konnte sich über den Altersklassen-Sieg bei den Apprentice freuen. Schulz war der Sieger in der Master-Klasse, und Wolfgang Gerz (Wörthsee) sowie Michael Nissen (Tutzing) holten sich die Siegerpokale bei den Grand Masters und Great Grand Masters ab.
Gesamtsieger und Grand-Master-Sieger bei den Radial wurde der Niederländer Kim Tan, der in einem internationalen Feld vor dem Briten Max Hunt und Micael Lundgren (Schweden) triumphierte, die ihm dicht auf den Fersen waren. Der in der Gesamtwertung viertplatzierte Jan Lietzmann aus Hamburg durfte sich zumindest in der Altersklassenwertung der Masters über den Siegerpott freuen. Great Grand Master wurde Dietrich Schilling (Hamburg), und die Frauen-Wertung gewann Alexandra Weihrauch (Hamburg).

Musto Skiff Germann Open
Obwohl von den vier Meisterschaftstagen nur zwei Tage mit ausreichend Regattawind ausgestattet waren, schafften die Musto Skiffs neun Wettfahrten, in denen Frithjof Schwerdt das Feld fast nach Belieben beherrschte. „Es waren sehr schöne, drehende Winde. Wir haben viel arbeiten und taktieren müssen. Das liegt mir“, sagte Schwerdt. „Ich bin auf jeden Fall zufrieden. Wir hatten ein tolles Feld mit starker internationaler Konkurrenz – ganz anders als im vergangenen Jahr“, so Schwerdt, der sich im Vorjahr bei den German Open mit Platz zwei hatte begnügen müssen. Titelverteidiger Iver Ahlmann (Büdelsdorf) landete als zweitbester Deutscher diesmal auf Rang fünf. Die internationalen Gäste Paul Dijkstra (Niederlande), Alexander Greil (Schweiz) und Alastair Conn (Großbritannien) belegten die Ränge zwei bis vier. Im Feld der Geschlagenen war auch der amtierende Weltmeister Andi Lachenschmid aus Augsburg, der unter den 30 Skiffseglern nur Zehnter wurde.

Formula18
Nachdem Finn Heeg und Merle Baars (Flensburg) zwei Tage lang auf höchstem Niveau gesegelt waren, haben sie sich ihren Traum erfüllt, die deutschen Vorzeige-Katamaran-Segler Helge und Christian Sach (Zarnekau) zu schlagen. Die Rekord-Travemünder-Woche-Sieger hatten zur Kieler Woche die aufstrebende Mixed-Crew aus Flensburg noch auf Platz zwei verweisen können, jetzt aber drehten Heeg/Baars den Spieß um. „Es war sehr spannend, aber wir wussten, dass wir bei diesen Bedingungen schnell sind. Unsere Ausbeute an Wettfahrten ist diesmal zur Travemünder Woche allerdings nicht so groß. Wir wären gern noch etwas mehr gesegelt“, sagte Finn Heeg. Auf dem weiteren Regatta-Fahrplan für dieses Jahr steht nun als Höhepunkt noch die German Open auf dem Gaardasee Ende August. Und im kommenden Jahr wollen die Travemünder-Woche-Sieger zur Weltmeisterschaft in Dänemark möglichst weit nach oben segeln. Die haben auch Helge und Christian Sach im Visier, die ansonsten kaum noch auf dem Formula-18-Kat unterwegs sind und daher deutlich weniger Segeltage auf dem sportlichen Gerät verbringen als die jüngere Konkurrenz.

Seebahn Up-and-Down
Nur ein kurzes Programm bei den Kurzwettfahrten konnten die seegehenden Yachten in diesem Jahr segeln. Mit Blick auf die Windvorhersage hatte Wettfahrtleiter Uwe Wenzel zwar am Samstag versucht, vier Wettfahrten zu segeln, musste das vierte Rennen aber mangels Wind abbrechen. So wurden schließlich die Sieger nach drei der geplanten fünf Wettfahrten gekürt.
An der Spitze der sportlich orientierten ORC-Klassen stand schließlich der sechsmalige Deutsche Meister und Ex-Weltmeister Jürgen Klinghardt (Lübeck) mit seiner Crew um Steuermann Jürgen Waschek. Allerdings segelte er mit einem ungewohnten Schiff. Von der WM in Kopenhagen hatte er die WM-Sieger-Yacht „Bachyachting“ mitgebracht. „Wir haben das Boot gechartert, wollen es mal ausprobieren. Der Deal war schon vor der WM ausgehandelt“, so Klinghardt. Das Experiment darf man wohl unter der Überschrift „geglückt“ einsortieren. Denn obwohl die Klinghardt-Crew nach einem verpatzten Zieldurchgang in einer Wettfahrt einen Extrakringel drehen musste, landete sie auf den Plätzen 2, 1, 2 und führte die Flotte der 16 ORC-Yachten an. „Wir haben uns als Crew am Freitag zusammengefunden und das Boot fertig gemacht, dann vor den Wettfahrten am Samstag noch ein paar Manöver gefahren. Aber es waren erfahrene Segler an Bord, die alle wussten, was sie zu tun haben.“
Die Yardstick-Wertung über alle Klassen gewann der Lübecker Dirk Meiburg, der mit seiner Crew auf der „Feinschliff“ mit den Rängen 3, 2, 1 eine beständige Steigerung hinlegte und sich mit einem Punkt gegenüber Stefan Meining (Lübeck) auf der „Na und“ durchsetzte.

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